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SteacieLibrary in Studieren kann wirklich nervig sein. Vor allem wenn die Bücher in den Universitätsbibliotheken trotz Studiengebühren verstaubt, vergilbt und vergriffen sind.
Dreißig Studenten aus einem Seminar bekommen alle die gleiche Aufgabe und brauchen alle das gleiche Buch, von dem mal wieder nur ein Exemplar in der Bibliothek steht. Wer clever ist, spricht sich mit den Kommilitonen ab und fertigt mehrere Kopien an (nachdem er 20 min auf einen freien Kopierer warten musste). Denn mitnehmen kann man die Publikation natürlich nicht.

Die Recherche nach geeigneten Quellen für die Hausarbeit gestaltet sich oft sehr mühselig. Jeder Student kennt das wohl, man stapelt den Tisch mit zwanzig Büchern voll, von denen letztendlich fünf relevant sind. Und bis man alle relevanten Bücher aufgetrieben hat, verstreichen Stunden…

Glücklicherweise leben wir im digitalen Zeitalter und clevere, ehemals genervte Studenten schaffen nun Abhilfe:

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PaperC – Die Fachbuchplattform zum kostenlosen Lesen im Internet

Mit ihrem Start-up PaperC wollen die beiden 26-jährigen Berliner das wissenschaftliche Arbeiten vereinfachen und damit Geld verdienen. Ihre Internet-Plattform soll komplette Fachbücher im Netz zugänglich machen und so die verstaubte Uni-Lehrbuchsammlung fürs digitale Zeitalter rüsten. Wer zum Beispiel einen Blick in den „BWL Crash-Kurs Marketing“ aus dem UTB-Verlag werfen möchte, kann das Buch auf dem Paper-C-Portal Seite für Seite kostenlos durchlesen. Erst, wenn man ein Kapitel ausdrucken oder Zitate im Text markieren will, wird ein Obolus fällig. Der beträgt fünf Cent pro Seite, wie an den meisten Kopiergeräten. „Wir sind der elektronische Copyshop“, erklärt Fröhlich.

Was nach einer einfachen Idee klingt, ist in Wahrheit eine kleine Revolution: Noch nie haben Fachbuchverlage ihre Werke von der ersten bis zur letzten Seite frei im Internet zugänglich gemacht, selbst E-Books muss der Kunde vor dem Lesen komplett kaufen. PaperC will ein neues Geschäftsmodell etablieren: Der Kunde zahlt nicht für das Buch an sich, sondern für den Zusatznutzen, den das Internet-Portal ihm bietet: zum Beispiel den Druck ausgewählter Seiten am heimischen Tintenstrahler oder die digitale Zitateverwaltung. Jeder Student zahle einer Studie zufolge zwischen 40 und 60 Euro pro Jahr für Kopien, das mache mehr als hundert Millionen Euro im Jahr, sagt Martin Fröhlich. „An diese Kopierkosten wollen wir ran!“

Quelle: Handelsblatt

Schon jetzt (in der offenen Betaphase) präsentiert sich die Bibliothek gut gefüllt mit mehreren Tausend Fachbüchern, die man kostenlos am Bildschirm lesen kann. Die Kopie, das Drucken und das Sammeln von Zitaten kostet jeweils 5 cent, normale Uni-Kopiererpreise und dafür ohne Abtippen schon auf dem Laptop. Die notwendige Registrierung geht schnell und unkompliziert. Persönliche Daten müssen erst angegeben werden, wenn der Nutzer sein Konto aufladen will.

Im Gegensatz zu Copycats wie Google und Co. sind alle Bücher von den Verlagen für die Plattform freigegeben worden. Sach- und Fachbuchverlage haben schließlich im Gegensatz zur Musikindustrie und den großen Belletristikverlagen begriffen, dass man sich dem digitalen Zeitalter anpassen muss, um nicht als Verlierer dazustehen. So finden sich beispielsweise Publikationen von de Gruyter und Oxford University Press neben von Natur aus aufgeschlossenen Kleinverlagen im Sortiment von PaperC.

Und warum machen die Verlage das mit?

Fröhlich: Heute werden Fachbücher an den Unis seitenweise kopiert – dafür bekommen die Urheber aber nur Peanuts von der VG Wort, die von den Betreibern der Kopiererläden Gebühren erhebt. Und für Ausdrucke von illegal eingescannten Büchern bekommen sie gar nichts.
Hofmann: Wenn die Verlage die Bücher dagegen auf PaperC einstellen, verdienen sie mehr! Denn wir gehen davon aus, dass viele Nutzer die individualisierten Bücher weiterhin ausdrucken wollen. Und für einen Ausdruck müssen sie nach wie vor zahlen – etwa 10 Cent pro Seite. Und zwar nicht an die VG Wort, sondern an uns. Wir wiederum beteiligen die Verlage an den Einnahmen.

Ist es Ihnen schwer gefallen, die Verlage rumzukriegen?

Hofmann: Das erste Gespräch war in der Tat sehr schwierig: Da haben uns die Geschäftsführer erstmal einen Vogel gezeigt, sich dann aber nicht wie geplant 45 Minuten, sondern drei Stunden für uns Zeit genommen.
Fröhlich: Und dann haben wir denen das Gesicht gewaschen und die Augen geöffnet. Inzwischen will eigentlich jeder mit machen. Übrigens auch viele mittelständische Verlage, denen es sonst viel schwerer fällt, ihre Bücher an den Mann zu bringen.

Quelle: wiwo.de – Gründerraum

Die Online-Bibliothek lässt sich nach Autor, Titel, Verlag und ISBN durchsuchen. Ob die Suche auch eine Volltextsuche ist, die Begriffe innerhalb der Bücher sucht oder nur mit Tags (Schlagworten) arbeitet, konnte ich noch nicht feststellen.

Der Such-Filter unterscheidet zwischen Autor, Titel, Verlag und Meistgelesen. Hier fehlt eindeutig noch eine Kategorisierung nach Genre bzw. Fachgebieten. Es würde das Stöbern deutlich vereinfachen, wenn sich beispielsweise der Germanist in der Germanistikecke und der BWLer in der Wirtschaftsecke umsehen könnte.

Am Design und der Benutzerfreundlichkeit lässt sich hier nichts bemängeln. Die Bücher werden im Flash-Reader schnell und gut lesbar angezeigt.
Die Dienste (Drucken, Zitat, Notizen, Kopieren, Taggen und Seiten kaufen) kosten alle einheitliche 5 cent.
Will man ein ganzes Buch kaufen werden dementsprechend 5 cent x Seitenanzahl fällig. Die einzige Kritik an der eigentlich sehr fairen Preispolitik: Warum zahlt man für das "Taggen" ebenfalls 5 cent?

 

Fazit:
Ein vielversprechendes Projekt, das eine kleine Revolution im Uni- und Wissenschaftssektor darstellt und gute Chancen auf die Marktführerschaft in diesem Sektor hat. Mit dem sechsstelligen Investment vom Technologiegründerfonds Sachsen, wachsendem Sortiment und kleinen Verbesserungen dürfte aus dem kleinen StartUp-Unternehmen ganz fix eine etablierte Institution werden.


Wenn ich durch meine Semmelstatz scrolle, fällt mir immer wieder auf, dass viele Besucher intern nach bestimmten Buchtiteln suchen. Da ich aber nur eine Art Rundführer in den Weiten des kostenlosen Literaturdschungels im Internet bin und nur Seiten empfehle, die mehrere freie Bücher anbieten, gilt meine heutige Empfehlung einer Suchmaschine, die sich um Einzelnes kümmert.

Literaursuche-lexikus in

Die Volltextbibliothek Lexikus hat nun neben ihrem eigenen Angebot eine Suchmaschine ins Leben gerufen, die nicht nur das eigene Angebot gemeinfreier Literatur durchsucht, sondern auch die anderen großen deutschen Online-Bibliotheken WikiSource, Zeno.org, Project Gutenberg und Gutenberg-DE.
Die Suchmaschine basiert auf der Google-Technik und liefert dementsprechend schnell und ausführlich die Ergebnisse. Somit bleibt demjenigen, der nach digitalisierten Werken sucht, das Herumgehüpfe zwischen den großen Portalen erspart.

Zu den erwähnten Portalen brauche ich sicher nichts mehr sagen, aber Lexikus.de hingegen dürfte einigen noch nicht bekannt sein.

Die Online-Bibliothek des Lexikus.de-Verlages digitalisiert überwiegend historische Werke, deren Erscheinungsjahr zwischen 1780 und 1930 liegt.
Da schon eine ausführliche Beschreibung des Projektes existiert, verweise ich auf den Artikel von Benjamin Rosendahl. Aktuelle News über das Projekt gibt's im dazugehörigen Blog.

Nur eines kann ich mir nicht verkneifen: Schade, dass auch hier das Design und die Lesefreundlichkeit wie beim deutschen Gutenberg nur mit mangelhaft zu bewerten sind. Die Schrift ist eindeutig zu klein, um in Ruhe ganze Bücher zu lesen. Und eine Druckfunktion fehlt gänzlich.

Da es sich bei den meisten Texten aber vorwiegend um historische Werke handelt, die meist zur Recherche oder aus Neugier durchstöbert werden, drücke ich nochmal ein Auge zu und spreche meine Empfehlung aus. Vor allem weil es durch die enge Zusammenarbeit mit der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern und den Buchpatenschaften zum Erhalt wichtiger historischer Bücher ein sehr löbliches Konzept ist, was der Herr Hans-Jürgen Herbst ins Leben gerufen hat.
Das Angebot ist keine Kopie von schon Vorhandenem, sondern eine gute Ergänzung auf dem Gebiet der freien Digitalisate.

 

Wir ertrinken in Informationen und hungern nach Wissen.
(John Naisbitt)

Vielleicht bewahrt die Suchmaschine ja den einen oder anderen vor dem Ertrinken. Wink Smile in

 

Lyrikline 20- 20Lyrik 20International 20Poetry 20international in

Anlässlich des bevorstehenden 10. Geburtstags widme ich diesen Beitrag dem Lyrikerportal Lyrikline.org.

Die Gegenwartslyrik verliert traurigerweise zunehmend an Bedeutung und besonders der Blick auf den Buchmarkt macht es überdeutlich, Lyrik lässt sich nicht mehr verkaufen. Die Folgen sind nicht gerade unbedeutend, denn je weniger Lyrik verbreitet wird, desto weniger Rezeptionsmöglichkeiten gibt es. Greifen wir heute noch auf unzählige großartige Dichter des 19. Jahrhunderts zurück, schwindet es mit den Poeten des 20. Jahrhundert merklich um im 21. Jahrhundert ein „Nischendasein“ zu fristen. Der große Conrady wird sozusagen immer kleiner.
Aber stirbt die Dichtkunst wirklich aus oder schlägt sie nur neue Wege ein?
Vorgetragene Lyrik als gesellschaftliches Ereignis erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Man möchte den Dichter selbst sehen und hören, wenn er seine poetisch formulierten Gedanken und Gefühle offenbart. Schließlich geht es in der Dichtung vorrangig um Klang, Rhythmus und Intonation. Besonders auf den Poetry Slams lässt sich verdeutlichen, wie Lyrik wieder zum Event werden kann.

Diese Überlegung brachte schließlich die Literaturwerkstatt Berlin im Jahre 1999 dazu, das Projekt Lyrikline.org ins Leben zu rufen, um Poesie für jeden jederzeit und überall auf der Welt verfügbar zu machen.

Das Portal präsentiert nicht nur den reinen Text, sondern nutzt die vielfältigen multimedialen Möglichkeiten des Internet und lässt den Autor selbst lesen.

Eine Foto- und Textpräsentation sollte dem jeweiligen Hörerlebnis ein Gesicht verleihen.
lyrikline.org ist eine Initiative der literaturWERKstatt berlin. Das Lektorat wird durch einen mehrköpfigen Programmbeirat, der sich aus den Trägern zusammensetzt, sowie einen jährlich zu benennenden Autoren ergänzt. Die Beratung bei der Auswahl der ersten sechzehn Autoren hat die Lyrikerin Elke Erb übernommen, im Jahr 2000 beriet der Dichter Gerhard Falkner.

Das erklärte kulturpolitische Ziel von lyrikline ist es, über den multimedialen Erlebnischarakter, den das Internet bietet (Text, Bild, Ton), den Verbreitungs- und Bekanntheitsgrad sowie die Rezeptions- und Verkaufsmöglichkeiten von deutschsprachiger Lyrik weltweit zu mehren.

lyrikline.org möchte in anderen Sprachräumen Partner gewinnen, die eine lyrikline.org-,Abteilung’ ihrer Sprache aufbauen möchten und sich am gemeinsamen Übersetzungsmodus beteiligen. So entsteht sukzessive ein internationaler Arbeitszusammenhang, der den unmittelbaren Zugang zur Lyrik aller Sprachen gewährleistet und den internationalen poetischen Dialog erneuert. Der Internetnutzer kann dann das fremdsprachige Gedicht als unbeschädigtes, originales Kunstwerk hören und wie in einer zweisprachigen Ausgabe die Übersetzung lesen und mit dem Original vergleichen.

Natürlich will lyrikline.org dem Buch nicht den Platz streitig machen, es ersetzen oder abschaffen, denn die physische Präsenz des Buches und die Beziehung, die man zu ihm aufbauen kann, ist von einer ganz eigenen, unerreichten Qualität. Es geht vielmehr darum, ein neues Medium in einen Multiplikator bei der Verbreitung von Poesie zu verwandeln.

Quelle: Projektidee

Die Auswahl der aufgenommenen Dichter „basiert auf Vorschlägen der Träger und wird in Abstimmung mit dem jeweiligen Kurator getroffen“.

Seit der Gründung im November 1999 verzeichnete die Seite über 4 Millionen Besucher aus 120 Ländern und bekam 2005 den Grimme-Online-Award verliehen.

Seit neuestem gibt es auch eine neue Übersetzungssprache: Esperanto. Die ersten Dichter in der „Weltsprache“ sind die ungarischen Autoren István Kemény und Peter Zilahy.

Das zehnte Jubiläum wird in Berlin zusammen mit internationalen Partnern mit einer Festwoche gefeiert. Vom 26. bis zum 31. Oktober wird in Berlin und weltweit das Projekt mit zahlreichen Veranstaltungen geehrt.

Bleibt mir abschließend nur noch zu sagen:
Vielen Dank an die Träger und Partner für dieses beispiellose Projekt, das nicht nur Lyrik aus ihrem Nischendasein befreit, sondern Kulturen verbindet.
Auf weitere 10 Jahre!

 

Logobibl in Manch einem, der sich für PDAs und Handhelds interessiert, dürfte noch das beam Magazin, ein mittlerweile eingestelltes Online-Projekt von Christoph Kaufmann, ein Begriff sein. Ein zweites Standbein baute sich der Betreiber ab 2004 mit der eBook-Bibliothek beam auf.
Seine Weitsicht in Bezug auf den E-Book-Markt machte sich schließlich bezahlt und der Shop kann sich in der mittlerweile hart umkämpften Branche immer noch behaupten.
Die lange Erfahrung vor dem Boom macht sich im Detail schnell bemerkbar, denn die Struktur und das Angebot der Seite lassen mir auf den ersten Blick keinen Platz zum Meckern. Auch die Tatsache, dass alle Bücher ohne das umstrittene und mittlerweile doch eher verpönte DRM angeboten werden, Für mich ein dicker Pluspunkt.
Über die Preise kann man sich natürlich streiten, aber hinter „beam“ steckt auch kein riesiger Konzern oder Verlag, der Bestseller zu Spottpreisen anbieten kann.
Dafür findet sich als Bonbon für den Leser, und das löblicherweise im Gegensatz zu den großen E-Book-Händlern, eine große Anzahl kostenloser Bücher.

Unter der Rubrik Gratis eBooks finden sich einige E-Books in den Formaten PDF, mobipocket und ePUB. Die Palette reicht von Büchern unbekannter Autoren, über Lexika und Sachbücher bis hin zu illustrierten Sherlock Holmes-Romanen.
Da „beam“ offizieller E-Book-Partner für die Perry Rhodan-Veröffentlichungen ist, bekommt man hier natürlich auch die kostenlose Jubiläumsausgabe der Science Fiction-Kultromane.
Also, ein Blick in das kostenlose Angebot lohnt sich allemal und auch das kostenpflichtige, mehrsprachige Bücherangebot kann überzeugen.
Aktuelle News rund um die Bibliothek findet ihr im beam Journal.

P.S.: Um beispielsweise Perry Rhodan auch auf dem PC lesen zu können (hat ja nicht jeder ein iPhone, Handheld, Reader o.ä.) empfehle ich den E-Book-Reader und -Konverter Calibre. Er unterstützt eine Vielzahl an Formaten, ist Open Source und plattformübergreifend (sprich: das Programm gibt’s kostenlos für Linux, Mac und PC).


Ach, wie schön, dass es noch kreative Werbefachleute gibt. Denn genau diese sind dafür verantwortlich, dass jetzt auf meinem Monitor ein lecker Döner brutzelt und meinem wissenshungrigen Geist regelmäßig Futter liefert:

Reclam 20Literatur 20D C3 B6ner in

Der Reclam Literatur Döner.

 

Der Reclam-Verlag ist seit mehr als 140 Jahren eine Institution in der Literaturwelt. Kompakt, ohne viel Schnick-Schnack und zu erschwinglichen Preisen bietet der Verlag seit jeher Schülern und Studenten die wichtigsten Werke der Literatur nahe. Wer hat sie nicht zu Hause stehen, die kleinen gelben Bücher oder die grünen Heftchen, die einem die schwere Kost verständlicher machen?!

Im Internet versorgt der Reclam Literatur Döner den begierigen Besucher mit Zitaten ausgewählter Werke.
Der Wortspieß dreht sich munter und nach einem Klick auf das gewünschte Zitat, erscheinen Informationen zu Autor, Titel und eine kleine Inhaltsbeschreibung. Außerdem kann man seinen eigenen Döner mit den Lieblingsworten füttern.
Grau hinterlegte Tags wechseln den Spieß und bringen neue Worte weiser Wesen auf den Bildschirm.

Die Zitate in seinem eigenen Döner lassen sich in ein PDF umwandeln, dass sich als kleines Reclam-Heftchen auf den heimischen Rechner, den E-Book-Reader oder den Drucker laden lässt.

Rundum gelungene Seite und eine herrliche Unterstützung meiner Sucht nach Zitaten!

 

„Was ich weiß, kann jeder Wissen. Mein Herz hab’ ich allein.” – Goethe

 

Bild 203 in So ziemlich jeder Student kennt heutzutage das Problem: Der Geldbeutel ist leer und Fachliteratur ist teuer.
Also rennt man in die Bibliothek, nur um festzustellen, dass das Buch entweder schon verliehen oder nicht ausgeliehen werden darf. Also rennt der gestresste Student zum Kopierer und kopiert sparsam. Dann stellt man fest, dass einem Abschnitte fehlen und rennt wieder in die Bibliothek. Spätestens nach dem dritten Mal, siegt die Frustration und der unausweichliche Weg in die Uni-Buchhandlung folgt und die letzten Groschen werden aus den Socken geschüttelt.

Die BookBoon Company (ein Projekt der dänischen Firma Ventus Publishing ApS)versucht mit dem Studentensupport Abhilfe zu leisten und bietet auf ihrer Seite kostenlose E-Books im PDF-Format für Studenten an. Natürlich findet man hier nicht die Standardwerke wissenschaftlicher Literatur für lau, dafür aber qualitativ hochwertige wissenschaftliche Bücher, die ausschließlich für Studentensupport geschrieben und entwickelt wurden.

Finanziert wird das Projekt durch Werbung auf ca. jeder dritten Buchseite. Diesen Kompromiss sollte man eingehen können, wenn dafür Fachliteratur gratis auf seinem Computer oder dem Reader landet.
Gerade  beim wissenschaftlichen Arbeiten zieht man E-Books, aufgrund der nützlichen Zusatzfunktionen (Suchfunktion, Kommentarfunktion, Copy&Paste), dem Pendant aus Papier vor.

Der Bestand ist noch nicht riesig, aber er soll beständig erweitert werden.
Studenten der Geisteswissenschaften finden hier leider keine Literatur. Aber Studierende der Ingenieurswissenschaften, Informatik, Wirtschaft und Finanzen dürften hier fündig werden.
Die Publikationen sind größtenteils in englischer Sprache.
Bisher gibt es Bücher aus folgenden Kategorien:

  • Betriebswirtschaft (2)
  • Biologie (2)
  • Buchhaltung (11)
  • Chemie (8)
  • Differenzial- und Integralrechnungen (33)
  • Elektrotechnik und Elektronik (2)
  • Energie & die Umwelt (3)
  • Finanzierung (9)
  • Informatik (16)
  • Ingenieurwesen (9)
  • Karriere (1)
  • Komplexe Funktionentheorie (9)
  • Management (33)
  • Makroökonomie (11)
  • Marketing (14)
  • Mathematik (4)
  • Mikroökonomie (6)
  • Nanotechnologie (1)
  • Organisation (6)
  • Statistik (7)

Quelle: NetReview

Da die Semesterferien kurz bevorstehen, kann man sich hier Home-sec-r in gleich nach kostenlosen Reiseführern (in englischer Sprache) umsehen.

 

Symbol in Die Blogger-Gemeinde wird ihn mit Sicherheit nicht nur als Autor des Bestsellers "Der Alchimist" kennen. Community-Nerds haben diesen Mann wohl auch desöfteren in den Freundeslisten ihrer Freunde entdeckt (nicht sonderlich unwahrscheinlich, wenn man sich einmal die Liste seiner Communities betrachtet. Vielen Verlegern ist dieser Mann gewiss ein Dorn im Auge. Internetpiraten, die OpenSource-Gemeinde und Literaturbegeisterte lieben ihn hingegen.

Der brasilianische Bestsellerautor Paulo Coelho ist ein großer Fan der Internetkultur und genießt die dadurch entstandene Nähe zu seinen Lesern:

Mit dem Internet hat jeder die Möglichkeit, sein Ideen mit anderen im Netz zu teilen. Das bewirkt natürlich erst einmal ein großes Chaos. Ja. Aber auf der anderen Seite demokratisiert es auch. Es stärkt die Menschen, sich auszuprobieren. Das Internet fördert Kreativität. Im Gegensatz zur Passivität des bisherigen Medienkonsums, schreiben wir heute unsere Meinungen und Gedanken in Kommentaren unter den Beiträgen auf den Webseiten.

aus: Interview im Tagesspiegel

Doch dieser Ideenaustausch ist nicht der Hauptgrund für die massive Beliebtheit und Popularität Coelhos.
Seine Position in der Diskussion um die Bedrohung des Internet für die Buchkultur ist eindeutig. Wenn man sich der Technologie nicht anpasst und stattdessen mit Gesetzen und Strafen verzweifelt gegen den Wechsel ankämpft, so wird man früher oder später daran zerbrechen.

Der Autor hat das schon vor längerer Zeit realisiert und getan. Er gab sich als Internetpirat aus und veröffentlichte in dem Blog Pirate Coelho Links zu seinen Büchern in Filesharing-Netzwerken. 2008 löste er die ganze Sache dann auf und gewann wieder ein Stück Popularität.
Ebenso wirkungsvoll, paradoxerweise auch für die Verkaufszahlen, entpuppte sich der freie Download des "Alchimisten" in russischer Sprache auf seiner Homepage. Hatte er davor noch Absatzschwierigkeiten auf dem russischen Buchmarkt, so vervielfachten sich die Verkaufszahlen des Bestsellers schon kurze Zeit später.
In meinen Augen ist das auch völlig logisch. Ich lese das Buch in digitaler Form und wenn es gut ist, dann muss ich es auch im Bücherregal stehen haben.

Konsequenterweise hat Coelho schon vor Jahren “Piratenlinks” auf seine Seite gestellt (die brasilianische und internationale Blogosphäre und Presse kommentiert das, seit er im Januar 2008 öffentlich darüber sprach.) Der literarische Popstar weiß -wie gesagt- aus Erfahrung, dass Bücher im Wert steigen (können), wenn sie im Netz veröffentlicht werden. Doch Bücher seien letztlich nur Schiffe für den Transport von Ideen, im Kern ginge es immer nur darum, Ideen zu teilen. “The more you give, the more you gain.”

Und dann referiert er in schönster Lawrence Lessig Manier,

  • dass die Gesetze immer den Technologien angepasst werden müssen,
  • dass Medien und Verwertungsindustrien sich allzu schwer tun, das Offensichtliche -den Paradigmenwechsel- zu begreifen,
  • dass ihm schleierhaft ist, warum einige Produzenten im Netz den Feind statt die Herausforderung zur Entwicklung neuer Vertriebsstrategien sehen.
  • dass schon die Musikindustrie bisher nur Schlachten (z.B. gegen Napster), nicht aber den Krieg gewonnen habe. Und so weiter.

Wenn sie wenigstens so clever gewesen wären, damals, 2001, für jeden Musikdownload im Internet 0.05 Cent zu verlangen – statt all die Anwälte zu bezahlen! Niemanden hätte es gestört, glaubt Coelho. Aber sie waren eben nicht clever genug.

“Solange die Produzenten sich weigern, Terrain an die vorgeblich passiven Konsumenten abzutreten, werden sie Publikum verlieren.” … “Giordano Bruno wurde dafür bestraft, seine Idee zu verkünden. Heute wird man dafür bestraft, wenn man das nicht tut.”

aus: Paulo Coelho: Ein Alchimist der "Piraterie" von


Ich wollte euch nur aufmerksam machen auf die kostenlosen E-Books von Paulo Coelho. Qualität hat eben nicht immer seinen Preis.

In zahlreichen Sprachen findet man die Bücher Coelhos zum Gratis-Download in dem Pirate Coelho-Blog.
In dem box.net-Widget auf der rechten Seite finden sich, neben den erwähnten Links, nach kurzem Scrollen die deutschen Ausgaben von

  • Elf Minuten
  • Handbuch des Kriegers des Lichts
  • Der Zahir
  • Der Wanderer
  • Der fünfte Berg
  • Der Dämon und Fräulein Prym

und den Alchimisten zum kostenlosen Download.

Das dürfte erstmal genug Lesestoff bieten.
Viel Spaß damit!

 

Und wieder ist es soweit, die weltgrößte Messe für elektronische Bücher startete zum vierten Mal am 4. Juli in der virtuellen Messehalle worldebookfair.org.

World-ebook-fair-logo in Die Messe wurde vom Project Gutenberg ins Leben gerufen und erfreut sich reger Beteiligung durch andere Projekte, wie z.B. dem Internet Archive oder der World Public Library. Die zur Verfügung gestellten Bücher stehen größtenteils im pdf-Format zum Download bereit. Der große Vorteil an dieser Messe gegenüber den sonstigen Archiven ist, dass eine Vorauswahl getroffen wurde und nur die qualitativen Bücher zum Herunterladen angeboten werden.

eBook readers will have over 2 million to pick from:

~1.5 million from http://www.archive.org
~ .5 million from http://www.worldpubliclibrary.org
~ .13 million from http://ebooksabouteverything.com
~ .11 million from the various Gutenberg servers
~ .01 million from various other eBook sites
===== ======= ==================
~2.5 million eBooks Grand Total

aus: Pressemitteilung

Das ist wahrlich eine ganze Menge Literatur. Und diese steht für einen Monat allen zum kostenlosen Download zur Verfügung. Also stöbert und nutzt die Zeit, um eure Bibliothek aufzubessern. Nach der Messe kostet der Zugriff knappe 9 Euro Jahresbeitrag.

Die meisten Bücher sind natürlich in englischer Sprache, aber auch deutsche E-Books lassen sich finden. Zusätzlich zu den zweieinhalb Millionen E-Books liegen noch eine halbe Million Audio- und Videodateien auf den Servern.

Viel Spaß beim Füttern eurer Festplatten und E-Book-Reader.

 

 

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