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Sie gehört nicht nur als Frau des DDR-Schriftstellers Erwin Strittmatter zu den wichtigsten zeitgenössischen Lyrikerinnen. Jeder, der sich für deutsche Poesie interessiert, kennt die intensiven Gedichte Eva Strittmatters. Die ostdeutsche Lyrikerin verstarb kürzlich mit 80 Jahren am 3. Januar 2011 in Berlin. Durch ihre Gedichte lebt sie für immer weiter. In ihrer Lyrik verarbeitet sie auf offene und schonungslose Weise in eindrucksvoller Naturmetaphorik ihre Erlebnisse und Gefühle, ohne je kitschig oder banal zu werden. Viele Tausende Leser finden ihre eigene Gefühlswelt in dieser sensiblen bildhaften Lyrik und den bewusst positionierten Reimgebilden wieder. Dabei sind auch Ihre Gedichte aus dem frühen Werk aktuell und modern, weil sie von den zeitlosen, großen Themen handeln. Sie schreibt über die unausgesprochenen Träume, Ängste und Hoffnungen auf eine geheimnisvolle aber deutliche Weise. Wer Eva Strittmatter noch nie gelesen hat, sollte jetzt damit anfangen.

Wie Mondschnee auf den Wiesen...(Bildquelle: Michael Peter, aboutpixel.de)*

Eva Strittmatter – Leben und Werk online
Aus diesem Anlass sammle ich Tipps, wo man Eva Strittmatter online lesen und sich mit ihrem umfangreichen lyrischen Werk und Leben beschäftigen kann. Der Wikipedia-Eintrag über die Dichterin eignet sich gut, um einen Überblick ihrer Lyrik-Bände zu erhalten und sich über ihre Lebensdaten zu informieren. Fast alle ihre Bücher sind beim Aufbau-Verlag erschienen, und können dort direkt bestellt werden. Auch auf den Internetseiten des Verlages finden sich nicht nur biografische Hintergründe über ihr Leben auf einem Hof in Brandenburg, sondern auch Presse-Stimmen zu ihren Texten.

Die Journalistin Irmtraud Gutschke verfasste in der Zeitschrift Neues Deutschland einen lesenswerten und sehr sensiblen Nachruf auf die beliebte Dichterin. Beide lernten sich 2008 gut kennen, weil Gutschke Eva Strittmatter für einen Band über ihr Leben interviewte. Erschienen ist der sensible und offene Lebensbericht „Aus Leib und Leben“ als Taschenbuch beim Aufbau-Verlag als Unterhaltung zweier befreundeter Frauen. Für alle, die Eva Strittmatter aus ihrer eigenen Sicht kennen lernen wollen oder ihre Gedichte mögen, ein empfehlenswertes Buch über ein intensives Leben in drei deutschen Gesellschaften.

Wer neugierig auf die Gedichte Eva Strittmatters geworden ist und eine Leseprobe möchte, der findet hier einige Texte zum ersten Einlesen. Für weitere Tipps, wo man Eva Strittmatter Gedichte online lesen kann, bin ich jederzeit offen und dankbar. Kontaktiert mich einfach oder nutzt die Kommentar-Funktion.

* Bildquelle: Michael Peter, aboutpixel.de

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Es wird wieder lyrisch

Apollo mit einer Lyra



Nachdem ich in letzter Zeit die größeren kostenlosen Lese-Portale vernachlässigt habe, kümmere ich mich diesmal wieder um eines der größeren Projekte:

Die deutsche Gedichtebibliothek.

Den Untertitel “Gesamtverzeichnis deutschsprachiger Gedichte” finde ich persönlich etwas gewagt, vor allem weil die Gedichte, für die keine Veröffentlichungsrechte vorliegen älter als 70 Jahre sein müssen. Und da die Seite sich im ständigen Aufbau befindet…aber gut, wir wollen ja nicht kleinlich sein :-)

Ich als Lyrikbegeisterter könnte mich stundenlang auf dieser Seite verlieren.
Laut eigener Aussage befinden sich derzeit über vierzigtausend Gedichte im Fundus der Bibliothek. Das sollte für ein paar Tage reichen.

Den Großteil der versammelten lyrischen Ergüsse machen natürlich die klassischen Wortakrobaten aus, wie z.B.
-
Goethe
-
Eichendorff
-
Rilke
oder
Storm.

Zu jedem Dichter gibt es zusätzlich eine Kurzbiografie und ein Foto des Schreiberlings.
Sehr gut finde ich auch, dass Gedichtbände noch einmal gesondert erwähnt und aufgelistet werden.

Leider fehlen wieder einmal genaue Quellenangaben.

Wenn man genauer hinsieht entdeckt man auch ab und zu ein besonderes Schmankerl der Seite, das hoffentlich in nächster Zeit zunimmt. Neben Goethes “Abendlied” beispielsweise kann man einen kleinen Lautsprecher erkennen, der nach Betätigung auf die vorgelesene Variante des Gedichts verweist.
(Kleiner Tipp an die Seitenbetreiber: ich würde das bei der Einzelansicht der Gedichte auch vermerken)

Neben den Klassikern besteht für die Schreibenden unter den Besuchern der Seite auch die Möglichkeit eigene Gedichte in der Bibliothek zu veröffentlichen.
Diese findet man dann unter
Zeitgenössisches. Warum das Mindestalter auf 21 Jahre beschränkt ist, wüsste ich zwar gern, aber die Redaktion hat sicher plausible Gründe dafür.
Unter den selbst veröffentlichten Gedichten finden sich, dank redaktioneller Bearbeitung, auch ab und zu kleine Lyrikperlen.

Das Design der Seite erinnert mich im ersten Moment ein wenig an eine Tageszeitung, aber gerade das empfinde ich als positiv. Schlichte Farben, gut lesbare Schrift und Werbung findet sich auch nur auf der rechten Seite, die sich mit einem guten Werbeblocker auch verbergen lässt.
Eine gute Idee, aber momentan eher etwas störend, ist das Verlinken bestimmter Tags innerhalb eines Gedichts. Wenn das “getaggte” Wort nicht dauerhaft, sondern nur beim “Mouseover” unterstrichen wird, dann würde es den Lesefluss nicht stören.
Ansonsten finde ich die Navigation der Seite sehr gelungen. Tag-Funktionen, Zufallsgedichte, Autorenverzeichnis und auch die Rubrik “Selten gelesen” machen das Schmökern abwechslungsreich und angenehm.

Für die Interaktion zwischen Seite und Leser kann jedes Gedicht kommentiert und mit bis zu vier Sternen bewertet werden.

Neben der Kommentar- und Druck-Funktion findet sich natürlich auch der fast schon obligatorische Social-Bookmarks-Link.

Ein sehr nützliches Lexikon für die Analysten, Schüler oder Studenten unter den Lesern bietet die Fachtermini-Sektion, in der die wichtigsten Begriffe der Lyrik-Analyse erläutert werden.

Mein Fazit:
Für alle, die nach kostenloser Lyrik im Internet suchen, sollte diese Seite die erste Anlaufstelle sein.
Design: gut. Inhalt: gut. Nutzerfreundlichkeit: gut.

 

Abschließend noch eines meiner Lieblingsgedichte:

Die Nacht

Wie schön, hier zu verträumen
Die Nacht im stillen Wald,
Wenn in den dunklen Bäumen
Das alte Märchen hallt.

Die Berg im Mondesschimmes
Wie in Gedanken stehn,
Und durch verworrne Trümmer
Die Quellen klagend gehn.

Denn müd ging auf den Matten
Die Schönheit nun zur Ruh,
Es deckt mit kühlen Schatten
Die Nacht das Liebchen zu.

Das ist das irre Klagen
In stiller Waldespracht,
Die Nachtigallen schlagen
Von ihr die ganze Nacht.

Die Stern gehn auf und nieder -
Wann kommst du, Morgenwind,
Und hebst die Schatten wieder
Von dem verträumten Kind?

Schon rührt sichs in den Bäumen,
Die Lerche weckt sie bald -
So will ich treu verträumen
Die Nacht im stillen Wald.

Joseph Freiherr von Eichendorff

 

Viel Spaß beim Stöbern!

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Augenschmeichelei hoch2

 

Da ich auf meiner Reise durch die Blogs auf diese kleine Perle gestoßen bin, wollte ich euch das nicht vorenthalten.

Jeder der dem hektischen Alltag mal für ein Weilchen entfliehen möchte oder einfach nur ein paar gut ausgewählte Gedichte lesen will, sollte mal bei der lyric gallery reinschauen.

Die Autorin stellt hier im Gemeinschaftsprojekt Gedichte von bekannten und unbekannten Autoren vor. Und damit man nicht nur was zu lesen sondern auch was zum bloßen Anschauen genießen kann, gibt es zu jedem Gedicht eine passendes Bild aus den Bereichen Fotografie und Malerei. Die Seite erzeugt eine angenehm ruhige Stimmung, die zum Lesen und Verweilen einlädt.

Besonders gefällt mir, dass die Poeme der bekannten Dichter eben nicht die üblichen Verdächtigen sind, sondern mit einem offenen Auge aus den Büchern gefischt wurden.

Wer selbst schreibt, der kann seine lyrischen Ergüsse auch an die Autorin der Seite schicken und erscheint vielleicht auch bald illustriert in ihrem Blog.

Einen kleinen konstruktiven Kritikpunkt kann ich mir nur grad nicht verkneifen: Ich finde die Bilderrahmen könnte man etwas reduzieren oder ganz weglassen. Aber gut, das ist mein subjektives Empfinden ;)

Zum Schluss ein lyrisches Schmankerl, das ich beim Stöbern in dem Blog entdeckt hab:

 

Siehe auch ich – lebe

Also ihr lebt noch, alle, alle, ihr,
am Bach ihr Weiden
und am Hang ihr Birken,
und fangt von neuem an,
euch auszuwirken,
und wart so lang nur Schlummernde,
gleich mir.

Siehe, du Blume hier, du Vogel dort,
sieh, wie auch ich von neuem mich erhebe …
Voll innern Jubels treib ich Wort auf Wort …
Siehe, auch ich, ich schien nur tot.
Ich lebe!

Christian Morgenstern
1871-1914

 

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