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Dieser Roman wird nicht nur online gelesen, sondern auch online geschrieben.
Die Autorin Karen Wiborg schreibt einen Fortsetzungsroman in ihrem Blog.
Unter dem Titel 60° veröffentlicht sie häppchenweise die Geschichte der Konditorin Josephine Klein, die in New York ihr berufliches Glück mit der Herstellung von Hochzeitstorten sucht. Die Geschichte beginnt zeitgleich mit dem Blog am 1. Januar 2009 und soll nach einem Jahr am 31. Dezember fertiggestellt werden.
Die Story erinnert stark an Serien wie “Sex and the City” und “Friends”.
Wovon handelt Ihr Buch?
WIBORG: Es ist ein Frauenroman. Die Hauptdarstellerin Josephine zieht von Deutschland nach New York. Sie ist Konditorin, auf Hochzeitstorten spezialisiert. In New York versucht sie ihr Glück und erlebt allerlei kuriose Männergeschichten.Das hört sich ähnlich an wie Bridget Jones oder Sex and the City…
WIBORG:Ich bin in der Tat ein großer Fan von Bridget Jones und “Sex and the City”. Für meinen Roman nehme ich die Geschichten meiner Freundinnen und meine Erlebnisse als Grundlage.
Auch wenn ich kein großer Fan dieses Genres bin, hat mich der Roman mit seinem unterhaltenden Stil doch gefesselt. Das Buch hat jedenfalls einen männlichen Leser mehr.
Zusätzlich zu den einzelnen Kapiteln dokumentiert Karen die Entstehung des Romans und berichtet von Wortfindungsschwierigkeiten, Recherchen und Inspirationen.
Sehr spannend, die Entwicklung des Romans mitzubekommen. Außerdem hat man als Leser die Chance, durch Kommentare die Story mitzugestalten.
Das Design der Seite ist ansprechend schlicht gehalten, die Schrift könnte vielleicht ein wenig größer sein. Für das gemütlichere Lesen oder zum Ausdrucken bietet die Autorin alle Kapitel komplett und kostenlos zum Download im PDF-Format an.
Da es ein “Live-Buch” ist und nicht das übliche Lektorat durchläuft, schleicht sich hier und da manchmal der Fehlerteufel ein. Finde ich aber weniger störend, sondern eher charmant, weil unverfälscht.
Alles in allem, ein tolles Konzept, eine gelungene Umsetzung und die tägliche Portion suchterzeugender Unterhaltung.
Foto: © Karen Wiborg
Mir fiel gerade auf, dass ich mich die ganze Zeit mit Büchern befasse, aber das “Buch der Bücher” bisher nicht mit einem Wort erwähnte.
Um das zu ändern, heute mal ein kleiner Tipp am Rande.
Ich bin zwar selbst ohne Konfession, wie es so schön heißt, aber dennoch bin ich der Meinung, dass jeder zumindest einmal einen Blick in die Bibel werfen sollte.
Schließlich ist unsere westliche Kultur, auch wenn sie sich nicht mehr als religiös bezeichnet, doch immer noch von Werten und moralischen Ansichten christlicher Kultur begründet und geprägt. Aber das soll hier kein Bericht über den Bezug Christentum und Europa werden…
Es ist nur erstaunlich, wenn man als Nichtgetaufter, der auch keinerlei Kirchensteuern zahlt, sich mit katholisch getauften Kirchensteuerzahlern über dieses Buch unterhält und feststellt, dass man mehr darüber weiß, als sein Gegenüber.
Ich selbst habe die Bibel, bis auf ein paar überflogene Passagen, gelesen und sie steht auch bei mir zu Hause im Bücherregal. Aber da die meisten, die keine Bibel besitzen, sicher auch beim Bücherkauf genügend andere Romane, Bildbände, Ratgeber usw. auf ihrer Liste stehen haben, kommt es nur äußerst selten zu einer Neuanschaffung.
Aber was macht man denn nun, wenn bei “Wer Wird Millionär?” eine Bibelfrage gestellt wird und man nur einen Werbeblock Zeit hat, um sie flink per SMS zu beantworten? Den Nachbarn fragen? Wikipedia? Telefonjoker Papst?
Man könnte auch einfach bibel-online.NET fragen.
Dort liegt nämlich die Luther Bibel von 1912 in digitaler Form bereit.
Und diese ist endlich mal keine minimalistische oder schlecht umgesetzte Digitalisierung eines Buches.
Es ist kein kommerzielles Projekt und wird nicht durch Werbung gestört.(quasi eine Rarität in der Welt der Online-Literatur)
Das Design ist sehr leser- und benutzerfreundlich.
Die gute und flinke Suchfunktion ermöglicht einem schnell Passagen ausfindig zu machen, in denen der Begriff, den man suchen will, vorkommt. Die Suchergebnisse zeigen die verlinkten Bibelstellen, in denen der Begriff vorkommt, nach dem üblichen Schema (Buch, Kapitel, Vers) an.
Wer gerne in den “Worten Gottes” stöbern oder bestimmte Bücher, Kapitel oder Verse direkt anzeigen will, kann dies über die zweite Suchfunktion tun.
Für die Neulinge unter den Lesern bieten sich direkt über der Suchfunktion (für meinen Geschmack etwas zu unauffällig) noch drei weitere Verweise:
“Die Bücher der Bibel” gibt eine Gesamtübersicht aller Bücher aus dem Alten und Neuen Testament. In Klammern ist, neben der Entstehungszeit, das Thema oder der Kurztitel, unter dem es bekannt ist, vermerkt. (Beispiel: 1.Buch Mose = Genesis)
“Die kleine Konkordanz” bietet einen Index der meistverwendeten Wörter mit direkten Links zu den Stellen.
“Die Zeittafel zur Bibel” listet tabellarisch die wichtigsten Daten und Ereignisse der Überlieferung auf.
Zur Textansicht kann ich auch keine Kritik üben. Die Schrift ist leserlich und schwarz auf weiß. Fußnoten und Querverweise werden direkt beim Überfahren mit der Maus als Tooltip angezeigt und können ebenso direkt als Link genutzt werden.
So erspart die Online-Version das oft sehr mühselige Geblätter und Gesuche auf den ca. 2000 Seiten meiner kleinen, dicken A5-Version.
Lediglich ein Kritikpunkt fällt mir an dieser Online-Bibel auf. Es fehlen die Apokryphen, die in meinen Augen einfach in eine vollständige Version gehören.
Die Neutestamentlichen Apokryphen finden sich in deutscher Sprache hier und eine Sammlung der Schriften aus beiden Testamenten findet sich, leider nur in englischer Sprache, auf dieser Seite.
Schade ist nur, dass der Rat der EKD (Evangelische Kirche Deutschland) dieser Seite aus unerfindlichen Gründen die Lizenz für die Lutherbibel von 1984 entzogen hat. Manche menschlichen Anwandlungen muss man nicht verstehen…
Abschließend:
Ein großes Lob an den christlichen Internetdienst für diese Seite!
P.S.: Bevor nun Beschwerden aus anderen religiösen Lagern auf mich einprasseln:
Natürlich gibt es auch den Koran, die Hebräische Bibel – den Tanach sowie den Talmud im Internet.
Alle anderen, die sich beschweren wollen, können das gerne in den Kommentaren tun
P.P.S.: Wer sein Bibelwissen testen möchte, kann sich ja einmal bei “Wer wird Biblionär?” versuchen. ![]()
(aktuelles dazu im Blog)
Google, unser liebster Möchtegern-Monopolist, Freund und Feind der Informationskultur in einem, setzt wirklich alles daran, jeden Online-Grashalm mit seinem Logo zu versehen. Jetzt sind unsere Bücher dran.

Bei den Suchmaschinen sitzt die “Datenkrake” ja schon lange auf dem goldenen Thron und speichert fröhlich vor sich hin, weswegen mittlerweile wahrscheinlich auch jeder Internetnutzer in den Datenbanken des Google-Imperiums verzeichnet sein dürfte (inklusive Recherchedaten über Geschlechtskrankheiten, Vorlieben – auf welchem Gebiet auch immer, Wohnort, Urlaubsland, usw usf).
Datenschutz? Wozu das denn?
Gesetze und Bestimmungen lassen sich, mit genügend Geld und Einfluss, ganz prima ausblenden.
Und dass die Macht auch mal gerne zum Verbergen von Informationen eingesetzt wird, wissen wir ja auch nicht erst seit den Ereignissen in China.
Wie bezeichnete Wikipedia-Begründer Jimmy Wales die Suchmaschinenproblematik äußerst treffend:
“Mangel an Freiheit, Mangel an Gemeinschaft, Mangel an Verantwortung, Mangel an Transparenz.”
Der Hardcore-Google-User surft mit Chrome, speichert seine Termine im Google-Kalender, bekommt seine Post über Google-Mail, schaut seine Videos über YouTube, liest die neuesten Nachrichten in den Google-News, sucht seine Ziele für das Bewerbungsgespräch und den Arztbesuch über Google-Maps, beginnt die Online-Shoppingtour mit der Produktsuche, erstellt und verwaltet Tabellen und Texte mit Google-Docs, kommuniziert mit Google-Talk und natürlich durchsucht er seinen Computer mit der Google-Desktopsuche…
Und all diese, meist doch sehr sensiblen Daten, liegen nun auf diversen Google-Servern zum Abruf bereit. Aber da bleiben sie ja auch und werden natürlich nur zu statistischen Zwecken genutzt…
Natürlich! Warum sollte man diese Informationen auch sonst speichern?!
Diese Unmengen an Daten reichen dem “Welt-Wissens-Speicher” noch lange nicht, denn was ist mit dem Wissen aus der Zeit vor dem Internet, das in Bibliotheken und Archiven vor sich hinschlummert?!
Der größte Datenhändler der Welt kann sich das doch nicht entgehen lassen.
Also bastelt man seit 2004 an der Google-Buchsuche, die einerseits mit Verlagen zusammen arbeitet (das weniger problematische Google Print) und andererseits unsere Bibliotheken im großen Stil scannt (die juristisch umstrittene Google Library).
Den Datenschutz zu unterwandern wird aufgrund mangelnder juristischer Gegenwehr mit der Zeit langweilig, also widmet man sich doch einfach dem Urheberrecht, denn das ist doch viel spannender und vor allem $lukrativer$.
Der Sinn und der Zweck des Urheberrechts bestand und besteht darin, daß Autorinnen und Autoren über das Resultat ihrer eigenen Arbeit souverän verfügen und eine angemessene Beteiligung an den wirtschaftlichen Erlösen aus ihrer Produktion erzielen können. In der Regel schließen sie dazu einen Vertrag mit einem Verlag, der ihre Texte nicht nur lektoriert, drucken läßt, verbreitet und bewirbt, sondern auch Lizenzen vergibt: für Vorabdrucke, Nachdrucke (z.B. als Taschenbuch), Verfilmungen. Die Verlage und mit ihnen die Autoren verdienen dabei Geld mit Inhalten.
Dieses Geschäftsmodell steht durch Google zur Disposition. Google verdient nämlich nicht, zumindest bislang nicht, mit Inhalten Geld. Google stellt Inhalte kostenlos zur Verfügung, um möglichst viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Diese Aufmerksamkeit wird in »Zahl der Mausklicks« gemessen und an Werbekunden zu sogenannten Kontaktpreisen verkauft. Was also einstmals Kern des Verlagsgeschäfts war, die Verbreitung von Inhalten, ist bei Google lediglich die Bedingung der Möglichkeit für Geschäfte ganz anderer Art. Inhalte sind nicht Zweck dieser Veranstaltung im Internet, sondern nur mehr ein Mittel.
aus: “Google unterhöhlt das Urheberrecht. Worum geht es genau, mit welchen Konsequenzen, und wo erfährt man mehr?” von Gunther Nickel
Im Gegensatz zu den bisher besprochenen, freien Internetbibliotheken, werden hier nicht nur gemeinfreie Bücher der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung gestellt, sondern ebenso urheberrechtlich geschützte Bücher und Publikationen, ohne die Rechteinhaber zu fragen, veröffentlicht.
Die Vorgeschichte: Seit fünf Jahren digitalisiert Google die Bestände amerikanischer Bibliotheken. Dort stehen wie überall in der westlichen Welt drei Kategorien von Büchern. Das sind erstens jene, deren Autor länger als siebzig Jahre tot ist – dann erlischt das Urheberrecht, die Werke sind gemeinfrei. Zweitens lagern dort Bücher, deren Urheberrecht noch besteht, die aber nicht mehr lieferbar sind; und drittens gibt es lieferbare, aktuelle Werke. Die zweite Gruppe bildet die Mehrheit der von Google eingescannten Bücher. Die mit großen europäischen Bibliotheken getroffenen Vereinbarungen sind in diesem Fall nicht von Interesse, weil dort nur gemeinfreie Bücher digitalisiert werden.
aus: “Die Google-Strategie – Das Teuflische an diesem Plan” von Hannes Hintermeier
Nicht gemeinfreie Bücher werden zwar scheinbar nur teilweise zugänglich gemacht, aber die hier erwähnte Methode, lässt uns auch diese Bücher kostenlos auf die Festplatte laden.
Nachdem nun Klagen von allen Seiten auf den Konzern einprasselten, überlegten sich die hochkarätigen Google-Rechteverdreher, wie man ohne große finanzielle Einbußen, trotzdem das Urherberrecht dehnen und bestenfalls auf lange Sicht zum eigenen Vorteil ummodellieren kann. Also gebahr die Rechtsabteilung das Google-Book-Settlement.
Diese Regelung klingt zunächst ganz verlockend: Für die Nutzung von Texten im Internet bekommt man bislang meistens gar nichts, fortan immerhin etwas. Vergriffene Bücher werden auf diese Weise wieder zugänglich und werfen nun womöglich auch noch ein wenig Honorar ab. Bei näherem Hinsehen zeigt sich jedoch, daß Google keineswegs alle Einnahmen, sondern ausschließlich die Einnahmen aus der kommerziellen Verwendung von Texten anteilig abführen wird. Für ihre nichtkommerzielle Verwendung gibt es also weiterhin kein Geld. Was das konkret bedeutet, spielt Ilja Braun in der WELT anschaulich am Beispiel von Reiseführern durch. Völlig unbestimmt bleibt darüber hinaus, an welche kommerziellen Verwendungsmöglichkeiten gedacht ist. Es ist, das ergibt sich aus den bislang veröffentlichten Unterlagen, prinzipiell jede Nutzung durch Google möglich, womit die bisher übliche Unterscheidung von Haupt- und Nebenrechten hinfällig wird. Fortan liegen sämtliche Rechte an einem von Google ganz oder teilweise verbreiteten Titel bei Google, und zwar ad libitum sowohl das Recht den Text zu verkaufen als auch das Recht ihn zu verschenken.
aus: “Google unterhöhlt das Urheberrecht. Worum geht es genau, mit welchen Konsequenzen, und wo erfährt man mehr?” von Gunther Nickel
Da ich nicht der kompetenteste Kritiker für diese rechtlichen Angelegenheiten bin, hier zwei Links, unter denen ihr euch selbst schlau machen könnt:
Soviel zur rechtlich-inhaltlichen Kritik an Google-Book-Search.
Kommen wir also zur Nutzerfreundlichkeit.
Diese wirkt auf mich zunächst verwirrend. Eine Menge Ergebnisse, aber verwirrender als jede schlecht-sortierte Fakultätsbibliothek.
Bei den erfassten, aber noch nicht in gescannter Ausgabe zur Verfügung stehenden Büchern, findet man eine Übersicht, die wissenschaftliches Lesen und Arbeiten wohl vereinfachen soll.
Über dieses Buch liefert meist ein Foto des Titels, einen kurzen Klappentext und bibliografische Angaben. Dazu gibt es noch einige Zusatzkategorien, wie z.B. Rezensionen, Referenzen von Webseiten, Referenzen von wissenschaftlichen Büchern und Weitere Ausgaben.
Schön und gut, dass man die gesamte Bandbreite an Hypertextmöglichkeiten ausschöpft, aber eigentlich wollte ich das Buch doch nur lesen.
Am Rand erfahre ich dann, dass ich es ausleihen oder kaufen kann.
Mach ich natürlich nicht, ich will’s ja kostenlos lesen und suche weiter, bis ich nach 15 Minuten Stöbern irgendwann zu dem Schluss komme, dass es noch nicht in digitalisiert er Form vorliegt, sondern nur katalogisiert wurde.
Ein kleiner Satz, wie “Dieses Buch befindet sich derzeit noch nicht im Datenbestand der Google-Bibliothek” hätte dem verwirrten Erstbesucher einige kostbare Zeit erspart und das Handgelenk geschont.
Die gescannten Bücher erscheinen in browser-interner PDF-Ansicht mit Informationen im Reiter Über dieses Buch.
Der Download als PDF-Datei ist bei vielen Büchern ebenfalls möglich.
Nun habe ich die Wahl zwischen der Seitenansicht der gescannten Seiten oder der reinen Textansicht.
Die Scans der Bücher erscheinen oft in erschreckend schlechter Qualität und ich denke mir, wenn das die endgültige Qualität sein soll, dann schüttelt es mich ob dieser Respektlosigkeit vor den alten Schätzen unserer Kultur. (Hier ein Beispiel für einen verschandelten Goethe)
Also widme ich mich dann doch lieber der Textansicht… und schalte schnell wieder auf die Seitenabbildung um, weil die Texterkennungs-Software scheinbar noch mehr Probleme hat, den Text zu lesen, als ich.
Was “Welche Rauü>form entsteht, »eun’, sich ein Punkt bewegt?” heißen soll, erahne ich ja noch, aber wirklich Spaß macht mir das Lesen nicht mehr.
Warum der Konzern die Texte nicht nachträglich korrigiert, ist schnell erklärt: Wie soll man denn in so kurzer Zeit diese Massen an Büchern digitalisieren, um der Weltherrschaft ein Stück näher zu kommen, wenn man sich auch noch mit so etwas Lästigem wie der Qualität auseinandersetzen muss?
Schließlich geht es hier um Quantität und nicht um Qualität, verehrter Leser.
Achja… man merkt, wie sehr es Google um die Sache, den Erhalt unserer Schriftkultur, und nicht nur um das Geld geht.
Da ich nun schon mehr als genug geschrieben habe, komme ich direkt zum Fazit:
Es ist wirklich erschreckend, was mit unserer Literatur aufgrund von Macht- und Geldgier geschieht.
Ich jedenfalls, werde die Google-Buchsuche weiterhin nicht nutzen.
Erstens, weil sie enttäuschende inhaltliche und optische Ergebnisse liefert und weil ich zweitens diese Unternehmung, mit der Google seine Vorherrschaft als Wissenshändler und Internet-Monopolist weiter auszubauen versucht, nicht unterstützen will.
Was ihr macht, das bleibt wie immer euch überlassen, aber vielleicht denkt der eine oder andere nach diesem Artikel etwas mehr über diese Problematik und sein eigenes Verhalten im Internet nach.
Abschließend noch ein paar Links, um dem Marktführer mal etwas Ruhe zu gönnen und Energie zu sparen (s. Link 3):
- Alternativen zur Google Suchmaschine
- Der Google-freie Desktop
- Grüne Suchmaschinen-Alternativen zu Google
- Internet Archive.org
- Alternativen zu den Google-Diensten
P.S.: mal sehen, ob sich nach diesem Artikel mein PageRank verändert ![]()
Foto von FR-Online
Nicht wirklich neu, aber lesbar
Langsam mutiert das Internet zu einer Bibliothek der Bibliotheken.Ich wüsste schon mal gern, wie oft beispielsweise Goethes Faust im Internet zu finden ist und vor allem auf wie vielen verschieden Seiten.
Schließlich stellt jede Seite, die Klassiker online und kostenlos zum Lesen verfügbar machen will, zuallererst die wichtigsten Schriftsteller ins Netz, sprich: Goethe, Schiller & Co.
Und was fällt einem bei Goethe zuerst ein?
Nunja, nach dem Blog fällt mir da sofort der Faust ein ![]()
Vielleicht sollte ich mich einem Nebenprojekt widmen und herausfinden, wo sich dieser Dr. Faustus überall herum treibt?!
Aber gut, ich schweife ab…
Jedenfalls stieß ich heute wieder auf eine weitere Seite, die copyrightfreie Bücher kostenlos zugänglich machen will: FreiLesen.de
Ob das nun so nötig ist, bei der Flut an Online-Bibliotheken, darüber lässt sich streiten, aber die Umsetzung ist bisher ganz ansprechend.
Das Ziel von FreiLesen.de ist es, diese berühmten Bücher und Werke einer möglichst breiten Leserschaft kostenfrei zugänglich zu machen. Insbesondere möchte dieses Projekt:
* Werke der Öffentlichkeit frei zugänglich machen
* ein Online-Lesen inkl. Suchfunktion ermöglichen
* den komfortablen PDF-Download und damit Ausdruck der Bücher ermöglichen
* benutzerbezogenen Komfort bieten (zum Beispiel über den Browser anpassbare Schriftgrößen)
* und natürlich die Inhalte verlinkbar machen, sodass von anderen Webseiten auf Werke oder Kapitel verwiesen werden kann.
Wie gesagt, ersteres Ziel ist bekannt. Der zweite Punkt ebenso.
Drittes stellt in meinen Augen eine “Muss-Funktion” dar.
Aber das Vierte gefällt mir: endlich jemand, der begriffen hat, dass Benutzerfreundlichkeit beim Lesen im Internet eines der wichtigsten Kriterien ist.
Im Moment verzeichnet die Seite, nach eigener Aussage, 267 Werke von 45 Autoren.
Ich schätze, der Blog existiert noch nicht allzulang, aber dank copy&paste ist das Reinstellen natürlich schneller zu realisieren, als bei Wiki und Co.
Aber genau an diesem Punkt muss ich etwas bemängeln:
Der Autor der Seite gibt keine Quellen zu den Texten an. Für mich ein schwerer Mangel.
Zu wissen, ob es beispielsweise von Gutenberg-DE, Wikisource oder ganz woanders stammt, würde mir für den Anfang schon genügen.
Aber eigentlich wäre eine Quellenangabe in der Form “Titel, Verlag, Jahr”-Form wichtiger für mich, weil ich damit mehr über den Text erfahre. Zum Beispiel wie qualitativ eine Übersetzung ist oder um welche Auflage es sich handelt.
Dem Betreiber der Seite geht es wahrscheinlich in erster Linie darum, den Leuten Lesestoff zur reinen Unterhaltung zu bieten.
Für die Leserlichkeit und die Gestaltung gibt es jedoch Bonus-Punkte.
Das Design ist schlicht gehalten und der Text steht im Mittelpunkt. Zusätzlich hat der Leser die Option, den Text als PDF herunter zu laden.
Die Navigation ist, bedingt durch das Blog-Thema, sehr einfach und übersichtlich zu handhaben.
Die Auswahl der Texte…naja…die Klassiker eben, nichts besonders auffälliges.
Alles in allem lässt sich sagen, dass ich sicher gelegentlich auf dieser Seite stöbern werde, da meine Augen nicht nach dem Lesegenuss schmerzen. Zum Lesen geeignet, aber irgendwie bin ich nicht so ganz überzeugt.
Mal abwarten, was noch auf der Seite geschieht…
Ich bleib dran.
Foto: © Ferdinand Lacour / PIXELIO
Die ganze Welt des Schreibens im Net
Es gibt ja mittlerweile unheimlich viele Seiten über Literatur im Internet.
Schade nur, dass die meisten auf die man stößt, nicht wirklich gehaltvoll, geschweige denn anspruchsvoll oder wirklich informativ sind.
Auch was das Design betrifft, gibt es schon viele schreckliche Entdeckungen, die zum Beispiel noch das gute alte HTML-Design von 1990 präsentieren oder die Augenbeißer, mit roter Schrift auf blauem Hintergrund und überall wird man von blinkenden GIFs angesprungen (ebenfalls aus der in den 90er Jahren erworbenen Sammlung für die Homepage-Gestaltung)…
Oft sind es eben auch nur verzweifelte “Autoren”, die meinen, sie könnten schreiben und vielleicht werden sie ja über das Internet endlich von einem Verleger entdeckt.
Nagut, das Internet ist nun einmal das Medium, in dem sich jeder mitteilen darf. Nur mir schmerzt, außer den Augen und dem Kopf, mittlerweile auch schon der Nacken (vom häufigen Kopfschütteln).
Da ist es schon fast wie Urlaub, wenn man auf diese Seite und den dazugehörigen Blog stößt:
Grosse-Literatur.de – Die ganze Welt des Schreibens im Net
Meine Augen wurden endlich wieder beruhigt und konnten wieder entspannt ihrer Arbeit nachgehen.
Die Gestaltung der Seite und vor allem die Farbwahl ist wirklich sehr angenehm. Menü-Führung und die Überblicksseite sind ebenfalls unkompliziert gestaltet und nicht zu überladen.
Zu den Themen dieser Seite:
Man merkt schnell, dass sich die Seite noch im Aufbau befindet und die Autorin (Sandra) auch allein daran arbeitet. Aber dafür hat sie schon einiges geleistet.
In erster Linie geht es hier und vor allem in dem dazugehörigen Blog um Buchempfehlungen. Einerseits stellt sie gelesene Bücher mit abschließender Bewertung vor, andererseits besteht die Möglichkeit sich selbst mit einzubringen.
Entweder kommentiert man die besprochenen Bücher oder man nutzt das Formular um selbst ein Buch aus seinem Fundus vorzustellen. Falls man nicht soviel Zeit oder Geduld besitzt, aber trotzdem Mitteilungsbedürfnis hat, teilt man anderen einfach nur seine Bücher-Top-Ten mit und nimmt so an den Bücher-Charts teil.
In ihrem Kleinen Bücherzimmer kann man sich davon überzeugen, wie bibliophil die Webmasterin ist (sie ist es tatsächlich). Da werde ich wirklich ein wenig neidisch, wenn ich mir ansehe, wieviele Bücher sie schon “gefressen” hat.
Aufgrund des Homepagetitels erwartet man natürlich so etwas wie die Klassische Autoren-Rubrik, in der Goethe, Brecht & Co. auch ihren Platz bekommen.
Im Moment gibt es zwar noch nicht viele Texte oder Schriftsteller zu lesen, aber zum Stöbern für den Anfang reicht es allemal. Märchen & Sagen, eine kleine Zitate-Rubrik und das Lexikon (zwar eine gute Idee, aber dank Wikipedia nicht unbedingt nötig) stecken noch in den Kinderschuhen.
Eine derartig komplexe Homepage macht eben doch viel Arbeit für eine einzelne Person, die zusätzlich zur Seitenpflege auch noch viel Zeit zum Lesen braucht.
Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung der Seite. Sie ist jedenfalls sehr vielversprechend und hat ab jetzt, genauso wie der Blog, einen Besucher mehr.
P.S.: Ihre Schreibfeder schreibt schöne Sachen.
(das war jetzt ungewollt alliteriert
)
Wikisource – Bücher, Zeitschriften, Dokumente
Kommen wir zum nächsten Kandidaten aus der kostenlosen digitalen Bücherwelt.
Wikipedia kennt man ja. Wissen für alle kostenlos zugänglich machen und miteinander teilen. Mittlerweile ist die „Wikimedia Foundation Inc.“ ein etabliertes Unternehmen und Wikipedia bekam immer mehr Schwestern in unterschiedlichen Bereichen.
Im Bereich der Digitalisierung von Büchern und Texten entstand Wikisource: Ein stetig wachsender Quellenlieferant, der die Welt der elektronischen Texte ebenso revolutionieren und dominieren wird, wie die große Schwester „Pedia“ den Enzyklopädiebereich.
Das Quellen-Projekt begann zunächst unter dem Namen „Project Sourceberg“ am 24. November 2003 in Anlehnung an den digitalen Buch-Pionier „Project Gutenberg“.
Nach einer Abstimmung (demokratisches Wiki, so kennt man’s ja
) taufte man es in Wikisource um.
So sah es dann auch der großen Schwester ähnlicher und wiki (hawaiianisch für schnell ) ging es wirklich voran.
Nach dem offiziellen Start (6. Dezember 2003) verzeichnete das Projekt zur Sammlung gemeinfreier Texte bereits nach zwei Wochen über 1000 erstellte Seiten.
Waren es Anfang 2004 noch 100 registrierte Autoren, schrieben sich im April schon 500 registrierte Nutzer die Finger wund und man verzeichnete mittlerweile über 2400 Artikel.
Wikisource wuchs ebenso rasant wie einst die „Schwester pedia“.
Denn schon ein Jahr später hatten die mittlerweile 2500 Benutzer schon 17.000 Artikel verfasst.
Und so ging es beständig weiter.
Da das Projekt ebenso wie Wikipedia weltweit und mehrsprachig läuft, gliederte die Foundation es in einzelne Sprachversionen. Diese werden auch auf inhaltlicher Ebene getrennt und teilweise sehr unterschiedlich verwaltet.(hierzu mehr im Finanzer-Blog)
Da es mir in diesem Blog vornehmlich um deutschsprachige Texte und Bücher geht, konzentriere ich mich auf den deutschen Ableger. (ist eh der professionellste
)
„Der deutschsprachige Projektzweig hegt seit seiner Neukonzeptionierung im Frühjahr 2006 den Anspruch, E-Texte wissenschaftlich verwertbar zu präsentieren. Das schließt korrekte Angaben der Textquellen ein, sowie das Bereitstellen gescannter Vorlagen. In den durch OCR oder manuelles Abtippen daraus gewonnenen Rohtexten lesen die Mitarbeiter des Projektes kollektiv Korrektur, sie erlauben auch dem späteren Leser eine zusätzliche Kontrolle. Auf diese Weise soll die Zitierfähigkeit der Texte gewährleistet werden. Als Textgrundlage sollen ausschließlich maßgebliche Ausgaben verwendet werden.“ („Wikisource“. In: Wikipedia)
Manchmal macht sich deutsche Akribie eben doch bezahlt.
Beim Vergleich der verschiedensprachigen Projekte, kommt man schnell zu dem Schluss, dass andere Sprachgebiete vielleicht in Quantität (siehe Englisch, Spanisch, Französisch) überlegen sein mögen. Aber was die Qualität der bereitgestellten Texte betrifft, ist die deutsche Variante im Moment einfach vorbildlich.
Besonders die Tatsache, dass die Texte überwiegend mit Quellenangaben und Scans (meist verlinkt zu Google oder Commons) versehen sind, ermöglicht wissenschaftliches Arbeiten. Das ist schließlich eines der wichtigsten Kriterien für digitale Bibliotheken.
Natürlich dauert das Einpflegen der Datenbestände mit anspruchsvollen Richtlinien länger, was aber nicht unbedingt heißt, Wikisource hätte wenig zu bieten:
„Seit heute (=28. Dezember 2008) hat Wikisource 10.000 Werke in seinem Bestand. Diese Zahl umfasst über 4100 Gedichte, 32 Romane und rund 2000 Gesetze, Anordnungen und Erlasse. Hinzu kommen 150 Flugschriften und Einblattdrucke, 31 Handschriften und vielerlei andere Texte. Zur Erschließung dieser Texte gibt es bei Wikisource außerdem noch über 1500 Autorenseiten, 164 Themenseiten und 75 Seiten zu Orten und Regionen. Der Umfang der Werke reicht vom 4-zeiligen Gedicht über mehrbändige Chroniken bis hin zur Allgemeinen Deutschen Biographie mit 56 Bänden.“ (aus dem Finanzer spinnt-Blog)
Schon beachtlich, was viele unterschiedliche Menschen, mit einem gemeinsamen Ziel, in kurzer Zeit zusammen erreichen können.
Man muss auch dazu sagen, dank der übersichtlichen Struktur und den umfangreichen Informationen zur Nutzung, haben auch unerfahrene Neulinge die Möglichkeit, sich schnell an dem Projekt zu beteiligen. (Registrierung optional)
Es kann und wird über jedes Detail dieser Plattform diskutiert und jede wichtige Entscheidung demokratisch abgestimmt.
Aber entscheidend für die Qualität der Inhalte und der Oberfläche sind die anfangs festgelegten Richtlinien, an die sich auch jeder hält.
Wie der Name Wikisource schon sagt, geht es hier nicht nur darum die klassischen Bücher der Weltliteratur zu präsentieren.
Es soll keine reine Unterhaltungsplattform sein, sondern in erster Linie eine Quellenbibliothek und eine Anlaufstelle zum (wissenschaftlichen) Arbeiten mit Quellentexten.
Und genau das funktioniert hier besser als in jeder Unibibliothek (auch wenn die Unibibliothek wissenschaftlich unumstrittener ist
).
Bei vielen Texten findet man ergänzende Editorials, Zusatzinformationen zu Autor und Inhalt, Bilder, Karten, Tondokumente, Verknüpfungen zu den anderen Wiki-Projekten (z.B. Commons, Wikipedia, Wikiversity) und zu verwandten Artikeln….
Für jeden Wissenshungrigen, sei’s aus Neugier oder Studium, heißt das, er bekommt alles gebündelt an einem Ort. Kurzum ein Quellenparadies.
Ich könnte noch endlos über die Inhalte (z.B. Gesprochene Wikisource) und Vorzüge von Wikisource schreiben, aber da ich eh schon genug geschrieben habe…es ist kostenlos, also:
Schaut’s euch selbst an! 
(achja…Mitmachen nicht vergessen!)

