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An der Berliner FU hielt die Literaturwissenschaftlerin Ruth Klüger einen Vortrag über ihre Vorliebe für E-Books. Einige Studenten irritierte das. Entgegen der gängigen Meinung dass die junge Generation, wie zum Beispiel die Studierenden an der Freien Universität Berlin, mit dem Touchpad zur Welt gekommen seien, zeigten sich die Zuhörer am vergangenen Donnerstag vom E-Book Lesen auf iPad, Kindle oder anderen E-Book Readern nicht sonderlich begeistert.
Skeptische Reaktion auf E-Book Vortrag
Ruth Klüger sprach zusammen mit ihrer Berliner Verlegerin für E-Books, Christiane Frohmann über das „Wesen des Buchs“. Sie legte dabei ein flammendes Bekenntnis zum E-Book ab. Die 300 Zuhörer, die hauptsächlich Erstsemester waren, zeigten sich erschrocken. Die jungen Germanisten sammelten brav und stolz ihre Reclam-Heftchen, um nun von einer altehrwürdigen Literaturwissenschaftlerin zu hören, dass das gewöhnliche Buch überholt sei und die Zukunft im E-Book läge.
Frau Klüger und ihre 100 E-Books
Die Dame wird nicht müde, auf die fantastischen Vorteile des E-Books hinzuweisen. Man muss sich ständig über die schlechte Papierqualität von Büchern und deren Gewicht ärgern. Außerdem weiß sie nie, ob sie nun auf dem Bauch oder dem Rücken liegend lesen soll. Beim E-Book ist das anders. Mit einem Klick ist ein federleichtes Gerät eingeschaltet und schon ist eines von vielen Büchern verfügbar. Sie erwähnte, dass sie immer hunderte von Krimis und Klassikern dabei hätte. Auch für die Bibliotheken sei die digitale Revolution von Vorteil, wo man sich doch vor Wasser und Feuer nicht mehr fürchten brauche. Frau Klüger rät zur Sachlichkeit. Man solle die Revolution nicht beklagen, sondern annehmen.
Die Studenten und das E-Book – vorerst nicht
Im Hörsaal wollte man vom E-Book nicht viel wissen. Von digitalen Texten als Wegwerfprodukt war da zu hören. Man will Bücher untereinander ausleihen können und in ihnen Anstreichungen vornehmen, als auch die Anstreichungen anderer sehen können. Die Studenten applaudierten der alten Dame, als sie von den Büchern ihres Großvaters aus dem 19. Jahrhundert in ihrer heimischen Bibliothek berichtete.
Frau Klüger feierte vor kurzem ihren 80. Geburtstag. Sie schrieb selbst eine Reihe von Büchern, die selbstverständlich als E-Book zu haben sind.
Foto: flickr, ceslava.com
The European Library ist ein kostenfreies Internetportal, das den Zugang zu den Ressourcen der 48 Nationalbibliotheken Europas ermöglicht. Den Grundstein für dieses Portal legte das von der EU teilfinanzierte TEL-Projekt, das herausfinden sollte, ob und wie ein zentraler Zugriff auf alle Nationalbibliotheken der CENL möglich wäre. Nach erfolgreichem Abschluss, startete man 2005 die virtuelle europäische Bibliothek.
Zu den Vollmitgliedern der European Library gehören die Nationalbibliotheken von Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien (Florenz und Rom), Irland, Island, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Russland-Moskau, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern.
Die Bibliotheken dieser Länder sind bereits voll integriert, weitere 16 Nationalbibliotheken folgen.
Nun ging schließlich, mit Unterstützung von “Europas digitaler Bibliothek” Europeana, die Online-Ausstellung Reading Europe: European culture through the book an den Start und stellt auf ihrer Seite ca. 1000 der interessantesten Bücher Europas aus. Die Palette reicht von englischen Bestsellern des 18. Jahrhunderts bis zu mittelalterlichen Kochbüchern und gibt den Besuchern die Möglichkeit diese Meisterwerke der Buchkunst interaktiv und gebührenfrei zu erkunden. Die Sammlung wird ständig erweitert.
Die Bücher sind in verschiedenen Sprachen geschrieben, es finden sich u. a. auch handschriftliche Aufzeichnungen und erste Editionen unter den Büchern bei Reading Europe. Leider konnte man sich auf kein einheitliches Anzeigeformat einigen, manche Bücher sind derzeit nur als Cover im jpg-Format, andere als kompletter Scan – ebenfalls im ladezeitenunfreundlichen JPG-Format – einsehbar. Außerdem bekommt man einige Bücher als PDF zu lesen. Dieses Format-Wirrwar schmälert den guten Eindruck des Projekts ein wenig. Aber Startschwierigkeiten kennen wir schon von Europeana.
Jedes Buch ist mit Hintergrundinformation bestückt, die dem Besucher Einblick in die Entstehung von berühmten Klassikern, wie z. B. Don Quixote von Cervantes (in Spanisch) und Der Idiot von Fyodor Dostojewski (in Russisch), geben.
Die virtuelle Bibliothek lässt sich mithilfe der Suchfunktion erkunden oder aber nach verschiedenen Tags oder Kriterien (Land, Thematik, Sprache oder Zeit) durchstöbern.
Die Ausstellung lässt den Besucher diese Meisterwerke hautnah und interaktiv erleben. Die Bücher stammen aus den Sammlungen von 23 europäischen Nationalbibliotheken und sind in verschiedenen Sprachen – von Albanisch bis Jiddisch – geschrieben, darunter auch Handschriften und erste Editionen.
Zu jedem Buch gibt es Hintergrundinformation, die dem Besucher Einblick gibt in die Werdegeschichte von berühmten Klassikern. So zeigt Reading Europe zum Beispiel die erste Edition des Don Quixote von Cervantes (in Spanisch) und Der Idiot von Fyodor Dostojewski (in Russisch).
In Europeana finden Besucher zusätzliche Information über die Autoren, die in “Reading Europe: European culture through the book” vorgestellt werden. So sind nicht nur andere ihrer Werke zugänglich, sondern auch die ihrer Zeitgenossen..Mit einer einzigen Suchanfrage erschließen sich tausende von digitalisierte Texten sowie anderes kulturelles Material aus Europas Bibliotheken, Archiven und Museums.
Europeana entstand aus einer früheren Inititiative, The European Library. Beide Organisationen haben ihr unterkommen in der Koninklijke Bibliotheek, die niederländische Nationalbibliothek. Nach der erfolgreichen Implementierung eines multilingualen Portals durch The European Library, initiierte CENL auf Wunsch der Europäischen Kommission das Europeana Projekt. Alle Sammlungen europäischer National- und Universitätsbibliotheken, die durch The European Library zusammengebracht werden, sind auch in Europeana sichtbar.
Hier geht es zum Portal “Reading Europe: European culture through the book”.
Und hier geht es zur deutschsprachigen Version der European Library.
Viel Spaß beim Online-Lesen!
Studieren kann wirklich nervig sein. Vor allem wenn die Bücher in den Universitätsbibliotheken trotz Studiengebühren verstaubt, vergilbt und vergriffen sind.
Dreißig Studenten aus einem Seminar bekommen alle die gleiche Aufgabe und brauchen alle das gleiche Buch, von dem mal wieder nur ein Exemplar in der Bibliothek steht. Wer clever ist, spricht sich mit den Kommilitonen ab und fertigt mehrere Kopien an (nachdem er 20 min auf einen freien Kopierer warten musste). Denn mitnehmen kann man die Publikation natürlich nicht.
Die Recherche nach geeigneten Quellen für die Hausarbeit gestaltet sich oft sehr mühselig. Jeder Student kennt das wohl, man stapelt den Tisch mit zwanzig Büchern voll, von denen letztendlich fünf relevant sind. Und bis man alle relevanten Bücher aufgetrieben hat, verstreichen Stunden…
Glücklicherweise leben wir im digitalen Zeitalter und clevere, ehemals genervte Studenten schaffen nun Abhilfe:
PaperC – Die Fachbuchplattform zum kostenlosen Lesen im Internet
Mit ihrem Start-up PaperC wollen die beiden 26-jährigen Berliner das wissenschaftliche Arbeiten vereinfachen und damit Geld verdienen. Ihre Internet-Plattform soll komplette Fachbücher im Netz zugänglich machen und so die verstaubte Uni-Lehrbuchsammlung fürs digitale Zeitalter rüsten. Wer zum Beispiel einen Blick in den „BWL Crash-Kurs Marketing“ aus dem UTB-Verlag werfen möchte, kann das Buch auf dem Paper-C-Portal Seite für Seite kostenlos durchlesen. Erst, wenn man ein Kapitel ausdrucken oder Zitate im Text markieren will, wird ein Obolus fällig. Der beträgt fünf Cent pro Seite, wie an den meisten Kopiergeräten. „Wir sind der elektronische Copyshop“, erklärt Fröhlich.
Was nach einer einfachen Idee klingt, ist in Wahrheit eine kleine Revolution: Noch nie haben Fachbuchverlage ihre Werke von der ersten bis zur letzten Seite frei im Internet zugänglich gemacht, selbst E-Books muss der Kunde vor dem Lesen komplett kaufen. PaperC will ein neues Geschäftsmodell etablieren: Der Kunde zahlt nicht für das Buch an sich, sondern für den Zusatznutzen, den das Internet-Portal ihm bietet: zum Beispiel den Druck ausgewählter Seiten am heimischen Tintenstrahler oder die digitale Zitateverwaltung. Jeder Student zahle einer Studie zufolge zwischen 40 und 60 Euro pro Jahr für Kopien, das mache mehr als hundert Millionen Euro im Jahr, sagt Martin Fröhlich. „An diese Kopierkosten wollen wir ran!“
Quelle: Handelsblatt
Schon jetzt (in der offenen Betaphase) präsentiert sich die Bibliothek gut gefüllt mit mehreren Tausend Fachbüchern, die man kostenlos am Bildschirm lesen kann. Die Kopie, das Drucken und das Sammeln von Zitaten kostet jeweils 5 cent, normale Uni-Kopiererpreise und dafür ohne Abtippen schon auf dem Laptop. Die notwendige Registrierung geht schnell und unkompliziert. Persönliche Daten müssen erst angegeben werden, wenn der Nutzer sein Konto aufladen will.
Im Gegensatz zu Copycats wie Google und Co. sind alle Bücher von den Verlagen für die Plattform freigegeben worden. Sach- und Fachbuchverlage haben schließlich im Gegensatz zur Musikindustrie und den großen Belletristikverlagen begriffen, dass man sich dem digitalen Zeitalter anpassen muss, um nicht als Verlierer dazustehen. So finden sich beispielsweise Publikationen von de Gruyter und Oxford University Press neben von Natur aus aufgeschlossenen Kleinverlagen im Sortiment von PaperC.
Und warum machen die Verlage das mit?
Fröhlich: Heute werden Fachbücher an den Unis seitenweise kopiert – dafür bekommen die Urheber aber nur Peanuts von der VG Wort, die von den Betreibern der Kopiererläden Gebühren erhebt. Und für Ausdrucke von illegal eingescannten Büchern bekommen sie gar nichts. Hofmann: Wenn die Verlage die Bücher dagegen auf PaperC einstellen, verdienen sie mehr! Denn wir gehen davon aus, dass viele Nutzer die individualisierten Bücher weiterhin ausdrucken wollen. Und für einen Ausdruck müssen sie nach wie vor zahlen – etwa 10 Cent pro Seite. Und zwar nicht an die VG Wort, sondern an uns. Wir wiederum beteiligen die Verlage an den Einnahmen.Ist es Ihnen schwer gefallen, die Verlage rumzukriegen?
Hofmann: Das erste Gespräch war in der Tat sehr schwierig: Da haben uns die Geschäftsführer erstmal einen Vogel gezeigt, sich dann aber nicht wie geplant 45 Minuten, sondern drei Stunden für uns Zeit genommen. Fröhlich: Und dann haben wir denen das Gesicht gewaschen und die Augen geöffnet. Inzwischen will eigentlich jeder mit machen. Übrigens auch viele mittelständische Verlage, denen es sonst viel schwerer fällt, ihre Bücher an den Mann zu bringen.
Quelle: wiwo.de – Gründerraum
Die Online-Bibliothek lässt sich nach Autor, Titel, Verlag und ISBN durchsuchen. Ob die Suche auch eine Volltextsuche ist, die Begriffe innerhalb der Bücher sucht oder nur mit Tags (Schlagworten) arbeitet, konnte ich noch nicht feststellen.
Der Such-Filter unterscheidet zwischen Autor, Titel, Verlag und Meistgelesen. Hier fehlt eindeutig noch eine Kategorisierung nach Genre bzw. Fachgebieten. Es würde das Stöbern deutlich vereinfachen, wenn sich beispielsweise der Germanist in der Germanistikecke und der BWLer in der Wirtschaftsecke umsehen könnte.
Am Design und der Benutzerfreundlichkeit lässt sich hier nichts bemängeln. Die Bücher werden im Flash-Reader schnell und gut lesbar angezeigt.
Die Dienste (Drucken, Zitat, Notizen, Kopieren, Taggen und Seiten kaufen) kosten alle einheitliche 5 cent.
Will man ein ganzes Buch kaufen werden dementsprechend 5 cent x Seitenanzahl fällig. Die einzige Kritik an der eigentlich sehr fairen Preispolitik: Warum zahlt man für das “Taggen” ebenfalls 5 cent?
Fazit:
Ein vielversprechendes Projekt, das eine kleine Revolution im Uni- und Wissenschaftssektor darstellt und gute Chancen auf die Marktführerschaft in diesem Sektor hat. Mit dem sechsstelligen Investment vom Technologiegründerfonds Sachsen, wachsendem Sortiment und kleinen Verbesserungen dürfte aus dem kleinen StartUp-Unternehmen ganz fix eine etablierte Institution werden.
Wenn ich durch meine Semmelstatz scrolle, fällt mir immer wieder auf, dass viele Besucher intern nach bestimmten Buchtiteln suchen. Da ich aber nur eine Art Rundführer in den Weiten des kostenlosen Literaturdschungels im Internet bin und nur Seiten empfehle, die mehrere freie Bücher anbieten, gilt meine heutige Empfehlung einer Suchmaschine, die sich um Einzelnes kümmert.
Die Volltextbibliothek Lexikus hat nun neben ihrem eigenen Angebot eine Suchmaschine ins Leben gerufen, die nicht nur das eigene Angebot gemeinfreier Literatur durchsucht, sondern auch die anderen großen deutschen Online-Bibliotheken WikiSource, Zeno.org, Project Gutenberg und Gutenberg-DE.
Die Suchmaschine basiert auf der Google-Technik und liefert dementsprechend schnell und ausführlich die Ergebnisse. Somit bleibt demjenigen, der nach digitalisierten Werken sucht, das Herumgehüpfe zwischen den großen Portalen erspart.
Zu den erwähnten Portalen brauche ich sicher nichts mehr sagen, aber Lexikus.de hingegen dürfte einigen noch nicht bekannt sein.
Die Online-Bibliothek des Lexikus.de-Verlages digitalisiert überwiegend historische Werke, deren Erscheinungsjahr zwischen 1780 und 1930 liegt.
Da schon eine ausführliche Beschreibung des Projektes existiert, verweise ich auf den Artikel von Benjamin Rosendahl. Aktuelle News über das Projekt gibt’s im dazugehörigen Blog.
Nur eines kann ich mir nicht verkneifen: Schade, dass auch hier das Design und die Lesefreundlichkeit wie beim deutschen Gutenberg nur mit mangelhaft zu bewerten sind. Die Schrift ist eindeutig zu klein, um in Ruhe ganze Bücher zu lesen. Und eine Druckfunktion fehlt gänzlich.
Da es sich bei den meisten Texten aber vorwiegend um historische Werke handelt, die meist zur Recherche oder aus Neugier durchstöbert werden, drücke ich nochmal ein Auge zu und spreche meine Empfehlung aus. Vor allem weil es durch die enge Zusammenarbeit mit der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern und den Buchpatenschaften zum Erhalt wichtiger historischer Bücher ein sehr löbliches Konzept ist, was der Herr Hans-Jürgen Herbst ins Leben gerufen hat.
Das Angebot ist keine Kopie von schon Vorhandenem, sondern eine gute Ergänzung auf dem Gebiet der freien Digitalisate.
Wir ertrinken in Informationen und hungern nach Wissen.
(John Naisbitt)
Vielleicht bewahrt die Suchmaschine ja den einen oder anderen vor dem Ertrinken. 
Anlässlich des bevorstehenden 10. Geburtstags widme ich diesen Beitrag dem Lyrikerportal Lyrikline.org.
Die Gegenwartslyrik verliert traurigerweise zunehmend an Bedeutung und besonders der Blick auf den Buchmarkt macht es überdeutlich, Lyrik lässt sich nicht mehr verkaufen. Die Folgen sind nicht gerade unbedeutend, denn je weniger Lyrik verbreitet wird, desto weniger Rezeptionsmöglichkeiten gibt es. Greifen wir heute noch auf unzählige großartige Dichter des 19. Jahrhunderts zurück, schwindet es mit den Poeten des 20. Jahrhundert merklich um im 21. Jahrhundert ein „Nischendasein“ zu fristen. Der große Conrady wird sozusagen immer kleiner.
Aber stirbt die Dichtkunst wirklich aus oder schlägt sie nur neue Wege ein?
Vorgetragene Lyrik als gesellschaftliches Ereignis erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Man möchte den Dichter selbst sehen und hören, wenn er seine poetisch formulierten Gedanken und Gefühle offenbart. Schließlich geht es in der Dichtung vorrangig um Klang, Rhythmus und Intonation. Besonders auf den Poetry Slams lässt sich verdeutlichen, wie Lyrik wieder zum Event werden kann.
Diese Überlegung brachte schließlich die Literaturwerkstatt Berlin im Jahre 1999 dazu, das Projekt Lyrikline.org ins Leben zu rufen, um Poesie für jeden jederzeit und überall auf der Welt verfügbar zu machen.
Das Portal präsentiert nicht nur den reinen Text, sondern nutzt die vielfältigen multimedialen Möglichkeiten des Internet und lässt den Autor selbst lesen.
Eine Foto- und Textpräsentation sollte dem jeweiligen Hörerlebnis ein Gesicht verleihen.
lyrikline.org ist eine Initiative der literaturWERKstatt berlin. Das Lektorat wird durch einen mehrköpfigen Programmbeirat, der sich aus den Trägern zusammensetzt, sowie einen jährlich zu benennenden Autoren ergänzt. Die Beratung bei der Auswahl der ersten sechzehn Autoren hat die Lyrikerin Elke Erb übernommen, im Jahr 2000 beriet der Dichter Gerhard Falkner.Das erklärte kulturpolitische Ziel von lyrikline ist es, über den multimedialen Erlebnischarakter, den das Internet bietet (Text, Bild, Ton), den Verbreitungs- und Bekanntheitsgrad sowie die Rezeptions- und Verkaufsmöglichkeiten von deutschsprachiger Lyrik weltweit zu mehren.
lyrikline.org möchte in anderen Sprachräumen Partner gewinnen, die eine lyrikline.org-,Abteilung’ ihrer Sprache aufbauen möchten und sich am gemeinsamen Übersetzungsmodus beteiligen. So entsteht sukzessive ein internationaler Arbeitszusammenhang, der den unmittelbaren Zugang zur Lyrik aller Sprachen gewährleistet und den internationalen poetischen Dialog erneuert. Der Internetnutzer kann dann das fremdsprachige Gedicht als unbeschädigtes, originales Kunstwerk hören und wie in einer zweisprachigen Ausgabe die Übersetzung lesen und mit dem Original vergleichen.
Natürlich will lyrikline.org dem Buch nicht den Platz streitig machen, es ersetzen oder abschaffen, denn die physische Präsenz des Buches und die Beziehung, die man zu ihm aufbauen kann, ist von einer ganz eigenen, unerreichten Qualität. Es geht vielmehr darum, ein neues Medium in einen Multiplikator bei der Verbreitung von Poesie zu verwandeln.
Quelle: Projektidee
Die Auswahl der aufgenommenen Dichter „basiert auf Vorschlägen der Träger und wird in Abstimmung mit dem jeweiligen Kurator getroffen“.
Seit der Gründung im November 1999 verzeichnete die Seite über 4 Millionen Besucher aus 120 Ländern und bekam 2005 den Grimme-Online-Award verliehen.
Seit neuestem gibt es auch eine neue Übersetzungssprache: Esperanto. Die ersten Dichter in der „Weltsprache“ sind die ungarischen Autoren István Kemény und Peter Zilahy.
Das zehnte Jubiläum wird in Berlin zusammen mit internationalen Partnern mit einer Festwoche gefeiert. Vom 26. bis zum 31. Oktober wird in Berlin und weltweit das Projekt mit zahlreichen Veranstaltungen geehrt.
Bleibt mir abschließend nur noch zu sagen:
Vielen Dank an die Träger und Partner für dieses beispiellose Projekt, das nicht nur Lyrik aus ihrem Nischendasein befreit, sondern Kulturen verbindet.
Auf weitere 10 Jahre!
Über Goethes Präsenz im Internet schrieb ich schon desöfteren. Meine heutige Empfehlung gilt ebenfalls einem der wichtigsten deutschsprachigen Schriftsteller der modernen Literatur und einem meiner persönlichen Lieblinge:
Das Heinrich-Heine-Portal hat es sich zur Aufgabe gemacht, die beiden wissenschaftlichen Gesamtausgaben, die seit Beginn der 70er Jahre unabhängig voneinander in der BRD und der DDR entwickelt wurden, zusammenzuführen, zu ergänzen und somit eine elektronische Gesamtausgabe kostenlos und für jeden im Internet zur Verfügung zu stellen.
Neben der kritischen Gesamtausgabe Heines finden sich auf dem Portal Faksimiles von Werk- und Briefhandschriften, Bildmaterial, Quellen und Bücher aus der Privatbibliothek des Schriftstellers, welche diese beispiellose Sammlung ergänzen.
Das Heinrich-Heine-Portal (HHP) wird die Werke und Briefe sowie Dokumente zu Leben, Werk und Wirkung Heines auf der Basis moderner Standards zur anwendungsneutralen Datenkodierung (SGML/XML) erfassen und als integriertes digitales Informationssystem frei im Internet zugänglich machen. Es ist eine vernetzte kritische Gesamtausgabe im Volltext, verknüpft mit digitalisierten Handschriften-, Bild- und Buchbeständen aus dem Heine-Institut und einigen anderen Bibliotheken und Archiven.
Für den Inhalt und die wissenschaftliche Präsentation zeichnet das Heinrich-Heine-Institut der Landeshauptstadt Düsseldorf verantwortlich, die Texterschließung und -auszeichnung sowie die Entwicklung der graphischen Oberfläche werden vom Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier durchgeführt. Finanziert wird das auf fünf Jahre angelegte Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Kunststiftung Nordrhein-Westfalen.
[…]
Diese 26.500 Textseiten mit ca. 72 Millionen Zeichen werden von einem chinesischen Dienstleister im „Double-Keying-Verfahren“ erfasst und mit Steuerzeichen versehen. Im Trierer Kompetenzzentrum werden die Dateien in TUSTEP- und anschließend in XML-Dateien umgewandelt, sowie unter Einsatz des Content Management Systems ZOPE undd es Datenbanksystems MySQL aufbereitet. Im Heine-Institut werden sie wissenschaftlich und editionsphilologisch weiter bearbeitet; der Briefwechsel wird dabei vollständig neu durchgesehen und aktualisiert.
Werk-, Brief- und Kommentartexte werden in einer Hyperlink-Struktur miteinander vernetzt und zudem mit einer Vielzahl digitaler Faksimiles verknüpft: Drucken, historischen Quellen- und Bildmaterialien und vor allem Manuskripten der Werke sowie der Briefe von und an Heine, vorwiegend aus dem Archiv des Heinrich-Heine-Instituts, wo sich etwa 60% der bekannten Brief- und Werkhandschriften Heines (ca. 7500 Blatt) befinden. Hinzu kommen ausgewählte Einzelbestände aus anderen Bibliotheken. Ständig aktualisierte Datenbanken, auf die im Heine-Portal zugegriffen werden kann, sollen zudem Auskunft über Standorte und Verfügbarkeit der Heine-Handschriften in aller Welt geben.Quelle: Über das Projekt
Mit Hilfe der Volltextsuchmaschine lassen sich die beiden Gesamtausgaben entweder getrennt oder gleichzeitig durchsuchen, außerdem kann man die Suche nur auf die Brieftexte beschränken.
Hier findet jeder Schüler, Student und Wissbegierige, der sich mit Heinrich Heine wissenschaftlich auseinandersetzen will (oder muss), ein Portal, das keine Wünsche offen lässt.
Da man bei dieser drückenden Hitze wohl eher weniger lange Texte und Bücher konsumieren will/kann, hier ein kleiner Tipp für die entspanntere Unterhaltung:
Der Panini-Verlag nutzt jetzt auch die Errungenschaften des Web 2.0 und eröffnete kürzlich sein Portal myComics.de.
Hier bekommt jeder Comiczeichner die Chance, seine eigenen Zeichnungen und Geschichten der Welt zu präsentieren und sie von der Community bewerten zu lassen.
Nach der obligatorischen Registrierung, kann mit dem Hochladen begonnen werden. Die Registrierung wird außerdem benötigt für das Kommentieren und der Beteiligung an den Wettbewerben.
Die Rubriken sind unterteilt in User-Comics und Verlags-Comics.
Die verlagseigenen Bände und Magazine sind natürlich nur Leseproben und Einseiter aus dem aktuellen Programm.
Bei den User-Comics findet man die unentdeckten Talente, aber auch bereits bekannte Zeichner, die Spaß an der Community haben und natürlich für sich auch die Werbetrommel schlagen wollen. Aber wen stört’s?! Solange sie gut sind, freut sich der Leser doch immer über kostenlose Ware
Das Stöbern und Auffinden von Schätzen wird erleichtert durch die Top 10, Tagging und durch die Rubrik Browse Comics. Hier findet man die Geschichten und Zeichnungen sortiert nach Serie, Autor, Charakter, Genre und Verlag.
Sehr lobenswert finde ich das Forum, in dem direkt auf die Kritik der Community-Mitglieder reagiert wird. So sollte es öfter sein!
Und für Neuautoren bietet sich hier ein guter Platz, um sich mit anderen auszutauschen und Verbindungen zu knüpfen.
Am Design hab ich ausnahmsweise mal nichts auszusetzen und irgendwie ist dieser Beitrag komplett unkritisch. Entweder liegt es an der Hitze oder das myComics-Team versteht einfach was von ihrer Arbeit. Wohl eher letzteres.
Abschließend noch zwei Fundstücke:
Wer wie ich ein ebenso begeisterter Leser von Calvin&Hobbes war und ist, der wird sicher auch an den “Popel”-Comics von Thorsten Trantow Gefallen finden.
Und für die Mad-Fraktion und Cartoonlesern empfehle ich das Profil und den Blog von mil (bgl.: Ioannis Millionis).
Google, unser liebster Möchtegern-Monopolist, Freund und Feind der Informationskultur in einem, setzt wirklich alles daran, jeden Online-Grashalm mit seinem Logo zu versehen. Jetzt sind unsere Bücher dran.

Bei den Suchmaschinen sitzt die “Datenkrake” ja schon lange auf dem goldenen Thron und speichert fröhlich vor sich hin, weswegen mittlerweile wahrscheinlich auch jeder Internetnutzer in den Datenbanken des Google-Imperiums verzeichnet sein dürfte (inklusive Recherchedaten über Geschlechtskrankheiten, Vorlieben – auf welchem Gebiet auch immer, Wohnort, Urlaubsland, usw usf).
Datenschutz? Wozu das denn?
Gesetze und Bestimmungen lassen sich, mit genügend Geld und Einfluss, ganz prima ausblenden.
Und dass die Macht auch mal gerne zum Verbergen von Informationen eingesetzt wird, wissen wir ja auch nicht erst seit den Ereignissen in China.
Wie bezeichnete Wikipedia-Begründer Jimmy Wales die Suchmaschinenproblematik äußerst treffend:
“Mangel an Freiheit, Mangel an Gemeinschaft, Mangel an Verantwortung, Mangel an Transparenz.”
Der Hardcore-Google-User surft mit Chrome, speichert seine Termine im Google-Kalender, bekommt seine Post über Google-Mail, schaut seine Videos über YouTube, liest die neuesten Nachrichten in den Google-News, sucht seine Ziele für das Bewerbungsgespräch und den Arztbesuch über Google-Maps, beginnt die Online-Shoppingtour mit der Produktsuche, erstellt und verwaltet Tabellen und Texte mit Google-Docs, kommuniziert mit Google-Talk und natürlich durchsucht er seinen Computer mit der Google-Desktopsuche…
Und all diese, meist doch sehr sensiblen Daten, liegen nun auf diversen Google-Servern zum Abruf bereit. Aber da bleiben sie ja auch und werden natürlich nur zu statistischen Zwecken genutzt…
Natürlich! Warum sollte man diese Informationen auch sonst speichern?!
Diese Unmengen an Daten reichen dem “Welt-Wissens-Speicher” noch lange nicht, denn was ist mit dem Wissen aus der Zeit vor dem Internet, das in Bibliotheken und Archiven vor sich hinschlummert?!
Der größte Datenhändler der Welt kann sich das doch nicht entgehen lassen.
Also bastelt man seit 2004 an der Google-Buchsuche, die einerseits mit Verlagen zusammen arbeitet (das weniger problematische Google Print) und andererseits unsere Bibliotheken im großen Stil scannt (die juristisch umstrittene Google Library).
Den Datenschutz zu unterwandern wird aufgrund mangelnder juristischer Gegenwehr mit der Zeit langweilig, also widmet man sich doch einfach dem Urheberrecht, denn das ist doch viel spannender und vor allem $lukrativer$.
Der Sinn und der Zweck des Urheberrechts bestand und besteht darin, daß Autorinnen und Autoren über das Resultat ihrer eigenen Arbeit souverän verfügen und eine angemessene Beteiligung an den wirtschaftlichen Erlösen aus ihrer Produktion erzielen können. In der Regel schließen sie dazu einen Vertrag mit einem Verlag, der ihre Texte nicht nur lektoriert, drucken läßt, verbreitet und bewirbt, sondern auch Lizenzen vergibt: für Vorabdrucke, Nachdrucke (z.B. als Taschenbuch), Verfilmungen. Die Verlage und mit ihnen die Autoren verdienen dabei Geld mit Inhalten.
Dieses Geschäftsmodell steht durch Google zur Disposition. Google verdient nämlich nicht, zumindest bislang nicht, mit Inhalten Geld. Google stellt Inhalte kostenlos zur Verfügung, um möglichst viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Diese Aufmerksamkeit wird in »Zahl der Mausklicks« gemessen und an Werbekunden zu sogenannten Kontaktpreisen verkauft. Was also einstmals Kern des Verlagsgeschäfts war, die Verbreitung von Inhalten, ist bei Google lediglich die Bedingung der Möglichkeit für Geschäfte ganz anderer Art. Inhalte sind nicht Zweck dieser Veranstaltung im Internet, sondern nur mehr ein Mittel.
aus: “Google unterhöhlt das Urheberrecht. Worum geht es genau, mit welchen Konsequenzen, und wo erfährt man mehr?” von Gunther Nickel
Im Gegensatz zu den bisher besprochenen, freien Internetbibliotheken, werden hier nicht nur gemeinfreie Bücher der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung gestellt, sondern ebenso urheberrechtlich geschützte Bücher und Publikationen, ohne die Rechteinhaber zu fragen, veröffentlicht.
Die Vorgeschichte: Seit fünf Jahren digitalisiert Google die Bestände amerikanischer Bibliotheken. Dort stehen wie überall in der westlichen Welt drei Kategorien von Büchern. Das sind erstens jene, deren Autor länger als siebzig Jahre tot ist – dann erlischt das Urheberrecht, die Werke sind gemeinfrei. Zweitens lagern dort Bücher, deren Urheberrecht noch besteht, die aber nicht mehr lieferbar sind; und drittens gibt es lieferbare, aktuelle Werke. Die zweite Gruppe bildet die Mehrheit der von Google eingescannten Bücher. Die mit großen europäischen Bibliotheken getroffenen Vereinbarungen sind in diesem Fall nicht von Interesse, weil dort nur gemeinfreie Bücher digitalisiert werden.
aus: “Die Google-Strategie – Das Teuflische an diesem Plan” von Hannes Hintermeier
Nicht gemeinfreie Bücher werden zwar scheinbar nur teilweise zugänglich gemacht, aber die hier erwähnte Methode, lässt uns auch diese Bücher kostenlos auf die Festplatte laden.
Nachdem nun Klagen von allen Seiten auf den Konzern einprasselten, überlegten sich die hochkarätigen Google-Rechteverdreher, wie man ohne große finanzielle Einbußen, trotzdem das Urherberrecht dehnen und bestenfalls auf lange Sicht zum eigenen Vorteil ummodellieren kann. Also gebahr die Rechtsabteilung das Google-Book-Settlement.
Diese Regelung klingt zunächst ganz verlockend: Für die Nutzung von Texten im Internet bekommt man bislang meistens gar nichts, fortan immerhin etwas. Vergriffene Bücher werden auf diese Weise wieder zugänglich und werfen nun womöglich auch noch ein wenig Honorar ab. Bei näherem Hinsehen zeigt sich jedoch, daß Google keineswegs alle Einnahmen, sondern ausschließlich die Einnahmen aus der kommerziellen Verwendung von Texten anteilig abführen wird. Für ihre nichtkommerzielle Verwendung gibt es also weiterhin kein Geld. Was das konkret bedeutet, spielt Ilja Braun in der WELT anschaulich am Beispiel von Reiseführern durch. Völlig unbestimmt bleibt darüber hinaus, an welche kommerziellen Verwendungsmöglichkeiten gedacht ist. Es ist, das ergibt sich aus den bislang veröffentlichten Unterlagen, prinzipiell jede Nutzung durch Google möglich, womit die bisher übliche Unterscheidung von Haupt- und Nebenrechten hinfällig wird. Fortan liegen sämtliche Rechte an einem von Google ganz oder teilweise verbreiteten Titel bei Google, und zwar ad libitum sowohl das Recht den Text zu verkaufen als auch das Recht ihn zu verschenken.
aus: “Google unterhöhlt das Urheberrecht. Worum geht es genau, mit welchen Konsequenzen, und wo erfährt man mehr?” von Gunther Nickel
Da ich nicht der kompetenteste Kritiker für diese rechtlichen Angelegenheiten bin, hier zwei Links, unter denen ihr euch selbst schlau machen könnt:
Soviel zur rechtlich-inhaltlichen Kritik an Google-Book-Search.
Kommen wir also zur Nutzerfreundlichkeit.
Diese wirkt auf mich zunächst verwirrend. Eine Menge Ergebnisse, aber verwirrender als jede schlecht-sortierte Fakultätsbibliothek.
Bei den erfassten, aber noch nicht in gescannter Ausgabe zur Verfügung stehenden Büchern, findet man eine Übersicht, die wissenschaftliches Lesen und Arbeiten wohl vereinfachen soll.
Über dieses Buch liefert meist ein Foto des Titels, einen kurzen Klappentext und bibliografische Angaben. Dazu gibt es noch einige Zusatzkategorien, wie z.B. Rezensionen, Referenzen von Webseiten, Referenzen von wissenschaftlichen Büchern und Weitere Ausgaben.
Schön und gut, dass man die gesamte Bandbreite an Hypertextmöglichkeiten ausschöpft, aber eigentlich wollte ich das Buch doch nur lesen.
Am Rand erfahre ich dann, dass ich es ausleihen oder kaufen kann.
Mach ich natürlich nicht, ich will’s ja kostenlos lesen und suche weiter, bis ich nach 15 Minuten Stöbern irgendwann zu dem Schluss komme, dass es noch nicht in digitalisiert er Form vorliegt, sondern nur katalogisiert wurde.
Ein kleiner Satz, wie “Dieses Buch befindet sich derzeit noch nicht im Datenbestand der Google-Bibliothek” hätte dem verwirrten Erstbesucher einige kostbare Zeit erspart und das Handgelenk geschont.
Die gescannten Bücher erscheinen in browser-interner PDF-Ansicht mit Informationen im Reiter Über dieses Buch.
Der Download als PDF-Datei ist bei vielen Büchern ebenfalls möglich.
Nun habe ich die Wahl zwischen der Seitenansicht der gescannten Seiten oder der reinen Textansicht.
Die Scans der Bücher erscheinen oft in erschreckend schlechter Qualität und ich denke mir, wenn das die endgültige Qualität sein soll, dann schüttelt es mich ob dieser Respektlosigkeit vor den alten Schätzen unserer Kultur. (Hier ein Beispiel für einen verschandelten Goethe)
Also widme ich mich dann doch lieber der Textansicht… und schalte schnell wieder auf die Seitenabbildung um, weil die Texterkennungs-Software scheinbar noch mehr Probleme hat, den Text zu lesen, als ich.
Was “Welche Rauü>form entsteht, »eun’, sich ein Punkt bewegt?” heißen soll, erahne ich ja noch, aber wirklich Spaß macht mir das Lesen nicht mehr.
Warum der Konzern die Texte nicht nachträglich korrigiert, ist schnell erklärt: Wie soll man denn in so kurzer Zeit diese Massen an Büchern digitalisieren, um der Weltherrschaft ein Stück näher zu kommen, wenn man sich auch noch mit so etwas Lästigem wie der Qualität auseinandersetzen muss?
Schließlich geht es hier um Quantität und nicht um Qualität, verehrter Leser.
Achja… man merkt, wie sehr es Google um die Sache, den Erhalt unserer Schriftkultur, und nicht nur um das Geld geht.
Da ich nun schon mehr als genug geschrieben habe, komme ich direkt zum Fazit:
Es ist wirklich erschreckend, was mit unserer Literatur aufgrund von Macht- und Geldgier geschieht.
Ich jedenfalls, werde die Google-Buchsuche weiterhin nicht nutzen.
Erstens, weil sie enttäuschende inhaltliche und optische Ergebnisse liefert und weil ich zweitens diese Unternehmung, mit der Google seine Vorherrschaft als Wissenshändler und Internet-Monopolist weiter auszubauen versucht, nicht unterstützen will.
Was ihr macht, das bleibt wie immer euch überlassen, aber vielleicht denkt der eine oder andere nach diesem Artikel etwas mehr über diese Problematik und sein eigenes Verhalten im Internet nach.
Abschließend noch ein paar Links, um dem Marktführer mal etwas Ruhe zu gönnen und Energie zu sparen (s. Link 3):
- Alternativen zur Google Suchmaschine
- Der Google-freie Desktop
- Grüne Suchmaschinen-Alternativen zu Google
- Internet Archive.org
- Alternativen zu den Google-Diensten
P.S.: mal sehen, ob sich nach diesem Artikel mein PageRank verändert ![]()
Foto von FR-Online





