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Dörte hat einen wirklich miesen Spitznamen, besonders weil Dörte männlich ist. Aber eigentlich passt dieser hervorragend zu seinem verkorksten Leben.
Kein Job, kein Antrieb, einen Mitbewohner, der auch keine Hilfe darstellt, aber dafür eine ganze Menge Chaos.
Das alles könnte man ja noch mit Lethargie überspielen, aber dann soll Dörte in Hartz IV eingestuft werden. Also muss ein dritter Mitbewohner her.
Darauf schalten Dörte und sein Mitbewohner und Namensgeber Mick eine Zeitungsanzeige, den Auslöser für den längst überfälligen Umbruch in Dörtes Alltagstrott.
Zufällig stieß ich in den Weiten meiner Timeline auf den Account von @DoertesWelt. Eine schlichte Aufmachung, die scheinbar sehr stark vom "Kleinen Prinz" inspiriert wurde, lenkt die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche:
Das Buch im Blog.
Kein großer Community-/Mitmachkram, keine Werbung für das Buch bei Amazon. Hier wird sich auf das Essenzielle beschränkt, was ich als sehr lobenswert hervorheben möchte.
Die Navigation durch die Kapitel könnte noch einfacher und intuitiver gestaltet werden, das Anwählen der Kapitel über eine einzige Übersichtsseite hätte man über eine Seitenleisten-Navigation oder "nächstes Kapitel"-Links am Ende der Seite lösen können.
Auch wenn ich gerade die Beschränkung auf die reine Textpräsentation lobte, empfände ich Illustrationen für die Kapitel als willkommene Auflockerung.
Außerdem würde ich mir eine kurze Bio des Autors/der Autoren wünschen. Aber dazu hat jeder Leser seine eigene Meinung.
Die Lesbarkeit der Texte liegt im gesunden Mittelmaß, also nichts zu beanstanden oder als besonders lobenswert hervorzuheben.
Die Druckfunktion funktionierte bei mir leider nicht. Die Möglichkeit, das Buch oder einzelne Kapitel des Buches als PDF zum Download anzubieten, wäre (trotz iPad & Co.) wünschenswert.
Soviel zu Form und zum Design.
Die Geschichte selbst eignet sich wunderbar zum "Nebenherlesen". Die Sprache ist frisch, eingängig und nicht überfordernd anspruchsvoll. Die Geschichte fließt mit einer angenehmen Leichtigkeit dahin und am Ende des Kapitels fühlt man sich gut unterhalten und freut sich auf die nächste kleine Geschichte, die sich in den großen Kontext einbettet.
Der Humor entsteht meist durch die Situation und weniger durch besonders kreative Wortwahl …
Ach, wisst ihr was?!
Quelle Grafik: Screenshot Homepage
Hier ein kleiner Tipp, der mir per Mail zugetragen wurde und den ich gerne unterstütze, da ich schon immer ein Fan von guten Web 2.0-Projekten war…
"Es gibt Momente im Leben, bei denen man nicht genau weiß, ob man nun träumt oder alles tatsächlich wahr ist – und genau so ein Moment war dieser Montagmorgen im Februar."
Mit diesem Satz begann das Projekt Penopolis, ein Buch, das jeder mitschreiben kann und kostenlos zum Lesen im Internet veröffentlicht wird.
Willkommen bei Penopolis – dem einzigartigen Ort im Netz, an dem jeder seiner Kreativität freien Lauf lassen kann! Bei Penopolis stand nur der erste Satz fest, wie sich die Story, Kapitel für Kapitel, weiterentwickelt schreibt und entscheidet Ihr, die Co-Autoren und die Community.Aus einem Anfangssatz entstand so bisher eine Geschichte um Lene, eine eher erfolglose Schauspielerin, die zufällig in einen Mord verwickelt wird: Eine Joggerin stirbt in ihren Armen; erschossen. Doch bevor sie stirbt, hinterläßt sie Lene einen USB-Stick und einen Auftrag…
Was mit Lene weiter geschieht, was es mit dem USB-Stick auf sich hat und wer der Mörder ist – das liegt weiterhin an Euch! Jeder kann mitschreiben – oder wer lieber liest als schreibt kann mit abstimmen, welches Kapitel es ins Buch schaffen soll und die Geschichte weiterschreibt.Pro Kapitel gilt: Drei Tage Schreibzyklus und ein Tag Voting. Der aktuelle Zyklus und seine Dauer sind rechts als Wecker dargestellt.
Eine kleine Korrektur: Nur der aktuelle Schreibzyklus dauert noch knapp 2 Tage, danach wird für 24 Stunden abgestimmt, welche Kapitelversion als 7. Kapitel in unseren Kollektivroman einziehen wird.
Insgesamt geht unser Projekt über 30 Kapitel, es ist also noch genügend Zeit, mal vorbeizuschauen und mitzumachen. Daten werden bei uns nicht für Werbezwecke benutzt oder an Dritte weitergegeben, wir freuen uns natürlich als neue Plattform über jeden, der an unserem Projekt teilnimmt!
Dieser Roman wird nicht nur online gelesen, sondern auch online geschrieben.
Die Autorin Karen Wiborg schreibt einen Fortsetzungsroman in ihrem Blog.
Unter dem Titel 60° veröffentlicht sie häppchenweise die Geschichte der Konditorin Josephine Klein, die in New York ihr berufliches Glück mit der Herstellung von Hochzeitstorten sucht. Die Geschichte beginnt zeitgleich mit dem Blog am 1. Januar 2009 und soll nach einem Jahr am 31. Dezember fertiggestellt werden.
Die Story erinnert stark an Serien wie "Sex and the City" und "Friends".
Wovon handelt Ihr Buch?
WIBORG: Es ist ein Frauenroman. Die Hauptdarstellerin Josephine zieht von Deutschland nach New York. Sie ist Konditorin, auf Hochzeitstorten spezialisiert. In New York versucht sie ihr Glück und erlebt allerlei kuriose Männergeschichten.Das hört sich ähnlich an wie Bridget Jones oder Sex and the City…
WIBORG:Ich bin in der Tat ein großer Fan von Bridget Jones und "Sex and the City". Für meinen Roman nehme ich die Geschichten meiner Freundinnen und meine Erlebnisse als Grundlage.
Auch wenn ich kein großer Fan dieses Genres bin, hat mich der Roman mit seinem unterhaltenden Stil doch gefesselt. Das Buch hat jedenfalls einen männlichen Leser mehr.
Zusätzlich zu den einzelnen Kapiteln dokumentiert Karen die Entstehung des Romans und berichtet von Wortfindungsschwierigkeiten, Recherchen und Inspirationen.
Sehr spannend, die Entwicklung des Romans mitzubekommen. Außerdem hat man als Leser die Chance, durch Kommentare die Story mitzugestalten.
Das Design der Seite ist ansprechend schlicht gehalten, die Schrift könnte vielleicht ein wenig größer sein. Für das gemütlichere Lesen oder zum Ausdrucken bietet die Autorin alle Kapitel komplett und kostenlos zum Download im PDF-Format an.
Da es ein "Live-Buch" ist und nicht das übliche Lektorat durchläuft, schleicht sich hier und da manchmal der Fehlerteufel ein. Finde ich aber weniger störend, sondern eher charmant, weil unverfälscht.
Alles in allem, ein tolles Konzept, eine gelungene Umsetzung und die tägliche Portion suchterzeugender Unterhaltung.
Foto: © Karen Wiborg
<openbook> – Kostenlose IT-Handbücher
Diesmal geht es ausnahmsweise nicht um Belletristik und Klassiker im Netz, sondern um Sachbücher, genauer gesagt Fachbücher, die kostenlos im Internet zur Verfügung gestellt werden.
Ich denke, den Programmierern unter uns erzähle ich hier nichts neues, aber vielleicht kennt manch anderer Galileos <openbook> noch nicht.
Als besonderes Schmankerl bietet der Fachverlag Galileo Press auf seiner Homepage aktuelle Fachbücher aus dem IT-Bereich zur kostenlosen Lektüre und zum Herunterladen an.
Die Fachbücher liegen im HTML-Format vor und sind wirklich vollständige Ausgaben aus dem laufenden Programm des Verlages. Man kann sie also online lesen und um komfortabler damit arbeiten zu können, sie eventuell auf den Stick zu ziehen und immer dabei zu haben, stehen sie einem ebenso zum kostenlosen Download zur Verfügung.
Die Navigation innerhalb des Buches gelingt dank HTML und Hyperlinks ganz gut und auch an der Lesbarkeit habe ich nicht viel auszusetzen. PDF oder andere e-Book-Formate fände ich hier überflüssig, da es mit der html-Variante gut funktioniert.
Natürlich findet man hier nicht die aktuellsten Bücher, die gerade das Druckwerk verlassen haben und noch nach Druckerschwärze duften, aber veraltet sind die Bücher ebenso wenig. Manchmal wurde die Vorgängerauflage hier veröffentlicht, aber selbst diese kann man im Wesentlichen nicht als veraltet und unbrauchbar bezeichnen.
Man kann diesen Verlag wirklich als sehr großzügig bezeichnen, wenn man sich mal die Titelauswahl anschaut. Standardwerke der IT-Branche, wie z.B.
- Visual Basic 2008
- Java ist auch eine Insel
- Windows Server 2008
- Joomla 1.5
- Ruby on Rails 2
- Python
- Plone
- Excel 2007
- JavaScript und AJAX
warten auf ihre wissbegierige Leserschaft.
Außer den Büchern des computing-Sortiments findet man unter Galileo-Design noch ein paar "kleine" Leckerchen für die Designer unter uns, wie z.B.
- Dreamweaver 8
- Das Praxisbuch HDR-Fotografie
- Adobe Photoshop CS2 professionell
Alle Bücher aus dem Online-Sortiment kann man natürlich direkt als Papiervariante für das heimische Regal bestellen, was die meisten Programmierer und Designer sicherlich auch tun werden.
Ich, der nur gelegentlich sein Laienwissen erweitern will, freut sich über die Onlinevariante und das kompakte Fachwissen, das uns hier kostenlos zur Verfügung gestellt wird.
Abschließend kann ich nur sagen, dass wenn auch unsere lieben Belletristik-Verlage diesem Beispiel folgen würden und einfach zwei bis drei gute Bücher komplett online stellen, könnte man sicher den einen oder anderen in das restliche Verlagsangebot locken oder ihn dazu bewegen, das elektronische Buch als Paperback für zu Haus und unterwegs zu erstehen…
Gute Arbeit und ein mutiger PR-Schritt, der sich für den Verlag und für die angestrebte Käuferschaft auf kurz oder lang bezahlt macht.
Eine etwas breitere Randnotiz zur E-Book-Diskussion
Ich überlege schon länger, ob dieser Blogartikel hier überhaupt notwendig ist. Es gibt ja mittlerweile mehr als genug Auseinandersetzungen mit dem Thema. Ganz sicher bin ich mir immer noch nicht. Was soll’s…
Dieser Blog heißt nunmal Bücher Online Lesen, also sollte ich zumindest eine Randnotiz zu dem Thema hinterlassen.
Und mehr soll es auch nicht werden, denn ganz ehrlich: Diese leidige Diskussion bringt uns auch nicht mehr Erkenntnis über die Zukunft des Buchhandels.
Nur Sony, Libreka & Co ernten die gewünschte Medienpräsenz und die Werbefirmen freuen sich wieder mal über erfolgreiches Marketing.
Ersteinmal für diejenigen, die es nicht mitbekamen oder es schlicht und einfach verdrängen:
Was derzeit durch die Medien geistert und den Buchhandel aufreibt ist nicht die erste Diskussion um E-Books:
Im September 2003 stellt die US-amerikanische Buchhandelskette Barnes & Noble den Verkauf von elektronischen Buchdateien – den sogenannten eBooks – ein. Der Betrieb der Plattform lohnt sich nicht mehr. Die Firma Microsoft, die mit dem »Reader« eine Software auf den Markt gebracht hatte, die jahrelang Bestandteil jedes windows-mobile-basierten PDAs war, entwickelt das Programm seit Juni 2003 nicht mehr weiter. Der eBook-Pionier Gemstar, der seinerzeit das Lesen von eBooks auf dem sogenannten RocketBook revolutionieren wollte, stellt ebenfalls 2003 den Verkauf der Geräte ein.
Das eBook war 2003 tot. Der Hype ums Lesen auf batteriebetriebenen Geräten war kurz nach der Jahrtausendwende beendet. Vorbei die Galaveranstaltung eines eBook-Awards in der Frankfurter Oper.
Doch dann kam alles anders, denn dann kam Amazon und brachte im Herbst 2007 mit dem Kindle plötzlich wieder ein neues Lesegerät auf den Markt. Und der eBook-Hype begann erneut.
(Quelle: Das Literaturcafé)
Nun gut, natürlich ist der jetzige Hype schon eher ernstzunehmen, da die Entwicklungen, vor allem im technischen Bereich, schlichtweg ausgereifter sind.
Die Erfindung des Elektronischen Papiers und die Entwicklungen im Reader-Bereich (mir gefällt übrigens der Txtr sehr gut) waren sicher entscheidende Schritte, um eine erfolgreiche Vermarktung des E-Books zu ermöglichen.
Vor allem ist einfach die Gesellschaft offener für technische Innovationen geworden. Die heutige Gesellschaft wird zunehmend digitalisiert und gewöhnt sich nunmal daran, das Bürgeramt im Internet aufzusuchen, sich mit dem Handy über Google Maps in der Stadt zu orientieren oder eben Bücher digital zu erwerben.
Das Interesse am E-Book steigt zunehmend, was Forsa-Studien belegen (>golem). 2,2 Millionen Deutsche wollen sich noch in diesem Jahr ein E-Book zulegen.
Stellt sich nur die Frage wer plant, sich einen dieser Reader für 300 € zuzulegen (oder besitzt ein anderes Gerät zur Darstellung)?
Und ob alle 2,2 Mio ebenfalls wissen, dass ein E-Book ungefähr genauso teuer sein wird, wie das papierne Gegenstück? – Das bezweifel ich.
Und genau da liegt das Buch begraben.(schlechtes Wortspiel, ich weiß
)
Gerade in der heutigen Zeit, in der man sich mehrmals überlegt, wofür man sein Geld ausgibt, findet ein Reader für 300€ beim Normalverbraucher nicht viel Anklang.
Habe ich die Wahl, einen einfachen Belletristikroman für das gleiche Geld im Buchhandel zu erstehen, wie sein elektronisches Pendant im Internet, brauche aber zusätzlich einen Reader, um es unterwegs zu lesen, entscheide ich mich wofür?
Richtig! Das vertraute Paperback, das ich in der Buchhandlung beim Einkaufsbummel in der Innenstadt erstehe. Das gewichtige Buch, dessen Druckerschwärze-auf-Papier-Geruch mir so vertraut ist. Das Buch, dass es vielleicht sogar als Mängelexemplar in der Auslage gibt, weil ein paar Seiten geknickt sind oder der Drucker auf ein paar Seiten nicht mehr so richtig wollte.
Das Buch eben.
Und nach dem Lesen atmet es entspannt in meinem Bücherregal und verrät meinen Gästen sicher viel über mich. (oder es beeindruckt die neue, belesene Bekanntschaft
– zum Angeberthema dieser Kommentar)
Bei der FAZ beschreibt Don Alphonso sehr treffend die Typen, die im Moment potentielle E-Book-Käufer darstellen:
- Informatiker und andere Techniker, deren Fachbücher schnell veralten, und die eine besonders ausgeprägte Neigung haben, sich dergleichen als Download ohne Kosten aus dem Netz zu besorgen. Ich kenne Informatiker, die ganze Bibliotheken auf ihrem Rechner haben, und nie einen Blick hineinwerfen. Der Baudrillard und der Wittgenstein stehen aber weiterhin in Papier im Schrank.
- Manager, Juristen und Berater, die diesen ruckzuck-supermobilen Lebensstil bis in den Buchkonsum ausdehnen. Manche brauchen sogar tatsächlich sowas wie eine Handbibliothek für unterwegs, und gerade juristische Texte müssen häufig ergänzt werden. Es gibt tatsächlich so etwas wie einen kleinen Markt für diese Art Profiliteratur.
- Downloader, die downloaden, weil man es downloaden kann und downloaden cool ist, und damit die 79 Gigabyte ungehörte Musik einen Spielkameraden auf der Festplatte haben, wenn der Downloader den [Hier streiikt das Blogsystem]-Ordner bemüht.
- und die Gruppe, die von allen am wenigsten sexy ist: Die verhinderten Autoren, denen Verlage unverschämte Briefe mit Absagen für ihre epochalen Romane des 21. Jahrhunderts schicken, die sich aus irgendwelchen Gründen die Schmach eines Zuschussverlages nicht leisten können oder wollen, und nun ihre Bücher im Internet veröffentlichen, in der Hoffnung, dass die Netzleser die wahren Qualitäten zu erkennen wissen.
(aus: Sexvergleich: Buch vs Ebook)
Nun hab ich doch einen ziemlich breiten Rand für meine Notiz gebraucht…
Also komme ich ohne weitere Umschweife zum Fazit:
Das gedruckte Buch ist noch lange nicht bedroht.
Mit dem E-Book eröffnen sich einige interessante Vorteile und Möglichkeiten, vor allem für das wissenschaftliche und zeiteffizientes Arbeiten.
Viele Verleger werden sich den Kopf zerbrechen, wie man sich vor den bösen Raubkopierern (die es übrigens schon seit Jahren gibt und mehr Bestseller digitalisiert anbieten als E-Book-Händler) schützen kann.
Man wird häufiger E-Book lesende Studenten oder ITs mit iPods in der Bahn oder im Park sehen. Und Bibliotheken und Buchhandlungen werden Ladestationen besitzen.
Aber der gute alte "Schinken" stirbt mit Sicherheit nicht aus. Dafür lieben wir es zu sehr, das Papier zu berühren, das vertraute Geräusch beim Umblättern, den Geruch von Druckerschwärze und vor allem lieben wir (und Ikea) unsere Bücherregale.
Also nochmal für alle Panikmacher zum mitschr…kopieren und einfügen:
Die Welt wird nicht untergehen! 



