Archiv für die Kategorie ‘Empfehlungen’
Nur eine kurze Empfehlung mit großem Nährwert…
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Das Webcomic-Verzeichnis ist eine Fundgrube für alle Comic-Fans, die auf der Suche nach frischen und kostenlosen Comics und den eher unbekannten Zeichnern und Autoren sind.
Hier kann jeder deutschsprachige Comic-Zeichner seinen Blog oder seinen Internetauftritt gratis eintragen (internationale Webverzeichnisse finden sich hier). Neu veröffentlichte Strips werden per RSS auf der Startseite angezeigt, was die Seite zu einer guten Startseite für Freunde von Strichmännchen und Co. macht.
Gute Unterhaltung!
P.S.: Lest mehr Popel!
Meine heutige Empfehlung gilt zur Abwechslung nicht einem Portal oder einer großen Auswahl an kostenlosen E-Books, sondern nur einem einzigen. Aber das verdient einen eigenen Eintrag in diesem Blog.

Little Brother ist ein Roman, der im Titel schon deutlich auf die beinhaltende Thematik verweist: Leben im Überwachungsstaat. Den Titel "Little Brother" wählte der Autor Cory Doctorow für seinen 2008 erschienenen Roman bewusst in Anlehnung an 1984 von Orwell.
Es geht um Marcus Yallow alias w1n5t0n, alias M1k3y. Dieser wohnt in einer fiktiven (aber nicht allzu unrealistischen) Zukunft, in der San Francisco nach einem Terroranschlag zum Polizei- und Überwachungsstaat mutiert. w1n5t0n (Winston) ist Hacker und hält nicht viel von Überwachung, was ihm natürlich eine Menge Ärger einbringt.
Aber ich will hier nicht einen Inhaltsangabe liefern, denn die kann der geneigte Leser auch auf Wikipedia nachlesen.
Das Buch erscheint im März als "kommerzielle Version" in der Übersetzung von Uwe-Michael Gutzschhahn bei rororo.
Da das Buch aber vom Autor mit CC-Lizenz veröffentlicht wurde und dank hervorragender Übersetzerleistung auch im Deutschen für alle frei zugänglich gemacht wurde, kann jeder "für umme" in den Genuss des Buches kommen.
Christian Wöhrl hat sich als Fan die Mühe gemacht und das Werk als CC-Version ins Deutsche übersetzt. Das E-Book als kostenlose PDF findet sich hier.
Bin jetzt mal faul und kopiere aus meinem Nachwort (und ich aus seinem:
Im 13. Kapitel von „Little Brother“ heißt es in einer E-Mail an den Helden: „Hier in Deutschland haben wir eine Menge Erfahrung damit, was passiert, wenn Regierungen außer Kontrolle geraten.“ Nun ist Deutschland im Jahre 2008 sicherlich kein totalitärer Staat, doch die aktuelle Sicherheitsgesetzgebung (Stichworte hier etwa: Vorratsdatenspeicherung, E-Pass, BKA-Gesetz, Fluggastdatenerfassung) lässt die Einschätzung von Bürgerrechtsaktivisten, hier werde der schleichende Umbau zu einem Überwachungsstaat vorangetrieben, zumindest nicht völlig abwegig erscheinen.
Vor diesem Hintergrund wollte ich nicht darauf warten, ob und wann Cory Doctorows Little Brother – der sich eben nicht nur als spannender Entwicklungsroman über und für junge Erwachsene lesen lässt, sondern auch als Plädoyer für angemessenen zivilen Ungehorsam und gegen undifferenzierte Terror-Hysterie – in einer deutschen Übersetzung erscheint.
Ob die Qualität der Übersetzung mit der "kommerziellen" mithalten kann, weiß ich nicht, da ich noch nicht alle Versionen zum Vergleich gelesen habe. (habe es jedoch vor, denn das Buch eignet sich für mehr als einen Lesedurchgang)
Die Welle der freiwilligen Helfer rollt fleißig weiter und der "rollmops" stellt hier diverse E-Book-Formate zur Verfügung.
Das englische Original gibt's natürlich ebenfalls als gratis E-Book nach einem Klick genau <hier>.
Außerdem gibt es diverse Versionen von "Little Brother", bezüglich der Übersetzungen und natürlich auch Vertonungen. Fabian Neidhardt beispielsweise arbeitet derzeit sehr ehrgeizig an der deutschen Hörbuchfassung und liefert sich ein Rennen mit der Entstehung der "kommerziellen Version". Das deutsche Hörbuch von "Little Brother", basierend auf der Übersetzung von Wöhrl, findet ihr im dazugehörigen Blog.
Ich bin jedenfalls gespannt, wieviele tatsächlich knapp 15 € für die rororo-Version ausgeben und auch der Hörbuchmarkt dürfte wieder einmal sehr irritiert von den engagierten CC-Projekten sein.
Update: Fabian Neidhardt hat es geschafft und stellt das komplette Hörbuch zum Download bereit. Genau hier!
Vielen Dank dafür!
Hier ein kleiner Tipp, der mir per Mail zugetragen wurde und den ich gerne unterstütze, da ich schon immer ein Fan von guten Web 2.0-Projekten war…
"Es gibt Momente im Leben, bei denen man nicht genau weiß, ob man nun träumt oder alles tatsächlich wahr ist – und genau so ein Moment war dieser Montagmorgen im Februar."
Mit diesem Satz begann das Projekt Penopolis, ein Buch, das jeder mitschreiben kann und kostenlos zum Lesen im Internet veröffentlicht wird.
Willkommen bei Penopolis – dem einzigartigen Ort im Netz, an dem jeder seiner Kreativität freien Lauf lassen kann! Bei Penopolis stand nur der erste Satz fest, wie sich die Story, Kapitel für Kapitel, weiterentwickelt schreibt und entscheidet Ihr, die Co-Autoren und die Community.Aus einem Anfangssatz entstand so bisher eine Geschichte um Lene, eine eher erfolglose Schauspielerin, die zufällig in einen Mord verwickelt wird: Eine Joggerin stirbt in ihren Armen; erschossen. Doch bevor sie stirbt, hinterläßt sie Lene einen USB-Stick und einen Auftrag…
Was mit Lene weiter geschieht, was es mit dem USB-Stick auf sich hat und wer der Mörder ist – das liegt weiterhin an Euch! Jeder kann mitschreiben – oder wer lieber liest als schreibt kann mit abstimmen, welches Kapitel es ins Buch schaffen soll und die Geschichte weiterschreibt.Pro Kapitel gilt: Drei Tage Schreibzyklus und ein Tag Voting. Der aktuelle Zyklus und seine Dauer sind rechts als Wecker dargestellt.
Eine kleine Korrektur: Nur der aktuelle Schreibzyklus dauert noch knapp 2 Tage, danach wird für 24 Stunden abgestimmt, welche Kapitelversion als 7. Kapitel in unseren Kollektivroman einziehen wird.
Insgesamt geht unser Projekt über 30 Kapitel, es ist also noch genügend Zeit, mal vorbeizuschauen und mitzumachen. Daten werden bei uns nicht für Werbezwecke benutzt oder an Dritte weitergegeben, wir freuen uns natürlich als neue Plattform über jeden, der an unserem Projekt teilnimmt!
*Nostalgie ein*
Vielleicht liegt's am Wetter oder daran, dass dieses fiese W-Wort in aller Munde und Schaufenster prangt. Dieses W-Ding, präsentiert von diesem Coca Cola-Maskottchen mit dem Rauschebart, das vor Ewigkeiten ein Fest zu Ehren der Geburt des Heilands war. Dieses W-Ding, an dem Familien früher glücklich beisammen saßen und heute verarmt, genervt und gestresst die Schnapsflaschen leeren, um die Tage irgendwie zu überstehen. Dieses W-Ding… Ach, ihr wisst was ich meine.
Jedenfalls ist mir heute nach
Märchen.

Kostenlose Texte gibt es natürlich genügend auf den einschlägigen Portalen, wie WikiSource oder Gutenberg-DE.
Mich interessieren jedoch die eigens dafür gestalteten und geschalteten Seiten. Und daran lasse ich Euch nun teilhaben.
- 576 (Stand 03.11.2009) fantastische Geschichten schlummern auf dem Server
- freundliche Hintergrundfarbe und augenschmeichelnde Schriftgröße/-art, gut online zu lesen
- Druckfunktion fehlt (Märchen liest man schließlich am liebsten im Sessel oder auf der Bettkante des kleinen Sprosses)
- Märchenletter – jede Woche ein Märchen kostenlos ins Postfach
- Fazit: gut sortierte, große Sammlung deutschsprachiger Märchen, leider etwas lieblos verpackt, aber für Copy, Paste und grafische Aufbereitung (beispielsweise für selbstgebastelte Geschenkbücher) gut geeignet
- 378 Märchen nach Autoren/Herausgebern alphabetisch sortiert
- die gut gemeinte wechselnde Hintergrund-Farbgestaltung strapaziert die Augen beim Lesen am Monitor (empfehle: Readability)
- leider auch keine vernünftige Druckfunktion
- sehr schöne Märchenauswahl, an der man merkt, dass die Betreiberin vom Fach ist
- das Angebot wird ergänzt durch Illustrationen (⇒extra Unterseite) und Interpretationen (die leider nur vollständig auf der zu bestellenden CD-Rom vorliegen)
- Fazit: auch hier, eine gut-sortierte Sammlung, die sich vor allem als Fundus für selbstgestaltete Textsammlungen eignet, v.a. durch die Illustrationen in der "Bilder"-Rubrik
- das weltweit erste Märchenlexikon im Internet
- Verzeichnis mit ca. 300 Märchentiteln, zu denen Informationen abgerufen werden können
- Informationen zu weltweit 130 auffindbaren Märchentypen, inkl. aller Zaubermärchen der Brüder Grimm als strukturiertes Lexikon
- Motivregister, Titelregister, weiterführende Literaturhinweise
- Struktur mutet teilweise noch etwas chaotisch an, aber man findet sich trotzdem schnell zurecht
- Fazit: für alle, die sich aus wissenschaftlichem oder privatem Forschungsinteresse für Märchen interessieren, bietet das Online-Lexikon eine große Fülle an Informationen über Kulturgeschichte und Forschung, außerdem ein großer Bestand an Quelltexten internationaler Märchen, Mythen und Sagen
- Forum mit Märchen, Sagen und Legenden
- große Sammlung mit Texten aus aller Welt, zusammengetragen vom Betreiber und den Nutzern
- Möglichkeit, um eigene Märchen einzustellen und zur Diskussion freizugeben
- Fundgrube auch für relativ unbekannte Perlen der Märchenwelt
- große Sagen- und Märchensammlung aus aller Welt
- nach Ländern geordnet
- Sammlungen von den Gebrüdern Grimm, Ludwig Bechstein und Johann Wilhelm Wolf
- simple Darstellung in Schwarz auf Weiß
- wie der Vorgänger, mit zusätzlichen Autoren/Herausgebern
1000 Märchen.de
- riecht nach SEO, deswegen erspar ich mir die Bewertung
- ob die "Eigenen Märchen" tatsächlich ernst gemeint sind? Ich hoffe nicht!
Weitere Fundstücke: Märchenstern.com (Märchen-Podcast) und Märchenstern.de
(nicht viel, aber stimmige Optik).
Wirklich gelungen ist die Märchenseite von childrentooth.de. Viele Märchen sind es zwar nicht, dafür sehr schön illustriert. So stelle ich mir eine ansprechende Seite zu diesem Thema vor. (Mari hat überhaupt Händchen und Auge für's Grafische, wie ihre Homepage beweist.)
Alles in allem ergibt meine spontane Recherche, dass sich zwar eine Fülle von Märchen im Netz tummeln und die Suche nach kostenlosen Texten zeitnah durch Erfolg gekrönt ist, aber leider fehlt es an liebevoll gestalteten Seiten. Gerade diese fantastischen Geschichten verdienen meiner Ansicht nach eine schönere, bebilderte Gestaltung.
Gut, ich gebe zu, ich lese Märchen auch lieber in illustrierten Büchern, mit schweren, verzierten Buchdeckeln. Schließlich brauche ich den Monitor für das Kaminfeuer.
Die schönste Form märchenhafte Welten zu erkunden, ist mit Sicherheit die Geschichten vorgetragen zu bekommen. Da bietet uns Vorleser.net einige schöne kostenlose Hörbücher, mit Klassikern u.a. von den Brüdern Grimm, Andersen, Busch, Hoffmann und Bechstein. Genau das richtige zum Einmümmeln auf dem Sofa.
Zum Abschluss meiner fantastischen Forschungsreise noch ein kleines "geYouTubetes" Schmankerl – das Titelstück der schönsten Märchenverfilmung, die ich kenne: "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel".
*Nostalgie aus*
Studieren kann wirklich nervig sein. Vor allem wenn die Bücher in den Universitätsbibliotheken trotz Studiengebühren verstaubt, vergilbt und vergriffen sind.
Dreißig Studenten aus einem Seminar bekommen alle die gleiche Aufgabe und brauchen alle das gleiche Buch, von dem mal wieder nur ein Exemplar in der Bibliothek steht. Wer clever ist, spricht sich mit den Kommilitonen ab und fertigt mehrere Kopien an (nachdem er 20 min auf einen freien Kopierer warten musste). Denn mitnehmen kann man die Publikation natürlich nicht.
Die Recherche nach geeigneten Quellen für die Hausarbeit gestaltet sich oft sehr mühselig. Jeder Student kennt das wohl, man stapelt den Tisch mit zwanzig Büchern voll, von denen letztendlich fünf relevant sind. Und bis man alle relevanten Bücher aufgetrieben hat, verstreichen Stunden…
Glücklicherweise leben wir im digitalen Zeitalter und clevere, ehemals genervte Studenten schaffen nun Abhilfe:
PaperC – Die Fachbuchplattform zum kostenlosen Lesen im Internet
Mit ihrem Start-up PaperC wollen die beiden 26-jährigen Berliner das wissenschaftliche Arbeiten vereinfachen und damit Geld verdienen. Ihre Internet-Plattform soll komplette Fachbücher im Netz zugänglich machen und so die verstaubte Uni-Lehrbuchsammlung fürs digitale Zeitalter rüsten. Wer zum Beispiel einen Blick in den „BWL Crash-Kurs Marketing“ aus dem UTB-Verlag werfen möchte, kann das Buch auf dem Paper-C-Portal Seite für Seite kostenlos durchlesen. Erst, wenn man ein Kapitel ausdrucken oder Zitate im Text markieren will, wird ein Obolus fällig. Der beträgt fünf Cent pro Seite, wie an den meisten Kopiergeräten. „Wir sind der elektronische Copyshop“, erklärt Fröhlich.
Was nach einer einfachen Idee klingt, ist in Wahrheit eine kleine Revolution: Noch nie haben Fachbuchverlage ihre Werke von der ersten bis zur letzten Seite frei im Internet zugänglich gemacht, selbst E-Books muss der Kunde vor dem Lesen komplett kaufen. PaperC will ein neues Geschäftsmodell etablieren: Der Kunde zahlt nicht für das Buch an sich, sondern für den Zusatznutzen, den das Internet-Portal ihm bietet: zum Beispiel den Druck ausgewählter Seiten am heimischen Tintenstrahler oder die digitale Zitateverwaltung. Jeder Student zahle einer Studie zufolge zwischen 40 und 60 Euro pro Jahr für Kopien, das mache mehr als hundert Millionen Euro im Jahr, sagt Martin Fröhlich. „An diese Kopierkosten wollen wir ran!“
Quelle: Handelsblatt
Schon jetzt (in der offenen Betaphase) präsentiert sich die Bibliothek gut gefüllt mit mehreren Tausend Fachbüchern, die man kostenlos am Bildschirm lesen kann. Die Kopie, das Drucken und das Sammeln von Zitaten kostet jeweils 5 cent, normale Uni-Kopiererpreise und dafür ohne Abtippen schon auf dem Laptop. Die notwendige Registrierung geht schnell und unkompliziert. Persönliche Daten müssen erst angegeben werden, wenn der Nutzer sein Konto aufladen will.
Im Gegensatz zu Copycats wie Google und Co. sind alle Bücher von den Verlagen für die Plattform freigegeben worden. Sach- und Fachbuchverlage haben schließlich im Gegensatz zur Musikindustrie und den großen Belletristikverlagen begriffen, dass man sich dem digitalen Zeitalter anpassen muss, um nicht als Verlierer dazustehen. So finden sich beispielsweise Publikationen von de Gruyter und Oxford University Press neben von Natur aus aufgeschlossenen Kleinverlagen im Sortiment von PaperC.
Und warum machen die Verlage das mit?
Fröhlich: Heute werden Fachbücher an den Unis seitenweise kopiert – dafür bekommen die Urheber aber nur Peanuts von der VG Wort, die von den Betreibern der Kopiererläden Gebühren erhebt. Und für Ausdrucke von illegal eingescannten Büchern bekommen sie gar nichts. Hofmann: Wenn die Verlage die Bücher dagegen auf PaperC einstellen, verdienen sie mehr! Denn wir gehen davon aus, dass viele Nutzer die individualisierten Bücher weiterhin ausdrucken wollen. Und für einen Ausdruck müssen sie nach wie vor zahlen – etwa 10 Cent pro Seite. Und zwar nicht an die VG Wort, sondern an uns. Wir wiederum beteiligen die Verlage an den Einnahmen.Ist es Ihnen schwer gefallen, die Verlage rumzukriegen?
Hofmann: Das erste Gespräch war in der Tat sehr schwierig: Da haben uns die Geschäftsführer erstmal einen Vogel gezeigt, sich dann aber nicht wie geplant 45 Minuten, sondern drei Stunden für uns Zeit genommen. Fröhlich: Und dann haben wir denen das Gesicht gewaschen und die Augen geöffnet. Inzwischen will eigentlich jeder mit machen. Übrigens auch viele mittelständische Verlage, denen es sonst viel schwerer fällt, ihre Bücher an den Mann zu bringen.
Quelle: wiwo.de – Gründerraum
Die Online-Bibliothek lässt sich nach Autor, Titel, Verlag und ISBN durchsuchen. Ob die Suche auch eine Volltextsuche ist, die Begriffe innerhalb der Bücher sucht oder nur mit Tags (Schlagworten) arbeitet, konnte ich noch nicht feststellen.
Der Such-Filter unterscheidet zwischen Autor, Titel, Verlag und Meistgelesen. Hier fehlt eindeutig noch eine Kategorisierung nach Genre bzw. Fachgebieten. Es würde das Stöbern deutlich vereinfachen, wenn sich beispielsweise der Germanist in der Germanistikecke und der BWLer in der Wirtschaftsecke umsehen könnte.
Am Design und der Benutzerfreundlichkeit lässt sich hier nichts bemängeln. Die Bücher werden im Flash-Reader schnell und gut lesbar angezeigt.
Die Dienste (Drucken, Zitat, Notizen, Kopieren, Taggen und Seiten kaufen) kosten alle einheitliche 5 cent.
Will man ein ganzes Buch kaufen werden dementsprechend 5 cent x Seitenanzahl fällig. Die einzige Kritik an der eigentlich sehr fairen Preispolitik: Warum zahlt man für das "Taggen" ebenfalls 5 cent?
Fazit:
Ein vielversprechendes Projekt, das eine kleine Revolution im Uni- und Wissenschaftssektor darstellt und gute Chancen auf die Marktführerschaft in diesem Sektor hat. Mit dem sechsstelligen Investment vom Technologiegründerfonds Sachsen, wachsendem Sortiment und kleinen Verbesserungen dürfte aus dem kleinen StartUp-Unternehmen ganz fix eine etablierte Institution werden.
Wenn ich durch meine Semmelstatz scrolle, fällt mir immer wieder auf, dass viele Besucher intern nach bestimmten Buchtiteln suchen. Da ich aber nur eine Art Rundführer in den Weiten des kostenlosen Literaturdschungels im Internet bin und nur Seiten empfehle, die mehrere freie Bücher anbieten, gilt meine heutige Empfehlung einer Suchmaschine, die sich um Einzelnes kümmert.
Die Volltextbibliothek Lexikus hat nun neben ihrem eigenen Angebot eine Suchmaschine ins Leben gerufen, die nicht nur das eigene Angebot gemeinfreier Literatur durchsucht, sondern auch die anderen großen deutschen Online-Bibliotheken WikiSource, Zeno.org, Project Gutenberg und Gutenberg-DE.
Die Suchmaschine basiert auf der Google-Technik und liefert dementsprechend schnell und ausführlich die Ergebnisse. Somit bleibt demjenigen, der nach digitalisierten Werken sucht, das Herumgehüpfe zwischen den großen Portalen erspart.
Zu den erwähnten Portalen brauche ich sicher nichts mehr sagen, aber Lexikus.de hingegen dürfte einigen noch nicht bekannt sein.
Die Online-Bibliothek des Lexikus.de-Verlages digitalisiert überwiegend historische Werke, deren Erscheinungsjahr zwischen 1780 und 1930 liegt.
Da schon eine ausführliche Beschreibung des Projektes existiert, verweise ich auf den Artikel von Benjamin Rosendahl. Aktuelle News über das Projekt gibt's im dazugehörigen Blog.
Nur eines kann ich mir nicht verkneifen: Schade, dass auch hier das Design und die Lesefreundlichkeit wie beim deutschen Gutenberg nur mit mangelhaft zu bewerten sind. Die Schrift ist eindeutig zu klein, um in Ruhe ganze Bücher zu lesen. Und eine Druckfunktion fehlt gänzlich.
Da es sich bei den meisten Texten aber vorwiegend um historische Werke handelt, die meist zur Recherche oder aus Neugier durchstöbert werden, drücke ich nochmal ein Auge zu und spreche meine Empfehlung aus. Vor allem weil es durch die enge Zusammenarbeit mit der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern und den Buchpatenschaften zum Erhalt wichtiger historischer Bücher ein sehr löbliches Konzept ist, was der Herr Hans-Jürgen Herbst ins Leben gerufen hat.
Das Angebot ist keine Kopie von schon Vorhandenem, sondern eine gute Ergänzung auf dem Gebiet der freien Digitalisate.
Wir ertrinken in Informationen und hungern nach Wissen.
(John Naisbitt)
Vielleicht bewahrt die Suchmaschine ja den einen oder anderen vor dem Ertrinken. 
Seinen Augen sollte der Dauerbildschirmleser von Zeit zu Zeit auch mal eine Pause gönnen. Nur wie soll man die Entzugserscheinungen seiner Literatursucht lindern?
Man sucht sich einen Vorleser!
Genug kostenfreie Ersatzdrogen in Form von Hörbüchern bietet das Internetportal Vorleser.net seinen Besuchern im mp3-Format zum Gratis-Download an. Laut eigener Aussage stehen rund 550 kostenlose Hörbücher zum Download bereit.
Da ein Vorleser mit Texten von über 150 klassischen und zeitgenössischen Autoren ziemlich schnell überfordert wäre, lesen mehr als 30 Sprecherinnen und Sprecher die Romane, Märchen, Geschichten und Gedichte für das hörwillige Publikum ein.
Die Bandbreite der Autoren und Genres kann sich durchaus sehen hören lassen. Es gibt u.a. Märchen von Hans-Christian Andersen und den Gebrüdern Grimm, Krimis von Arthur Conan Doyle und Hans Pfeiffer, Gedichte von Goethe, Trakl und Rilke oder Geschichten von Kafka und Tucholsky. Besonders zu empfehlen sind der komplette „Frankenstein“ von Mary Shelley, die Kurzgeschichtensammlungen von Kafka und Poe, sowie Doyles Sherlock-Holmes-Krimis.
Eine Übersicht aller verfügbaren Autoren, die zum freien Download bereit stehen findet man hier.
Die Geschichte von Vorleser.net
Vorleser.net wurde im Herbst 2003 von dem Leipziger Journalisten und Sprecher Johannes M. Ackner initiiert. Am Anfang stand ein Experiment: Ackner stellte selbst gesprochene Märchen ins Internet, die er für die Kinder von Freunden aufgenommen hatte. Das Angebot sprach sich schnell herum, die BILD-Zeitung titelte bereits im Dezember 2003: “Der Märchenonkel aus dem Computer (bei ihm gibt’s Grimm gratis)”. Schnell fanden sich weitere professionelle Sprecherinnen und Sprecher, die das Projekt unterstützen wollten. So entstand schnell ein breites Angebot klassischer Literatur, das kostenlos als Hörbuch angeboten werden konnte. Im Sommer 2004 gründete Ackner gemeinsam mit dem US-amerikanischen Germanisten David Fischbach die phonetics group GbR, die seitdem Vorleser.net herausgibt.
Quelle: Pressetext
Die Finanzierung erfolgt einerseits durch Werbung und andererseits durch kommerzielle Angebote (z.B. Buchfunk-Hörbuchverlag, Sprecheragentur) und Projekte (z.B. der Koran und die Bibel als Hörbuch).
Da die Beliebtheit von Hörbüchern eher zu- als abnehmen wird und die phonetics group GbR sehr engagiert mit ihrem Projekt umgeht, wird sich das Angebot stetig erweitern und unsere Literatursucht sowohl klassisch, als auch zeitgenössisch befriedigen.
Ein großes Kompliment an die Betreiber!
Und jetzt…

Augen schonen!
Anlässlich des bevorstehenden 10. Geburtstags widme ich diesen Beitrag dem Lyrikerportal Lyrikline.org.
Die Gegenwartslyrik verliert traurigerweise zunehmend an Bedeutung und besonders der Blick auf den Buchmarkt macht es überdeutlich, Lyrik lässt sich nicht mehr verkaufen. Die Folgen sind nicht gerade unbedeutend, denn je weniger Lyrik verbreitet wird, desto weniger Rezeptionsmöglichkeiten gibt es. Greifen wir heute noch auf unzählige großartige Dichter des 19. Jahrhunderts zurück, schwindet es mit den Poeten des 20. Jahrhundert merklich um im 21. Jahrhundert ein „Nischendasein“ zu fristen. Der große Conrady wird sozusagen immer kleiner.
Aber stirbt die Dichtkunst wirklich aus oder schlägt sie nur neue Wege ein?
Vorgetragene Lyrik als gesellschaftliches Ereignis erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Man möchte den Dichter selbst sehen und hören, wenn er seine poetisch formulierten Gedanken und Gefühle offenbart. Schließlich geht es in der Dichtung vorrangig um Klang, Rhythmus und Intonation. Besonders auf den Poetry Slams lässt sich verdeutlichen, wie Lyrik wieder zum Event werden kann.
Diese Überlegung brachte schließlich die Literaturwerkstatt Berlin im Jahre 1999 dazu, das Projekt Lyrikline.org ins Leben zu rufen, um Poesie für jeden jederzeit und überall auf der Welt verfügbar zu machen.
Das Portal präsentiert nicht nur den reinen Text, sondern nutzt die vielfältigen multimedialen Möglichkeiten des Internet und lässt den Autor selbst lesen.
Eine Foto- und Textpräsentation sollte dem jeweiligen Hörerlebnis ein Gesicht verleihen.
lyrikline.org ist eine Initiative der literaturWERKstatt berlin. Das Lektorat wird durch einen mehrköpfigen Programmbeirat, der sich aus den Trägern zusammensetzt, sowie einen jährlich zu benennenden Autoren ergänzt. Die Beratung bei der Auswahl der ersten sechzehn Autoren hat die Lyrikerin Elke Erb übernommen, im Jahr 2000 beriet der Dichter Gerhard Falkner.Das erklärte kulturpolitische Ziel von lyrikline ist es, über den multimedialen Erlebnischarakter, den das Internet bietet (Text, Bild, Ton), den Verbreitungs- und Bekanntheitsgrad sowie die Rezeptions- und Verkaufsmöglichkeiten von deutschsprachiger Lyrik weltweit zu mehren.
lyrikline.org möchte in anderen Sprachräumen Partner gewinnen, die eine lyrikline.org-,Abteilung’ ihrer Sprache aufbauen möchten und sich am gemeinsamen Übersetzungsmodus beteiligen. So entsteht sukzessive ein internationaler Arbeitszusammenhang, der den unmittelbaren Zugang zur Lyrik aller Sprachen gewährleistet und den internationalen poetischen Dialog erneuert. Der Internetnutzer kann dann das fremdsprachige Gedicht als unbeschädigtes, originales Kunstwerk hören und wie in einer zweisprachigen Ausgabe die Übersetzung lesen und mit dem Original vergleichen.
Natürlich will lyrikline.org dem Buch nicht den Platz streitig machen, es ersetzen oder abschaffen, denn die physische Präsenz des Buches und die Beziehung, die man zu ihm aufbauen kann, ist von einer ganz eigenen, unerreichten Qualität. Es geht vielmehr darum, ein neues Medium in einen Multiplikator bei der Verbreitung von Poesie zu verwandeln.
Quelle: Projektidee
Die Auswahl der aufgenommenen Dichter „basiert auf Vorschlägen der Träger und wird in Abstimmung mit dem jeweiligen Kurator getroffen“.
Seit der Gründung im November 1999 verzeichnete die Seite über 4 Millionen Besucher aus 120 Ländern und bekam 2005 den Grimme-Online-Award verliehen.
Seit neuestem gibt es auch eine neue Übersetzungssprache: Esperanto. Die ersten Dichter in der „Weltsprache“ sind die ungarischen Autoren István Kemény und Peter Zilahy.
Das zehnte Jubiläum wird in Berlin zusammen mit internationalen Partnern mit einer Festwoche gefeiert. Vom 26. bis zum 31. Oktober wird in Berlin und weltweit das Projekt mit zahlreichen Veranstaltungen geehrt.
Bleibt mir abschließend nur noch zu sagen:
Vielen Dank an die Träger und Partner für dieses beispiellose Projekt, das nicht nur Lyrik aus ihrem Nischendasein befreit, sondern Kulturen verbindet.
Auf weitere 10 Jahre!






