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Marktsättigung am Ebook-MarktIrgendwann wird eine Marktsättigung auch bei den Ebooks erreicht. Diese Schwelle wird früher oder später überschritten. In den USA scheint sie sich derzeit anzubahnen. In Deutschland sind die Ebooks momentan noch nicht so verbreitet, sodass hierzulande nicht von einer Marktsättigung auszugehen ist.

Situation in den USA

Augenscheinlich bahnt sich eine Marktsättigung auf dem Ebook-Markt in den USA an. Beispielsweise ist der Umsatz an Verkauf an Kindle seit August 2011 kontinuierlich gesunken. Besonders interessant sollen hingegen Länder wie Indien und Brasilien für die Verlage werden. Dort sind mittlerweile die Ebooks immer nachgefragter. Auch wenn vergleichsweise nur 2 Prozent der Inder bisher Ebooks gekauft haben, so muss diese Zahl in Relation zur Bevölkerungszahl in Milliardenhöhe gesehen werden. In Indien und Brasilien liegt anscheinend die Motivation ein Ebook zu kaufen höher als in Europa.

Verlage in den USA

Die Ebooks sind mittlerweile für die Verlage in den USA als Geldquelle sehr wichtig geworden. Gerade in der Weihnachtszeit hat sich dieses wieder besonders gezeigt. Aber nicht nur die Ebooks an sich, sondern auch die Ebook-Reader werden immer beliebter und haben unter vielen Marktsättigung am Ebook Markt eReaderWeihnachtsbäumen ihren Platz gefunden. So auch in Deutschland, wobei hier der Verkauf noch nicht so stark ausgeprägt ist, wie in den USA. Dort erschüttert momentan ein Streit des Gerichtshofes gegen Apple und mehrere andere Verlage die Presse.

Foto 1: friek_magazine von flickr
Foto 2: knuton von flickr

steigender Umsatz bei eBooksIn Deutschland ist der Umsatz mit eBooks um 38 Millionen Euro im letzten Jahr gestiegen. Dennoch trägt dieser Umsatz nur einen Prozent vom Gesamtumsatz der Buchbranche bei. Das heißt, ist der Umsatz auch heute noch vergleichsweise gering. EBooks sind besonders in der Altersgruppe der 40 bis 49-Jährigen beliebt, wobei auch hier männliche Leser weitaus häufiger auf die digitalen Bücher zurückgreifen. Bei der Gruppe liegen vor allem Science Fiction und Fantasy Romane im Trend. Bisher sind die eBooks noch ein Nischenprodukt auf dem deutschen Markt. Doch der Anteil am Umsatz ist in den letzten Jahren stark gestiegen. 2011 sind 25 Prozent des Gesamtumsatzes des Büchermarkts in Online-Stores entstanden.

Leipziger Buchmesse

Auf der Leipziger Buchmesse habe ich dieses Jahre neben den ursprünglichen Büchern eine Vielzahl an präsentierten eBooks sehen können. Anhand der Buchmesse lässt sich feststellen, dass eBooks immer weiter an Bedeutung gewinnen. Rund ein Dritter der deutschen Verlage vertreiben mittlerweile digitale Bücher. Momentan können in Deutschland mehr als eine Million unterschiedliche Titel erworben werden.

Bedeutung für die Buchhändler

Die traditionellen Buchhändler werden durch die eBooks unter Druck gesetzt. Wie sollen sie sich gegenüber dem Internet behaupten? Eine Möglichkeit besteht darin, dass der Buchhändler durch seine Fachkompetenz und sein steigernder Umsatz bei ebooks BuchmesseAngebot überzeugen kann. Beispielsweise besteht die Möglichkeit auch in Bezug auf eBooks den Kunden zu beraten und ihm mehr als nur eine Leseprobe anzubieten. Der traditionelle Buchhandel braucht in dieser Hinsicht eine Reihe von guten Ideen, um sich gegenüber dem Internet  langfristig behaupten zu können. Meiner Meinung nach wäre es schade, wenn viele kleine Buchhändler schließen müssten. Was meint ihr dazu? Lässt sich die Entwicklung noch aufhalten?

Foto 1 und 2: audiamo von flickr

Der Online Buchhandel Amazon drängt ins Verlagsgeschäft. Von mehr Geld und mehr Mitsprache angelockt, veröffentlichen immer mehr Autoren Ihre Manuskripte über den Online Buchhandel.

Angst vor zu viel Macht vom Online Buchhandel Amazon

Amazon Gebäude in SeattleDie ganze US-Buchbranche leidet unter dem Druck des Online Buchhandels Amazon. Die Buchhandelskette Borders wurde im Februar liquidiert und Barnes & Noble machte in sechs der letzten acht Quartale Verluste. Nun scheint es auch den Verlagen an den Kragen zu gehen. Laut Amazon brauchen Leser keine Läden und Autoren keine Verlage mehr. Der Amazon-Buchvize Russell Grandinetti sagte gegenüber der New York Times: „Die Einzigen, die im Verlagswesen noch nötig sind, sind der Autor und der Leser.“

Penny Marshall veröffentlicht im Online Buchhandel

Die ehemalige Filmschauspielerin Penny Marshall, die nach ihrer Schauspielkarriere eine erfolgreiche Regisseurin („Eine Klasse für sich“) wurde, schrieb ihre Autobiografie. Sie wird nicht bei einem traditionellen Verlag erscheinen, sondern beim Online Buchhandel Amazon als gedrucktes Buch und als auch als E-Book. Amazon soll 800 000 Dollar gezahlt haben und somit andere Verlage überboten haben. Es sei eine Frage von alter und neuer Schule, meinte Marshalls Agent Dan Strone auf der Frankfurter Buchmesse.

Online Buchhandel und Verlag in einem

Amazon ist gerade dabei, die gesamte Buchindustrie umzuwälzen und schreckt auch nicht vor der Kanibalisierung seiner eigenen Warenquelle, den Verlagen zurück. In diesem Herbst will der Online Buchhandel 122 neue, eigene Titel veröffentlichen.

Der Online Buchhandel Amazon im Verlagsgeschäft

Der Sturm des Online Buchhandels auf den Verlagsmarkt begann im Jahr 2009. Seitdem umfasst Amazon Publishing fünf Einzelverlage:

  • AmazonEncore für Bestseller und neue Autoren
  • Amazon Crossing für internationale Bücher
  • Montlake Romance für Liebesromane
  • Thomas & Mercer für Kriminalromane
  • 47North für Science-Fiction und Horror

Auch auf dem deutschen Markt ist der Online Buchhandel Amazon schon unterwegs. Er erwarb die US-Rechte am Historienroman „Die Henkerstochter“ von Oliver Pötzsch. Die englischsprachige Kindle-Edition hat sich schon eine Viertelmillion mal verkauft und führt die Amazon Bestsellerliste für deutsche Literatur an.

Foto: flickr, gelund

Am 23. April 2011 ist es wieder soweit – wir dürfen den Welttag des Buches feiern! Mir persönlich war bisher nicht so klar, dass es einen solchen Tag gibt, ich finde ihn aber als Idee wunderbar. Daher möchte ich euch heute kurz darauf hinweisen, warum es diesen Tag gibt und wer ihn ins Leben gerufen hat.

Lesen am Welttag des Buches

Fest des Lesens zu Ehren Shakespeares und Cervantes

Der Welttag des Buches ist noch relativ jung. Die Unesco hat ihn erst 1995 ins Leben gerufen und als “Welttag des Buches und Urheberrechts” bezeichnet. Inspiriert wurde die Aktion durch eine lange Tradition im spanischen Katalonien. Der 23. April ist dort der Tag des Heiligen St. Georgs. An diesem Tag verschenkt man Rosen und Bücher, um das geschriebene Wort zu Ehren. Durch Bücherstände auf den Straßen bekommt dieser Tag reinen richtigen Volksfestcharakter in diesem Teil Spaniens. Alle Leute feiern dort das Buch als beliebtes Medium. Da fragt man sich, wieso ein solcher Tag nicht enger im Bewusstsein der deutschen Bildungsbürgerkultur verwurzelt ist? Zumal an diesem Tag auch der Todestage von Dramatiker William Shakespeare und Miguel de Cervantes gedacht werden kann, die sowohl die deutsche als auch die Weltliteratur geprägt und inspiriert haben.

Bei uns übernimmt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Stiftung Lesen die Initiative für den Welttag des Buches in die Hand und entwickelte eine  engagierte Dachkampagne, die vielseitige Aktionen miteinander vernetzt. Unter dem Motto “Welttag des Buches – Hier. Und überall” richtet sich die Veranstaltungsreihe vor allem an Schulen und junge Leser, die ihre Begeisterung für das Lesen und Bücher teilen, und vor allem weitergeben können. In vielen Buchhandlungen und an Schulen werden Lesereihen veranstaltet und Autoren eingeladen. Die Veranstaltungsreihen kann man sich auf der Homepage “Welttag-des-Buches” anschauen und sich über die teilnehmenden Schulen, Buchhandlungen, Bibliotheken und Sonderaktionen informieren.

Tolle Sonderaktionen zur Leseförderung

Bei der Aktion “Ich schenk dir eine Geschichte” können sich Schüler und Klassen eine Geschichtensammlung renommierter deutscher Kinderbuchautoren kostenfrei bestellen. Herausgegeben wird der Band von der Stiftung Lesen, dem cbj-Verlag, der Deutschen Post AG und vom ZDF. Alle Schüler der Jahrgangsstufen 4 und 5 können sich gegen einen Gutschein das Buch kostenlos bestellen. Hierbei geht es vor allem darum die schulische Leseförderung zu unterstützen und den Kindern sowie Jugendlichen auch in der modernen digitalisierten Welt die Freude am Lesen und am Medium Buch zu vermitteln.

Ich denke, dass auch über den Bildungsaspekt für Schüler hinaus, ein Tag für das Buch eine schöne Idee ist und jeder am 23. April doch einmal mehr ans Lesen denken sollte und während der Osterfeiertag ein Buch lesen sollte.

*Bildquelle: “konzentration” von Markus Nicolini via aboutpixel.de

 

Die Leipziger Buchmesse hat gezeigt, dass sich der Buchhandel und die Verlagswirtschaft auf die Digitalisierung des Buchmarktes vorbereiten. Aber aktuelle Verkaufszahlen sagen weiterhin, dass das Interesse am Ebook in Deutschland weit hinter dem guten alten Printprodukt liegt. Der deutsche Leser greift immer noch gern zum gedruckten Buch, obwohl die Nachfrage am Online Lesen weiterhin steigt. Ob man das haptische Erlebnis eines Buches bevorzugt oder neue Romane online lesen möchte, ist wohl eher eine geschmackliche und kulturelle Frage. Die Digitalisierung der Bücher sollte allerdings nicht auf Kosten der Verlage und Autoren geschehen, die ihr geistiges Eigentum zur Veröffentlichung freigeben, aber auch unterstützt werden wollen.

Der digitale Buchmarkt – Für und Wider

Allein vom Schreiben zu leben, ist heutzutage kaum einem Autor vergönnt. Der Autor steckt in einem kleinen Dilemma – er will gelesen werden und möchte gern davon leben können. Das Risiko einen völlig unbekannten Autor zu veröffentlichen, gehen viele Verlage nicht ein. Eine Buchproduktion ist einfach sehr teuer und verlangt intensive Arbeit von einem Verlag. Dass heißt, man muss sich als Autor anderen Möglichkeiten zuwenden. Das aktuelle Beispiel der amerikanischen Jungautorin Amanda Hocking zeigt, dass man auch ohne Verlag in Eigenregie seine Leser finden kann. Sie hat die Digitalisierung des Buchmaktes richtig für sich genutzt und ihr Buch als Ebook für sehr wenig Geld selbst online lesen lassen. Die Vermarktung und Verbreitung passierte von ganz allein. Heißt das aber jetzt, die Arbeit eines Verlages ist hinfällig und jeder Autor sollte seine Werke kostenlos online lesen lassen? Amanda Hocking hat einen Nerv getroffen und die Art von Literatur geschrieben, die ein großes Publikum findet. In ihrem Fall ist die Verbreitung des digitalen Lesens ein Segen. Die junge Autorin erreichte schnell, unkompliziert und kostengünstig ihre Leser. Wenn es sich aber um weniger massentaugliche oder populäre Bücher handelt, sollte dann jeder Autor seine Texte online anbieten? Ist der klassische Weg über einen Verlag und dessen unschätzbare Arbeit unmodern und nicht mehr zeitgemäß?

Kaffee zur Arbeit oder Beim Online Lesen

Ich bin der Meinung, dass ein junger Autor die Möglichkeiten des Ebooks sowie Online Lesen und die damit globale Verbreitungsmöglichkeit seiner Texte durchaus nutzen sollte. Hat das Buch erst einmal Leser, wird sich die Qualität schnell herumsprechen und die wirklich interessierten Leser werden einen angemessenen Preis dafür zahlen. Bücher online lesen ist bequem und einfach, weil der Leser schnell, umkompliziert und günstig an gute Texte kommt. Für den Autor bleibt aber immer noch die Frage nach dem Preis und der Finanzierung seiner Leistung. Auch ein Buch zu schreiben, das andere unterhält, kann man als eine Art Dienstleistung betrachten. Für eine neue Frisur zahlen wir auch, wieso dann nicht auch für Bücher?

Einer massenhaften Verbreitung von digitalen Büchern durch Google wurde jetzt der Riegel vorgeschoben. Seit Jahren schon läuft ein Verfahren gegen Google. Das Unternehmen bietet mit dem Online Dienst Google Books das Online Lesen bestimmter Bücher an, die keinen Lizenzen mehr unterliegen. Gegen eine größere Zahlung an Autoren und Verleger wollte das Internet-Unternehmen jetzt auch massenhaft aktuelle Neuerscheinungen scannen und für das Online Lesen aufbereiten. Wo bleibt aber die Unterstützung des Autors und die Wertschätzung der qualitativen Arbeit eines Verlages, wenn Bücher online lesen nichts kostet?

Die digitale Bibliothek als Variante für kostenfreies Online Lesen

Beim Online Stöbern bin ich auf das neue Projekt Onleihe gestoßen – ein Online-Verbund deutscher Bibliotheken, die das Online Ausleihen elektronischer und digitaler Medien ermöglichen. Diese Variante von Online Lesen halte ich für sehr bequem, einfach und fair. Denn man kann kostenlos Bücher online lesen und unterstützt dennoch den Autor teilweise, da die Bibliothek ein Kontingent an Büchern beim Verlag oder Autor kauft. Nichts, auch keine geistige Arbeit, sollte für umsonst sein, auch wenn die digitalen Möglichkeiten für den Leser äußerst bequem sind. Ich fände auch eine Art Plattform super, wo man im Abo für einen bestimmten Betrag Bücher online lesen kann.

Wer solch ein Angebot kennt oder eine differenzierte Meinung zum Thema „Online Lesen um jeden Preis?“ hat, der ist herzlich eingeladen sie hier loszuwerden.

* Bildquelle: “Kaffee zur Arbeit” von Holger Hecklau via aboutpixel.org

 

Erholung

Seit heute tummeln sich in Leipzig alle, die mit dem Medium Buch irgendwie zu tun haben und großes Interesse an Literatur zeigen. Da nicht jeder Leser, Literatur-Interessierte oder Autor auch Zeit hat, nach Leipzig zu fahren, gibt es rund um die Messe ein Online Angebot. So kann man zu Hause Messeluft schnuppern, ohne wirklich vor Ort zu sein, wenn auch nur auf dem heimischen PC.

Lesefestival feiert 20. Jubiläum

Während der Buchmesse verwandelt sich ganz Leipzig in einen Lesesaal. Bücherwürmer und Leseratten bewegen sich durch die gesamte Stadt und ernähren sich von Literatur. Das Leipziger Lesefestival „Leipzig liest!“ gibt es nun schon seit 20 Jahren – es überzeugt mit der einmaligen Möglichkeit Lesungen an den ungewöhnlichsten Orten wie in einer Straßenbahn oder dem Zoo-Aquarium zu erleben. Die interessanten und besonderen Orte und die internationalen Autoren, die man hautnah und live erleben kann, machen das Leipziger Literaturfestival zu einem außergewöhnlichen Ereignis. Überzeugt euch selbst und fahrt schnell nach Leipzig oder verfolgt Lesungen online. Denn…

Die Messe bloggt!

Die Messe ist gut vernetzt im Internet und bietet rund um die Veranstaltungen eine digitale Berichterstattung. Man kann Buchmesse-Fan auf Facebook werden oder im Messeblog die persönlichen Eindrücke dreier Messeblogger nachlesen, die die Buchmesse online begleiten werden.

Wem Bilder noch nicht ausreichen, der bekommt auch genügend Videomaterial von online geboten. Ob Podcast von Autoren und Veranstalter-Interviews oder Video-Beiträge – Auge und Ohr werden ganzheitlich einbezogen, damit niemand etwas verpassen muss. Sowohl auf den Internetseiten, der anwesenden Fernsehsender wie MDR,ARD, ZDF, 3Sat und Arte wird berichtet, wie auch beim Messeradio hörbuch.FM oder im Messeblog. Neuerscheinungen werden diskutiert und die Verleihung des Buchpreises kann man online im Live-Stream verfolgen. Klickt euch einfach mal durch und taucht ein in das Flair der Leipziger Buchmesse, die zeigt, wie vielseitig und lebendig die Literatur unserer Tage ist. Ich bin gespannt, wer heute Nachmittag den Preis der Leipziger Buchmesse gewinnt.

Übrigens: 1.350 Internetnutzer wählten Wolfgang Herrndorfs Roman „tschik“ auf Platz 1 des Publikumspreises der Leipziger Messe. Herzlichen Glückwunsch dem Gewinner des Bücherpakets und der Eintrittskarten zur Preisverleihung.

*Bildquelle: Erholung/ jutta rotter via aboutpixel.de

Auf dem hart umkämpften Buchmarkt gilt es gerade in Krisenzeiten: nicht einschlafen!
Das dachte sich auch die PR-Abteilung der Pons GmbH und baute ihr Sprachenportal kräftig aus, angetrieben von einer beispiellosen Werbekampagne.

Pons.eu Logo

Während Duden und Langenscheidt auf ihrer vergilbten Wolke des Erfolgs leise vor sich hin schlummern, nutzt Pons die Gunst der Stunde und vor allem die Möglichkeiten des modernen Web.

Hinter vier Reitern in der Navigationsleiste leuchtet ein großes, gelbes “NEU” und bedeutet dem Besucher praktische Neuerungen, die einem den Sprachalltag erleichtern. Natürlich haben die Macher aus den Fehlern der Wolkenschlummerer gelernt und bieten ihre Dienste kostenlos an.

Ernsthafte Konkurrenz für den Duden

Was beim Duden nach dem ersten Gratis-Anlock-Angebot 7,95€ monatlich kostet, bekommt der Pons-Online-Nutzer zu 100% kostenlos. Beim Duden hat man dann zwar Zugang zu allen Wörterbüchern, die online verfügbar sind, aber die im Folgenden erwähnte Vernetzung auf dem Sprachenportal liefert eine ähnliche Auswahl für lau.

Das Deutsche Rechtschreibwörterbuch listet zu jedem Suchbegriff neben der korrekten Schreibweise, Artikel, Trennung und Mehrzahlerweiterung auch relevante Begriffe, sowie Regeln zur Getrennt- und Zusammenschreibung auf. Als besondere Zusatzfunktion kann der Begriff direkt bei Canoo, Wikipedia, dem Deutschen Wortschatz der Uni Leipzig und dem DWDS (Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jh.) nachgeschlagen werden. Somit beschränkt sich das Angebot nicht nur auf das firmeninterne Angebot, sondern nutzt vorbildlich die Vernetzungsmöglichkeiten des digitalen Zeitalters.
Für diejenigen, die Rechtschreibregeln nicht nur anwenden/abschreiben, sondern auch verstehen wollen, gibt es diese auf der Seite ebenfalls ausführlich beschrieben.

Im Gegensatz zu den Herren und Damen vom Duden, die eigenbrödlerisch an ihrem runden Tisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschließen, welche Worte wirklich relevant für die Aufnahme in das Buch sind, können Pons-Nutzer eigene Begriffe an die Redaktion schicken, die wöchentlich geprüft und erweitert werden. Beruhigend, dass es noch Sprachler gibt, die den Begriff “Lebendige Sprache” nicht aus ihrem Wortschatz verbannt haben.

Neuigkeiten, Kurioses und Wissenswertes aus der Welt der Orthografie finden sich im portalseigenen Deutsch-Blog.

Fremdsprachenwörterbücher und Lernhilfen

Die Wurzeln des Stuttgarter Unternehmens liegen bekanntlichermaßen im Fremdsprachenbereich.
Mit dem werbefinanzierten Online-Wörterbuch lassen sich zügig und ausführlich über 4,5 Millionen Wörter und Wendungen in den Sprachen Deutsch-Englisch, -Französisch, -Spanisch, -Italienisch, -Polnisch und -Russisch, sowie Englisch-Französisch und Englisch-Spanisch abfragen. Die meisten Begriffe können auch mit einem Klick auf das Audio-Symbol angehört werden.

Hier findet, wie schon beim Deutschen Wörterbuch, das Open Dictionary Anwendung und gibt beteiligungswilligen Nutzern die Möglichkeit, nach kurzer Anmeldung Vorschläge an die Wörterbuchredaktion zu schicken, die daraufhin geprüft und aktualisiert werden.

Den Volltextübersetzer gibt es für die Sprachen Deutsch-Englisch/Englisch-Deutsch und Deutsch-Französisch/Französisch-Deutsch. Die Software liefert die Firma Lingenio, die bereits für hervorragende Übersetzungssysteme bekannt ist.
Nach kleineren Stichproben beurteile ich die Ergebnisse der Textübersetzung mit gut, zumindest verglichen mit anderen kostenlosen Angeboten im Internet.

Als besonderes Schmankerl bietet Pons das deutsch-englische Bildwörterbuch ebenfalls kostenlos an. Man erreicht es entweder über den Direktlink und stöbert durch die einzelnen themenbasierten Rubriken oder klickt direkt unter seinem letzten Suchbegriff auf den Link zum Nachschlagen im Bildwörterbuch.

Liebevoll gestaltete Grafiken veranschaulichen so die Vokabeln und werden somit für den Lernenden leichter einprägsam.
Dank der “Blog extras”-Funktion kann ich direkt im Blog veranschaulichen, wie das ganze dann bei einem gebundenen Buch aussieht:

gebundenes Buch - Bildwörterbuch

Lernen mit Pons

Mit den Spielen “Begriffe zuordnen” und “Hör zu!” kann der Wortschatz zu bestimmten Themen mit den Bildwörterbüchern einprägsam erweitert werden.
Der schon längere Zeit bestehende Pons-Blog erinnert mich ein wenig an meine alten Englisch-Lehrbücher, die dem Lernenden mit Texten zu bestimmten Kultur- und Alltagsthemen in vorbildlichem Schulenglisch Vokabeln näher bringen.

Ebenfalls interessant ist der Sprachkalender. Er liefert täglich neue Übungen und Wissenswertes, um das Sprachzentrum nicht einrosten zu lassen. Dieser lässt sich entweder online ausdrucken oder aber als Abreißkalender in gedruckter Form bestellen.

Das beste Lernwerkzeug ist leider nicht auf Anhieb unter pons.eu, sondern nur über pons.de zu finden: Der Lexi-Trainer.
Dieser sammelt, nach kostenloser Anmeldung, alle Wörter, die man im Online-Wörterbuch nachschlägt und dient so als individuell abgestimmtes Vokabelheft. Im Gegensatz zu den üblichen Vokabeltrainingsprogrammen berücksichtigt der Trainer somit die persönlichen Themen und den individuellen Lernstand. Besonders praktisch ist die Karteikarten-Druckfunktion.
Es gibt ihn für die Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch.

Fazit

In der Fremdsprachensektion bietet sich pons.eu besonders als Lernhilfe an. Leo.org hat als Fremdsprachenwörterbuch immer noch die Nase vorn. Besonders im Bereich von Redewendungen und Phrasen bietet Leo ein schier unerschöpfliches Arsenal an Übersetzungen und besonders das sehr aktive Forum findet nahezu für jede Frage eine Antwort.

Das schlichte Design und die hohe Benutzerfreundlichkeit kriegen von mir eine ganz klare 1!
Schnell, übersichtlich, gut verknüpft (auch mit externen Angeboten anderer kostenloser Anbieter), offen für Anregungen und Ergänzungen, und vor allem keine versteckten Kostenfallen.

Mit dem Deutschen Wörterbuch tritt erstmals ernstzunehmende Konkurrenz zum Rechtschreib-Monopolisten Duden auf den Markt und lässt die deutsche Sprache endlich wieder auch auf dem Papier lebendig werden.
Sollte das Mannheimer Unternehmen nicht bald nachziehen, dürfte die Frage “Und was sagt der Duden dazu?” in Zukunft nicht mehr allzu oft gestellt werden.

 

Symbol CoelhoDie Blogger-Gemeinde wird ihn mit Sicherheit nicht nur als Autor des Bestsellers “Der Alchimist” kennen. Community-Nerds haben diesen Mann wohl auch desöfteren in den Freundeslisten ihrer Freunde entdeckt (nicht sonderlich unwahrscheinlich, wenn man sich einmal die Liste seiner Communities betrachtet. Vielen Verlegern ist dieser Mann gewiss ein Dorn im Auge. Internetpiraten, die OpenSource-Gemeinde und Literaturbegeisterte lieben ihn hingegen.

Der brasilianische Bestsellerautor Paulo Coelho ist ein großer Fan der Internetkultur und genießt die dadurch entstandene Nähe zu seinen Lesern:

Mit dem Internet hat jeder die Möglichkeit, sein Ideen mit anderen im Netz zu teilen. Das bewirkt natürlich erst einmal ein großes Chaos. Ja. Aber auf der anderen Seite demokratisiert es auch. Es stärkt die Menschen, sich auszuprobieren. Das Internet fördert Kreativität. Im Gegensatz zur Passivität des bisherigen Medienkonsums, schreiben wir heute unsere Meinungen und Gedanken in Kommentaren unter den Beiträgen auf den Webseiten.

aus: Interview im Tagesspiegel

Doch dieser Ideenaustausch ist nicht der Hauptgrund für die massive Beliebtheit und Popularität Coelhos.
Seine Position in der Diskussion um die Bedrohung des Internet für die Buchkultur ist eindeutig. Wenn man sich der Technologie nicht anpasst und stattdessen mit Gesetzen und Strafen verzweifelt gegen den Wechsel ankämpft, so wird man früher oder später daran zerbrechen.

Der Autor hat das schon vor längerer Zeit realisiert und getan. Er gab sich als Internetpirat aus und veröffentlichte in dem Blog Pirate Coelho Links zu seinen Büchern in Filesharing-Netzwerken. 2008 löste er die ganze Sache dann auf und gewann wieder ein Stück Popularität.
Ebenso wirkungsvoll, paradoxerweise auch für die Verkaufszahlen, entpuppte sich der freie Download des “Alchimisten” in russischer Sprache auf seiner Homepage. Hatte er davor noch Absatzschwierigkeiten auf dem russischen Buchmarkt, so vervielfachten sich die Verkaufszahlen des Bestsellers schon kurze Zeit später.
In meinen Augen ist das auch völlig logisch. Ich lese das Buch in digitaler Form und wenn es gut ist, dann muss ich es auch im Bücherregal stehen haben.

Konsequenterweise hat Coelho schon vor Jahren “Piratenlinks” auf seine Seite gestellt (die brasilianische und internationale Blogosphäre und Presse kommentiert das, seit er im Januar 2008 öffentlich darüber sprach.) Der literarische Popstar weiß -wie gesagt- aus Erfahrung, dass Bücher im Wert steigen (können), wenn sie im Netz veröffentlicht werden. Doch Bücher seien letztlich nur Schiffe für den Transport von Ideen, im Kern ginge es immer nur darum, Ideen zu teilen. “The more you give, the more you gain.”

Und dann referiert er in schönster Lawrence Lessig Manier,

  • dass die Gesetze immer den Technologien angepasst werden müssen,
  • dass Medien und Verwertungsindustrien sich allzu schwer tun, das Offensichtliche -den Paradigmenwechsel- zu begreifen,
  • dass ihm schleierhaft ist, warum einige Produzenten im Netz den Feind statt die Herausforderung zur Entwicklung neuer Vertriebsstrategien sehen.
  • dass schon die Musikindustrie bisher nur Schlachten (z.B. gegen Napster), nicht aber den Krieg gewonnen habe. Und so weiter.

Wenn sie wenigstens so clever gewesen wären, damals, 2001, für jeden Musikdownload im Internet 0.05 Cent zu verlangen – statt all die Anwälte zu bezahlen! Niemanden hätte es gestört, glaubt Coelho. Aber sie waren eben nicht clever genug.

“Solange die Produzenten sich weigern, Terrain an die vorgeblich passiven Konsumenten abzutreten, werden sie Publikum verlieren.” … “Giordano Bruno wurde dafür bestraft, seine Idee zu verkünden. Heute wird man dafür bestraft, wenn man das nicht tut.”

aus: Paulo Coelho: Ein Alchimist der “Piraterie” von


Ich wollte euch nur aufmerksam machen auf die kostenlosen E-Books von Paulo Coelho. Qualität hat eben nicht immer seinen Preis.

In zahlreichen Sprachen findet man die Bücher Coelhos zum Gratis-Download in dem Pirate Coelho-Blog.
In dem box.net-Widget auf der rechten Seite finden sich, neben den erwähnten Links, nach kurzem Scrollen die deutschen Ausgaben von

  • Elf Minuten
  • Handbuch des Kriegers des Lichts
  • Der Zahir
  • Der Wanderer
  • Der fünfte Berg
  • Der Dämon und Fräulein Prym

und den Alchimisten zum kostenlosen Download.

Das dürfte erstmal genug Lesestoff bieten.
Viel Spaß damit!

 

Google, unser liebster Möchtegern-Monopolist, Freund und Feind der Informationskultur in einem, setzt wirklich alles daran, jeden Online-Grashalm mit seinem Logo zu versehen. Jetzt sind unsere Bücher dran.

 Google schluckt Bücher

Bei den Suchmaschinen sitzt die “Datenkrake” ja schon lange auf dem goldenen Thron und speichert fröhlich vor sich hin, weswegen mittlerweile wahrscheinlich auch jeder Internetnutzer in den Datenbanken des Google-Imperiums verzeichnet sein dürfte (inklusive Recherchedaten über Geschlechtskrankheiten, Vorlieben – auf welchem Gebiet auch immer, Wohnort, Urlaubsland, usw usf).
Datenschutz? Wozu das denn?
Gesetze und Bestimmungen lassen sich, mit genügend Geld und Einfluss, ganz prima ausblenden.
Und dass die Macht auch mal gerne zum
Verbergen von Informationen eingesetzt wird, wissen wir ja auch nicht erst seit den Ereignissen in China.
Wie bezeichnete Wikipedia-Begründer
Jimmy Wales die Suchmaschinenproblematik äußerst treffend:
“Mangel an Freiheit, Mangel an Gemeinschaft, Mangel an Verantwortung, Mangel an Transparenz.”

Der Hardcore-Google-User surft mit Chrome, speichert seine Termine im Google-Kalender, bekommt seine Post über Google-Mail, schaut seine Videos über YouTube, liest die neuesten Nachrichten in den Google-News, sucht seine Ziele für das Bewerbungsgespräch und den Arztbesuch über Google-Maps, beginnt die Online-Shoppingtour mit der Produktsuche, erstellt und verwaltet Tabellen und Texte mit Google-Docs, kommuniziert mit Google-Talk und natürlich durchsucht er seinen Computer mit der Google-Desktopsuche
Und all diese, meist doch sehr sensiblen Daten, liegen nun auf diversen Google-Servern zum Abruf bereit. Aber da bleiben sie ja auch und werden natürlich nur zu statistischen Zwecken genutzt…
Natürlich! Warum sollte man diese Informationen auch sonst speichern?!

Diese Unmengen an Daten reichen dem “Welt-Wissens-Speicher” noch lange nicht, denn was ist mit dem Wissen aus der Zeit vor dem Internet, das in Bibliotheken und Archiven vor sich hinschlummert?!
Der größte
Datenhändler der Welt kann sich das doch nicht entgehen lassen.

Also bastelt man seit 2004 an der Google-Buchsuche, die einerseits mit Verlagen zusammen arbeitet (das weniger problematische Google Print) und andererseits unsere Bibliotheken im großen Stil scannt (die juristisch umstrittene Google Library).
Den
Datenschutz zu unterwandern wird aufgrund mangelnder juristischer Gegenwehr mit der Zeit langweilig, also widmet man sich doch einfach dem Urheberrecht, denn das ist doch viel spannender und vor allem $lukrativer$.

Der Sinn und der Zweck des Urheberrechts bestand und besteht darin, daß Autorinnen und Autoren über das Resultat ihrer eigenen Arbeit souverän verfügen und eine angemessene Beteiligung an den wirtschaftlichen Erlösen aus ihrer Produktion erzielen können. In der Regel schließen sie dazu einen Vertrag mit einem Verlag, der ihre Texte nicht nur lektoriert, drucken läßt, verbreitet und bewirbt, sondern auch Lizenzen vergibt: für Vorabdrucke, Nachdrucke (z.B. als Taschenbuch), Verfilmungen. Die Verlage und mit ihnen die Autoren verdienen dabei Geld mit Inhalten.

Dieses Geschäftsmodell steht durch Google zur Disposition. Google verdient nämlich nicht, zumindest bislang nicht, mit Inhalten Geld. Google stellt Inhalte kostenlos zur Verfügung, um möglichst viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Diese Aufmerksamkeit wird in »Zahl der Mausklicks« gemessen und an Werbekunden zu sogenannten Kontaktpreisen verkauft. Was also einstmals Kern des Verlagsgeschäfts war, die Verbreitung von Inhalten, ist bei Google lediglich die Bedingung der Möglichkeit für Geschäfte ganz anderer Art. Inhalte sind nicht Zweck dieser Veranstaltung im Internet, sondern nur mehr ein Mittel.

aus: “Google unterhöhlt das Urheberrecht. Worum geht es genau, mit welchen Konsequenzen, und wo erfährt man mehr?” von Gunther Nickel

Im Gegensatz zu den bisher besprochenen, freien Internetbibliotheken, werden hier nicht nur gemeinfreie Bücher der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung gestellt, sondern ebenso urheberrechtlich geschützte Bücher und Publikationen, ohne die Rechteinhaber zu fragen, veröffentlicht.

Die Vorgeschichte: Seit fünf Jahren digitalisiert Google die Bestände amerikanischer Bibliotheken. Dort stehen wie überall in der westlichen Welt drei Kategorien von Büchern. Das sind erstens jene, deren Autor länger als siebzig Jahre tot ist – dann erlischt das Urheberrecht, die Werke sind gemeinfrei. Zweitens lagern dort Bücher, deren Urheberrecht noch besteht, die aber nicht mehr lieferbar sind; und drittens gibt es lieferbare, aktuelle Werke. Die zweite Gruppe bildet die Mehrheit der von Google eingescannten Bücher. Die mit großen europäischen Bibliotheken getroffenen Vereinbarungen sind in diesem Fall nicht von Interesse, weil dort nur gemeinfreie Bücher digitalisiert werden.

aus: “Die Google-Strategie – Das Teuflische an diesem Plan” von Hannes Hintermeier

Nicht gemeinfreie Bücher werden zwar scheinbar nur teilweise zugänglich gemacht, aber die hier erwähnte Methode, lässt uns auch diese Bücher kostenlos auf die Festplatte laden.

Nachdem nun Klagen von allen Seiten auf den Konzern einprasselten, überlegten sich die hochkarätigen Google-Rechteverdreher, wie man ohne große finanzielle Einbußen, trotzdem das Urherberrecht dehnen und bestenfalls auf lange Sicht zum eigenen Vorteil ummodellieren kann. Also gebahr die Rechtsabteilung das Google-Book-Settlement.

Diese Regelung klingt zunächst ganz verlockend: Für die Nutzung von Texten im Internet bekommt man bislang meistens gar nichts, fortan immerhin etwas. Vergriffene Bücher werden auf diese Weise wieder zugänglich und werfen nun womöglich auch noch ein wenig Honorar ab. Bei näherem Hinsehen zeigt sich jedoch, daß Google keineswegs alle Einnahmen, sondern ausschließlich die Einnahmen aus der kommerziellen Verwendung von Texten anteilig abführen wird. Für ihre nichtkommerzielle Verwendung gibt es also weiterhin kein Geld. Was das konkret bedeutet, spielt Ilja Braun in der WELT anschaulich am Beispiel von Reiseführern durch. Völlig unbestimmt bleibt darüber hinaus, an welche kommerziellen Verwendungsmöglichkeiten gedacht ist. Es ist, das ergibt sich aus den bislang veröffentlichten Unterlagen, prinzipiell jede Nutzung durch Google möglich, womit die bisher übliche Unterscheidung von Haupt- und Nebenrechten hinfällig wird. Fortan liegen sämtliche Rechte an einem von Google ganz oder teilweise verbreiteten Titel bei Google, und zwar ad libitum sowohl das Recht den Text zu verkaufen als auch das Recht ihn zu verschenken.

aus: “Google unterhöhlt das Urheberrecht. Worum geht es genau, mit welchen Konsequenzen, und wo erfährt man mehr?” von Gunther Nickel

Da ich nicht der kompetenteste Kritiker für diese rechtlichen Angelegenheiten bin, hier zwei Links, unter denen ihr euch selbst schlau machen könnt:

Soviel zur rechtlich-inhaltlichen Kritik an Google-Book-Search.


Kommen wir also zur Nutzerfreundlichkeit.
Diese wirkt auf mich zunächst verwirrend. Eine Menge Ergebnisse, aber verwirrender als jede schlecht-sortierte Fakultätsbibliothek.

Bei den erfassten, aber noch nicht in gescannter Ausgabe zur Verfügung stehenden Büchern, findet man eine Übersicht, die wissenschaftliches Lesen und Arbeiten wohl vereinfachen soll.
Über dieses Buch liefert meist ein Foto des Titels, einen kurzen Klappentext und bibliografische Angaben. Dazu gibt es noch einige Zusatzkategorien, wie z.B. Rezensionen, Referenzen von Webseiten, Referenzen von wissenschaftlichen Büchern und Weitere Ausgaben.
Schön und gut, dass man die gesamte Bandbreite an Hypertextmöglichkeiten ausschöpft, aber eigentlich wollte ich das Buch doch nur lesen.
Am Rand erfahre ich dann, dass ich es ausleihen oder kaufen kann.
Mach ich natürlich nicht, ich will’s ja kostenlos lesen und suche weiter, bis ich nach 15 Minuten Stöbern irgendwann zu dem Schluss komme, dass es noch nicht in digitalisiert er Form vorliegt, sondern nur katalogisiert wurde.
Ein kleiner Satz, wie “Dieses Buch befindet sich derzeit noch nicht im Datenbestand der Google-Bibliothek” hätte dem verwirrten Erstbesucher einige kostbare Zeit erspart und das Handgelenk geschont.

Die gescannten Bücher erscheinen in browser-interner PDF-Ansicht mit Informationen im Reiter Über dieses Buch.
Der Download als PDF-Datei ist bei vielen Büchern ebenfalls möglich.

Nun habe ich die Wahl zwischen der Seitenansicht der gescannten Seiten oder der reinen Textansicht.
Die Scans der Bücher erscheinen oft in erschreckend schlechter Qualität und ich denke mir, wenn das die endgültige Qualität sein soll, dann schüttelt es mich ob dieser Respektlosigkeit vor den alten Schätzen unserer Kultur. (Hier ein Beispiel für einen verschandelten
Goethe)
Also widme ich mich dann doch lieber der Textansicht… und schalte schnell wieder auf die Seitenabbildung um, weil die Texterkennungs-Software scheinbar noch mehr Probleme hat, den Text zu lesen, als ich.
Was “Welche Rauü>form entsteht, »eun’, sich ein Punkt bewegt?” heißen soll, erahne ich ja noch, aber wirklich Spaß macht mir das Lesen nicht mehr.

Warum der Konzern die Texte nicht nachträglich korrigiert, ist schnell erklärt: Wie soll man denn in so kurzer Zeit diese Massen an Büchern digitalisieren, um der Weltherrschaft ein Stück näher zu kommen, wenn man sich auch noch mit so etwas Lästigem wie der Qualität auseinandersetzen muss?
Schließlich geht es hier um Quantität und nicht um Qualität, verehrter Leser.
Achja… man merkt, wie sehr es Google um die Sache, den Erhalt unserer Schriftkultur, und nicht nur um das Geld geht.

Da ich nun schon mehr als genug geschrieben habe, komme ich direkt zum Fazit:
Es ist wirklich erschreckend, was mit unserer Literatur aufgrund von Macht- und Geldgier geschieht.
Ich jedenfalls, werde die Google-Buchsuche weiterhin nicht nutzen.
Erstens, weil sie enttäuschende inhaltliche und optische Ergebnisse liefert und weil ich zweitens diese Unternehmung, mit der Google seine Vorherrschaft als Wissenshändler und Internet-Monopolist weiter auszubauen versucht, nicht unterstützen will.

Was ihr macht, das bleibt wie immer euch überlassen, aber vielleicht denkt der eine oder andere nach diesem Artikel etwas mehr über diese Problematik und sein eigenes Verhalten im Internet nach.

Abschließend noch ein paar Links, um dem Marktführer mal etwas Ruhe zu gönnen und Energie zu sparen (s. Link 3):

 



P.S.: mal sehen, ob sich nach diesem Artikel mein PageRank verändert ;)

 

 

Foto von FR-Online

Eine etwas breitere Randnotiz zur E-Book-Diskussion

Brille mit Herz Ich überlege schon länger, ob dieser Blogartikel hier überhaupt notwendig ist. Es gibt ja mittlerweile mehr als genug Auseinandersetzungen mit dem Thema. Ganz sicher bin ich mir immer noch nicht. Was soll’s…

Dieser Blog heißt nunmal Bücher Online Lesen, also sollte ich zumindest eine Randnotiz zu dem Thema hinterlassen.
Und mehr soll es auch nicht werden, denn ganz ehrlich: Diese leidige Diskussion bringt uns auch nicht mehr Erkenntnis über die Zukunft des Buchhandels.
Nur Sony, Libreka & Co ernten die gewünschte Medienpräsenz und die Werbefirmen freuen sich wieder mal über erfolgreiches Marketing.

Ersteinmal für diejenigen, die es nicht mitbekamen oder es schlicht und einfach verdrängen:
Was derzeit durch die Medien geistert und den Buchhandel aufreibt ist nicht die erste Diskussion um E-Books:

Im September 2003 stellt die US-amerikanische Buchhandelskette Barnes & Noble den Verkauf von elektronischen Buchdateien – den sogenannten eBooks – ein. Der Betrieb der Plattform lohnt sich nicht mehr. Die Firma Microsoft, die mit dem »Reader« eine Software auf den Markt gebracht hatte, die jahrelang Bestandteil jedes windows-mobile-basierten PDAs war, entwickelt das Programm seit Juni 2003 nicht mehr weiter. Der eBook-Pionier Gemstar, der seinerzeit das Lesen von eBooks auf dem sogenannten RocketBook revolutionieren wollte, stellt ebenfalls 2003 den Verkauf der Geräte ein.

Das eBook war 2003 tot. Der Hype ums Lesen auf batteriebetriebenen Geräten war kurz nach der Jahrtausendwende beendet. Vorbei die Galaveranstaltung eines eBook-Awards in der Frankfurter Oper.

Doch dann kam alles anders, denn dann kam Amazon und brachte im Herbst 2007 mit dem Kindle plötzlich wieder ein neues Lesegerät auf den Markt. Und der eBook-Hype begann erneut.

(Quelle: Das Literaturcafé)

Nun gut, natürlich ist der jetzige Hype schon eher ernstzunehmen, da die Entwicklungen, vor allem im technischen Bereich, schlichtweg ausgereifter sind.
Die Erfindung des
Elektronischen Papiers und die Entwicklungen im Reader-Bereich (mir gefällt übrigens der Txtr sehr gut) waren sicher entscheidende Schritte, um eine erfolgreiche Vermarktung des E-Books zu ermöglichen.
Vor allem ist einfach die Gesellschaft offener für technische Innovationen geworden. Die heutige Gesellschaft wird zunehmend digitalisiert und gewöhnt sich nunmal daran, das Bürgeramt im Internet aufzusuchen, sich mit dem Handy über Google Maps in der Stadt zu orientieren oder eben Bücher digital zu erwerben.

Das Interesse am E-Book steigt zunehmend, was Forsa-Studien belegen (>golem). 2,2 Millionen Deutsche wollen sich noch in diesem Jahr ein E-Book zulegen.
Stellt sich nur die Frage wer plant, sich einen dieser Reader für 300 € zuzulegen (oder besitzt ein anderes Gerät zur Darstellung)?
Und ob alle 2,2 Mio ebenfalls wissen, dass ein E-Book ungefähr genauso teuer sein wird, wie das papierne Gegenstück? – Das bezweifel ich.

Und genau da liegt das Buch begraben.(schlechtes Wortspiel, ich weiß ;) )
Gerade in der heutigen Zeit, in der man sich mehrmals überlegt, wofür man sein Geld ausgibt, findet ein Reader für 300€ beim Normalverbraucher nicht viel Anklang.

Habe ich die Wahl, einen einfachen Belletristikroman für das gleiche Geld im Buchhandel zu erstehen, wie sein elektronisches Pendant im Internet, brauche aber zusätzlich einen Reader, um es unterwegs zu lesen, entscheide ich mich wofür?

Richtig! Das vertraute Paperback, das ich in der Buchhandlung beim Einkaufsbummel in der Innenstadt erstehe. Das gewichtige Buch, dessen Druckerschwärze-auf-Papier-Geruch mir so vertraut ist. Das Buch, dass es vielleicht sogar als Mängelexemplar in der Auslage gibt, weil ein paar Seiten geknickt sind oder der Drucker auf ein paar Seiten nicht mehr so richtig wollte.
Das Buch eben.
Und nach dem Lesen atmet es entspannt in meinem Bücherregal und verrät meinen Gästen sicher viel über mich. (oder es beeindruckt die neue, belesene Bekanntschaft ;) – zum Angeberthema
dieser Kommentar)

Bei der FAZ beschreibt Don Alphonso sehr treffend die Typen, die im Moment potentielle E-Book-Käufer darstellen:

- Informatiker und andere Techniker, deren Fachbücher schnell veralten, und die eine besonders ausgeprägte Neigung haben, sich dergleichen als Download ohne Kosten aus dem Netz zu besorgen. Ich kenne Informatiker, die ganze Bibliotheken auf ihrem Rechner haben, und nie einen Blick hineinwerfen. Der Baudrillard und der Wittgenstein stehen aber weiterhin in Papier im Schrank.

- Manager, Juristen und Berater, die diesen ruckzuck-supermobilen Lebensstil bis in den Buchkonsum ausdehnen. Manche brauchen sogar tatsächlich sowas wie eine Handbibliothek für unterwegs, und gerade juristische Texte müssen häufig ergänzt werden. Es gibt tatsächlich so etwas wie einen kleinen Markt für diese Art Profiliteratur.

- Downloader, die downloaden, weil man es downloaden kann und downloaden cool ist, und damit die 79 Gigabyte ungehörte Musik einen Spielkameraden auf der Festplatte haben, wenn der Downloader den [Hier streiikt das Blogsystem]-Ordner bemüht.

- und die Gruppe, die von allen am wenigsten sexy ist: Die verhinderten Autoren, denen Verlage unverschämte Briefe mit Absagen für ihre epochalen Romane des 21. Jahrhunderts schicken, die sich aus irgendwelchen Gründen die Schmach eines Zuschussverlages nicht leisten können oder wollen, und nun ihre Bücher im Internet veröffentlichen, in der Hoffnung, dass die Netzleser die wahren Qualitäten zu erkennen wissen.

(aus: Sexvergleich: Buch vs Ebook)

 

Nun hab ich doch einen ziemlich breiten Rand für meine Notiz gebraucht…
Also komme ich ohne weitere Umschweife zum Fazit:

Das gedruckte Buch ist noch lange nicht bedroht.
Mit dem E-Book eröffnen sich einige interessante Vorteile und Möglichkeiten, vor allem für das wissenschaftliche und zeiteffizientes Arbeiten.
Viele Verleger werden sich den Kopf zerbrechen, wie man sich vor den bösen Raubkopierern (die es übrigens schon seit Jahren gibt und mehr Bestseller digitalisiert anbieten als E-Book-Händler) schützen kann.
Man wird häufiger E-Book lesende Studenten oder ITs mit iPods in der Bahn oder im Park sehen. Und Bibliotheken und Buchhandlungen werden Ladestationen besitzen.

Aber der gute alte “Schinken” stirbt mit Sicherheit nicht aus. Dafür lieben wir es zu sehr, das Papier zu berühren, das vertraute Geräusch beim Umblättern, den Geruch von Druckerschwärze und vor allem lieben wir (und Ikea) unsere Bücherregale. :-)

Also nochmal für alle Panikmacher zum mitschr…kopieren und einfügen:
Die Welt wird nicht untergehen!

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