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Google, unser liebster Möchtegern-Monopolist, Freund und Feind der Informationskultur in einem, setzt wirklich alles daran, jeden Online-Grashalm mit seinem Logo zu versehen. Jetzt sind unsere Bücher dran.

Bei den Suchmaschinen sitzt die “Datenkrake” ja schon lange auf dem goldenen Thron und speichert fröhlich vor sich hin, weswegen mittlerweile wahrscheinlich auch jeder Internetnutzer in den Datenbanken des Google-Imperiums verzeichnet sein dürfte (inklusive Recherchedaten über Geschlechtskrankheiten, Vorlieben – auf welchem Gebiet auch immer, Wohnort, Urlaubsland, usw usf).
Datenschutz? Wozu das denn?
Gesetze und Bestimmungen lassen sich, mit genügend Geld und Einfluss, ganz prima ausblenden.
Und dass die Macht auch mal gerne zum Verbergen von Informationen eingesetzt wird, wissen wir ja auch nicht erst seit den Ereignissen in China.
Wie bezeichnete Wikipedia-Begründer Jimmy Wales die Suchmaschinenproblematik äußerst treffend:
“Mangel an Freiheit, Mangel an Gemeinschaft, Mangel an Verantwortung, Mangel an Transparenz.”
Der Hardcore-Google-User surft mit Chrome, speichert seine Termine im Google-Kalender, bekommt seine Post über Google-Mail, schaut seine Videos über YouTube, liest die neuesten Nachrichten in den Google-News, sucht seine Ziele für das Bewerbungsgespräch und den Arztbesuch über Google-Maps, beginnt die Online-Shoppingtour mit der Produktsuche, erstellt und verwaltet Tabellen und Texte mit Google-Docs, kommuniziert mit Google-Talk und natürlich durchsucht er seinen Computer mit der Google-Desktopsuche…
Und all diese, meist doch sehr sensiblen Daten, liegen nun auf diversen Google-Servern zum Abruf bereit. Aber da bleiben sie ja auch und werden natürlich nur zu statistischen Zwecken genutzt…
Natürlich! Warum sollte man diese Informationen auch sonst speichern?!
Diese Unmengen an Daten reichen dem “Welt-Wissens-Speicher” noch lange nicht, denn was ist mit dem Wissen aus der Zeit vor dem Internet, das in Bibliotheken und Archiven vor sich hinschlummert?!
Der größte Datenhändler der Welt kann sich das doch nicht entgehen lassen.
Also bastelt man seit 2004 an der Google-Buchsuche, die einerseits mit Verlagen zusammen arbeitet (das weniger problematische Google Print) und andererseits unsere Bibliotheken im großen Stil scannt (die juristisch umstrittene Google Library).
Den Datenschutz zu unterwandern wird aufgrund mangelnder juristischer Gegenwehr mit der Zeit langweilig, also widmet man sich doch einfach dem Urheberrecht, denn das ist doch viel spannender und vor allem $lukrativer$.
Der Sinn und der Zweck des Urheberrechts bestand und besteht darin, daß Autorinnen und Autoren über das Resultat ihrer eigenen Arbeit souverän verfügen und eine angemessene Beteiligung an den wirtschaftlichen Erlösen aus ihrer Produktion erzielen können. In der Regel schließen sie dazu einen Vertrag mit einem Verlag, der ihre Texte nicht nur lektoriert, drucken läßt, verbreitet und bewirbt, sondern auch Lizenzen vergibt: für Vorabdrucke, Nachdrucke (z.B. als Taschenbuch), Verfilmungen. Die Verlage und mit ihnen die Autoren verdienen dabei Geld mit Inhalten.
Dieses Geschäftsmodell steht durch Google zur Disposition. Google verdient nämlich nicht, zumindest bislang nicht, mit Inhalten Geld. Google stellt Inhalte kostenlos zur Verfügung, um möglichst viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Diese Aufmerksamkeit wird in »Zahl der Mausklicks« gemessen und an Werbekunden zu sogenannten Kontaktpreisen verkauft. Was also einstmals Kern des Verlagsgeschäfts war, die Verbreitung von Inhalten, ist bei Google lediglich die Bedingung der Möglichkeit für Geschäfte ganz anderer Art. Inhalte sind nicht Zweck dieser Veranstaltung im Internet, sondern nur mehr ein Mittel.
aus: “Google unterhöhlt das Urheberrecht. Worum geht es genau, mit welchen Konsequenzen, und wo erfährt man mehr?” von Gunther Nickel
Im Gegensatz zu den bisher besprochenen, freien Internetbibliotheken, werden hier nicht nur gemeinfreie Bücher der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung gestellt, sondern ebenso urheberrechtlich geschützte Bücher und Publikationen, ohne die Rechteinhaber zu fragen, veröffentlicht.
Die Vorgeschichte: Seit fünf Jahren digitalisiert Google die Bestände amerikanischer Bibliotheken. Dort stehen wie überall in der westlichen Welt drei Kategorien von Büchern. Das sind erstens jene, deren Autor länger als siebzig Jahre tot ist – dann erlischt das Urheberrecht, die Werke sind gemeinfrei. Zweitens lagern dort Bücher, deren Urheberrecht noch besteht, die aber nicht mehr lieferbar sind; und drittens gibt es lieferbare, aktuelle Werke. Die zweite Gruppe bildet die Mehrheit der von Google eingescannten Bücher. Die mit großen europäischen Bibliotheken getroffenen Vereinbarungen sind in diesem Fall nicht von Interesse, weil dort nur gemeinfreie Bücher digitalisiert werden.
aus: “Die Google-Strategie – Das Teuflische an diesem Plan” von Hannes Hintermeier
Nicht gemeinfreie Bücher werden zwar scheinbar nur teilweise zugänglich gemacht, aber die hier erwähnte Methode, lässt uns auch diese Bücher kostenlos auf die Festplatte laden.
Nachdem nun Klagen von allen Seiten auf den Konzern einprasselten, überlegten sich die hochkarätigen Google-Rechteverdreher, wie man ohne große finanzielle Einbußen, trotzdem das Urherberrecht dehnen und bestenfalls auf lange Sicht zum eigenen Vorteil ummodellieren kann. Also gebahr die Rechtsabteilung das Google-Book-Settlement.
Diese Regelung klingt zunächst ganz verlockend: Für die Nutzung von Texten im Internet bekommt man bislang meistens gar nichts, fortan immerhin etwas. Vergriffene Bücher werden auf diese Weise wieder zugänglich und werfen nun womöglich auch noch ein wenig Honorar ab. Bei näherem Hinsehen zeigt sich jedoch, daß Google keineswegs alle Einnahmen, sondern ausschließlich die Einnahmen aus der kommerziellen Verwendung von Texten anteilig abführen wird. Für ihre nichtkommerzielle Verwendung gibt es also weiterhin kein Geld. Was das konkret bedeutet, spielt Ilja Braun in der WELT anschaulich am Beispiel von Reiseführern durch. Völlig unbestimmt bleibt darüber hinaus, an welche kommerziellen Verwendungsmöglichkeiten gedacht ist. Es ist, das ergibt sich aus den bislang veröffentlichten Unterlagen, prinzipiell jede Nutzung durch Google möglich, womit die bisher übliche Unterscheidung von Haupt- und Nebenrechten hinfällig wird. Fortan liegen sämtliche Rechte an einem von Google ganz oder teilweise verbreiteten Titel bei Google, und zwar ad libitum sowohl das Recht den Text zu verkaufen als auch das Recht ihn zu verschenken.
aus: “Google unterhöhlt das Urheberrecht. Worum geht es genau, mit welchen Konsequenzen, und wo erfährt man mehr?” von Gunther Nickel
Da ich nicht der kompetenteste Kritiker für diese rechtlichen Angelegenheiten bin, hier zwei Links, unter denen ihr euch selbst schlau machen könnt:
Soviel zur rechtlich-inhaltlichen Kritik an Google-Book-Search.
Kommen wir also zur Nutzerfreundlichkeit.
Diese wirkt auf mich zunächst verwirrend. Eine Menge Ergebnisse, aber verwirrender als jede schlecht-sortierte Fakultätsbibliothek.
Bei den erfassten, aber noch nicht in gescannter Ausgabe zur Verfügung stehenden Büchern, findet man eine Übersicht, die wissenschaftliches Lesen und Arbeiten wohl vereinfachen soll.
Über dieses Buch liefert meist ein Foto des Titels, einen kurzen Klappentext und bibliografische Angaben. Dazu gibt es noch einige Zusatzkategorien, wie z.B. Rezensionen, Referenzen von Webseiten, Referenzen von wissenschaftlichen Büchern und Weitere Ausgaben.
Schön und gut, dass man die gesamte Bandbreite an Hypertextmöglichkeiten ausschöpft, aber eigentlich wollte ich das Buch doch nur lesen.
Am Rand erfahre ich dann, dass ich es ausleihen oder kaufen kann.
Mach ich natürlich nicht, ich will’s ja kostenlos lesen und suche weiter, bis ich nach 15 Minuten Stöbern irgendwann zu dem Schluss komme, dass es noch nicht in digitalisiert er Form vorliegt, sondern nur katalogisiert wurde.
Ein kleiner Satz, wie “Dieses Buch befindet sich derzeit noch nicht im Datenbestand der Google-Bibliothek” hätte dem verwirrten Erstbesucher einige kostbare Zeit erspart und das Handgelenk geschont.
Die gescannten Bücher erscheinen in browser-interner PDF-Ansicht mit Informationen im Reiter Über dieses Buch.
Der Download als PDF-Datei ist bei vielen Büchern ebenfalls möglich.
Nun habe ich die Wahl zwischen der Seitenansicht der gescannten Seiten oder der reinen Textansicht.
Die Scans der Bücher erscheinen oft in erschreckend schlechter Qualität und ich denke mir, wenn das die endgültige Qualität sein soll, dann schüttelt es mich ob dieser Respektlosigkeit vor den alten Schätzen unserer Kultur. (Hier ein Beispiel für einen verschandelten Goethe)
Also widme ich mich dann doch lieber der Textansicht… und schalte schnell wieder auf die Seitenabbildung um, weil die Texterkennungs-Software scheinbar noch mehr Probleme hat, den Text zu lesen, als ich.
Was “Welche Rauü>form entsteht, »eun’, sich ein Punkt bewegt?” heißen soll, erahne ich ja noch, aber wirklich Spaß macht mir das Lesen nicht mehr.
Warum der Konzern die Texte nicht nachträglich korrigiert, ist schnell erklärt: Wie soll man denn in so kurzer Zeit diese Massen an Büchern digitalisieren, um der Weltherrschaft ein Stück näher zu kommen, wenn man sich auch noch mit so etwas Lästigem wie der Qualität auseinandersetzen muss?
Schließlich geht es hier um Quantität und nicht um Qualität, verehrter Leser.
Achja… man merkt, wie sehr es Google um die Sache, den Erhalt unserer Schriftkultur, und nicht nur um das Geld geht.
Da ich nun schon mehr als genug geschrieben habe, komme ich direkt zum Fazit:
Es ist wirklich erschreckend, was mit unserer Literatur aufgrund von Macht- und Geldgier geschieht.
Ich jedenfalls, werde die Google-Buchsuche weiterhin nicht nutzen.
Erstens, weil sie enttäuschende inhaltliche und optische Ergebnisse liefert und weil ich zweitens diese Unternehmung, mit der Google seine Vorherrschaft als Wissenshändler und Internet-Monopolist weiter auszubauen versucht, nicht unterstützen will.
Was ihr macht, das bleibt wie immer euch überlassen, aber vielleicht denkt der eine oder andere nach diesem Artikel etwas mehr über diese Problematik und sein eigenes Verhalten im Internet nach.
Abschließend noch ein paar Links, um dem Marktführer mal etwas Ruhe zu gönnen und Energie zu sparen (s. Link 3):
- Alternativen zur Google Suchmaschine
- Der Google-freie Desktop
- Grüne Suchmaschinen-Alternativen zu Google
- Internet Archive.org
- Alternativen zu den Google-Diensten
P.S.: mal sehen, ob sich nach diesem Artikel mein PageRank verändert ![]()
Foto von FR-Online
Es wird wieder lyrisch
Nachdem ich in letzter Zeit die größeren kostenlosen Lese-Portale vernachlässigt habe, kümmere ich mich diesmal wieder um eines der größeren Projekte:
Die deutsche Gedichtebibliothek.
Den Untertitel “Gesamtverzeichnis deutschsprachiger Gedichte” finde ich persönlich etwas gewagt, vor allem weil die Gedichte, für die keine Veröffentlichungsrechte vorliegen älter als 70 Jahre sein müssen. Und da die Seite sich im ständigen Aufbau befindet…aber gut, wir wollen ja nicht kleinlich sein
Ich als Lyrikbegeisterter könnte mich stundenlang auf dieser Seite verlieren.
Laut eigener Aussage befinden sich derzeit über vierzigtausend Gedichte im Fundus der Bibliothek. Das sollte für ein paar Tage reichen.
Den Großteil der versammelten lyrischen Ergüsse machen natürlich die klassischen Wortakrobaten aus, wie z.B.
- Goethe
- Eichendorff
- Rilke
oder Storm.
Zu jedem Dichter gibt es zusätzlich eine Kurzbiografie und ein Foto des Schreiberlings.
Sehr gut finde ich auch, dass Gedichtbände noch einmal gesondert erwähnt und aufgelistet werden.
Leider fehlen wieder einmal genaue Quellenangaben.
Wenn man genauer hinsieht entdeckt man auch ab und zu ein besonderes Schmankerl der Seite, das hoffentlich in nächster Zeit zunimmt. Neben Goethes “Abendlied” beispielsweise kann man einen kleinen Lautsprecher erkennen, der nach Betätigung auf die vorgelesene Variante des Gedichts verweist.
(Kleiner Tipp an die Seitenbetreiber: ich würde das bei der Einzelansicht der Gedichte auch vermerken)
Neben den Klassikern besteht für die Schreibenden unter den Besuchern der Seite auch die Möglichkeit eigene Gedichte in der Bibliothek zu veröffentlichen.
Diese findet man dann unter Zeitgenössisches. Warum das Mindestalter auf 21 Jahre beschränkt ist, wüsste ich zwar gern, aber die Redaktion hat sicher plausible Gründe dafür.
Unter den selbst veröffentlichten Gedichten finden sich, dank redaktioneller Bearbeitung, auch ab und zu kleine Lyrikperlen.
Das Design der Seite erinnert mich im ersten Moment ein wenig an eine Tageszeitung, aber gerade das empfinde ich als positiv. Schlichte Farben, gut lesbare Schrift und Werbung findet sich auch nur auf der rechten Seite, die sich mit einem guten Werbeblocker auch verbergen lässt.
Eine gute Idee, aber momentan eher etwas störend, ist das Verlinken bestimmter Tags innerhalb eines Gedichts. Wenn das “getaggte” Wort nicht dauerhaft, sondern nur beim “Mouseover” unterstrichen wird, dann würde es den Lesefluss nicht stören.
Ansonsten finde ich die Navigation der Seite sehr gelungen. Tag-Funktionen, Zufallsgedichte, Autorenverzeichnis und auch die Rubrik “Selten gelesen” machen das Schmökern abwechslungsreich und angenehm.
Für die Interaktion zwischen Seite und Leser kann jedes Gedicht kommentiert und mit bis zu vier Sternen bewertet werden.
Neben der Kommentar- und Druck-Funktion findet sich natürlich auch der fast schon obligatorische Social-Bookmarks-Link.
Ein sehr nützliches Lexikon für die Analysten, Schüler oder Studenten unter den Lesern bietet die Fachtermini-Sektion, in der die wichtigsten Begriffe der Lyrik-Analyse erläutert werden.
Mein Fazit:
Für alle, die nach kostenloser Lyrik im Internet suchen, sollte diese Seite die erste Anlaufstelle sein.
Design: gut. Inhalt: gut. Nutzerfreundlichkeit: gut.
Abschließend noch eines meiner Lieblingsgedichte:
Die Nacht
Wie schön, hier zu verträumen
Die Nacht im stillen Wald,
Wenn in den dunklen Bäumen
Das alte Märchen hallt.Die Berg im Mondesschimmes
Wie in Gedanken stehn,
Und durch verworrne Trümmer
Die Quellen klagend gehn.Denn müd ging auf den Matten
Die Schönheit nun zur Ruh,
Es deckt mit kühlen Schatten
Die Nacht das Liebchen zu.Das ist das irre Klagen
In stiller Waldespracht,
Die Nachtigallen schlagen
Von ihr die ganze Nacht.Die Stern gehn auf und nieder -
Wann kommst du, Morgenwind,
Und hebst die Schatten wieder
Von dem verträumten Kind?Schon rührt sichs in den Bäumen,
Die Lerche weckt sie bald -
So will ich treu verträumen
Die Nacht im stillen Wald.Joseph Freiherr von Eichendorff
Viel Spaß beim Stöbern!
<openbook> – Kostenlose IT-Handbücher
Diesmal geht es ausnahmsweise nicht um Belletristik und Klassiker im Netz, sondern um Sachbücher, genauer gesagt Fachbücher, die kostenlos im Internet zur Verfügung gestellt werden.
Ich denke, den Programmierern unter uns erzähle ich hier nichts neues, aber vielleicht kennt manch anderer Galileos <openbook> noch nicht.
Als besonderes Schmankerl bietet der Fachverlag Galileo Press auf seiner Homepage aktuelle Fachbücher aus dem IT-Bereich zur kostenlosen Lektüre und zum Herunterladen an.
Die Fachbücher liegen im HTML-Format vor und sind wirklich vollständige Ausgaben aus dem laufenden Programm des Verlages. Man kann sie also online lesen und um komfortabler damit arbeiten zu können, sie eventuell auf den Stick zu ziehen und immer dabei zu haben, stehen sie einem ebenso zum kostenlosen Download zur Verfügung.
Die Navigation innerhalb des Buches gelingt dank HTML und Hyperlinks ganz gut und auch an der Lesbarkeit habe ich nicht viel auszusetzen. PDF oder andere e-Book-Formate fände ich hier überflüssig, da es mit der html-Variante gut funktioniert.
Natürlich findet man hier nicht die aktuellsten Bücher, die gerade das Druckwerk verlassen haben und noch nach Druckerschwärze duften, aber veraltet sind die Bücher ebenso wenig. Manchmal wurde die Vorgängerauflage hier veröffentlicht, aber selbst diese kann man im Wesentlichen nicht als veraltet und unbrauchbar bezeichnen.
Man kann diesen Verlag wirklich als sehr großzügig bezeichnen, wenn man sich mal die Titelauswahl anschaut. Standardwerke der IT-Branche, wie z.B.
- Visual Basic 2008
- Java ist auch eine Insel
- Windows Server 2008
- Joomla 1.5
- Ruby on Rails 2
- Python
- Plone
- Excel 2007
- JavaScript und AJAX
warten auf ihre wissbegierige Leserschaft.
Außer den Büchern des computing-Sortiments findet man unter Galileo-Design noch ein paar “kleine” Leckerchen für die Designer unter uns, wie z.B.
- Dreamweaver 8
- Das Praxisbuch HDR-Fotografie
- Adobe Photoshop CS2 professionell
Alle Bücher aus dem Online-Sortiment kann man natürlich direkt als Papiervariante für das heimische Regal bestellen, was die meisten Programmierer und Designer sicherlich auch tun werden.
Ich, der nur gelegentlich sein Laienwissen erweitern will, freut sich über die Onlinevariante und das kompakte Fachwissen, das uns hier kostenlos zur Verfügung gestellt wird.
Abschließend kann ich nur sagen, dass wenn auch unsere lieben Belletristik-Verlage diesem Beispiel folgen würden und einfach zwei bis drei gute Bücher komplett online stellen, könnte man sicher den einen oder anderen in das restliche Verlagsangebot locken oder ihn dazu bewegen, das elektronische Buch als Paperback für zu Haus und unterwegs zu erstehen…
Gute Arbeit und ein mutiger PR-Schritt, der sich für den Verlag und für die angestrebte Käuferschaft auf kurz oder lang bezahlt macht.
Die ganze Welt des Schreibens im Net
Es gibt ja mittlerweile unheimlich viele Seiten über Literatur im Internet.
Schade nur, dass die meisten auf die man stößt, nicht wirklich gehaltvoll, geschweige denn anspruchsvoll oder wirklich informativ sind.
Auch was das Design betrifft, gibt es schon viele schreckliche Entdeckungen, die zum Beispiel noch das gute alte HTML-Design von 1990 präsentieren oder die Augenbeißer, mit roter Schrift auf blauem Hintergrund und überall wird man von blinkenden GIFs angesprungen (ebenfalls aus der in den 90er Jahren erworbenen Sammlung für die Homepage-Gestaltung)…
Oft sind es eben auch nur verzweifelte “Autoren”, die meinen, sie könnten schreiben und vielleicht werden sie ja über das Internet endlich von einem Verleger entdeckt.
Nagut, das Internet ist nun einmal das Medium, in dem sich jeder mitteilen darf. Nur mir schmerzt, außer den Augen und dem Kopf, mittlerweile auch schon der Nacken (vom häufigen Kopfschütteln).
Da ist es schon fast wie Urlaub, wenn man auf diese Seite und den dazugehörigen Blog stößt:
Grosse-Literatur.de – Die ganze Welt des Schreibens im Net
Meine Augen wurden endlich wieder beruhigt und konnten wieder entspannt ihrer Arbeit nachgehen.
Die Gestaltung der Seite und vor allem die Farbwahl ist wirklich sehr angenehm. Menü-Führung und die Überblicksseite sind ebenfalls unkompliziert gestaltet und nicht zu überladen.
Zu den Themen dieser Seite:
Man merkt schnell, dass sich die Seite noch im Aufbau befindet und die Autorin (Sandra) auch allein daran arbeitet. Aber dafür hat sie schon einiges geleistet.
In erster Linie geht es hier und vor allem in dem dazugehörigen Blog um Buchempfehlungen. Einerseits stellt sie gelesene Bücher mit abschließender Bewertung vor, andererseits besteht die Möglichkeit sich selbst mit einzubringen.
Entweder kommentiert man die besprochenen Bücher oder man nutzt das Formular um selbst ein Buch aus seinem Fundus vorzustellen. Falls man nicht soviel Zeit oder Geduld besitzt, aber trotzdem Mitteilungsbedürfnis hat, teilt man anderen einfach nur seine Bücher-Top-Ten mit und nimmt so an den Bücher-Charts teil.
In ihrem Kleinen Bücherzimmer kann man sich davon überzeugen, wie bibliophil die Webmasterin ist (sie ist es tatsächlich). Da werde ich wirklich ein wenig neidisch, wenn ich mir ansehe, wieviele Bücher sie schon “gefressen” hat.
Aufgrund des Homepagetitels erwartet man natürlich so etwas wie die Klassische Autoren-Rubrik, in der Goethe, Brecht & Co. auch ihren Platz bekommen.
Im Moment gibt es zwar noch nicht viele Texte oder Schriftsteller zu lesen, aber zum Stöbern für den Anfang reicht es allemal. Märchen & Sagen, eine kleine Zitate-Rubrik und das Lexikon (zwar eine gute Idee, aber dank Wikipedia nicht unbedingt nötig) stecken noch in den Kinderschuhen.
Eine derartig komplexe Homepage macht eben doch viel Arbeit für eine einzelne Person, die zusätzlich zur Seitenpflege auch noch viel Zeit zum Lesen braucht.
Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung der Seite. Sie ist jedenfalls sehr vielversprechend und hat ab jetzt, genauso wie der Blog, einen Besucher mehr.
P.S.: Ihre Schreibfeder schreibt schöne Sachen.
(das war jetzt ungewollt alliteriert
)
Wikisource – Bücher, Zeitschriften, Dokumente
Kommen wir zum nächsten Kandidaten aus der kostenlosen digitalen Bücherwelt.
Wikipedia kennt man ja. Wissen für alle kostenlos zugänglich machen und miteinander teilen. Mittlerweile ist die „Wikimedia Foundation Inc.“ ein etabliertes Unternehmen und Wikipedia bekam immer mehr Schwestern in unterschiedlichen Bereichen.
Im Bereich der Digitalisierung von Büchern und Texten entstand Wikisource: Ein stetig wachsender Quellenlieferant, der die Welt der elektronischen Texte ebenso revolutionieren und dominieren wird, wie die große Schwester „Pedia“ den Enzyklopädiebereich.
Das Quellen-Projekt begann zunächst unter dem Namen „Project Sourceberg“ am 24. November 2003 in Anlehnung an den digitalen Buch-Pionier „Project Gutenberg“.
Nach einer Abstimmung (demokratisches Wiki, so kennt man’s ja
) taufte man es in Wikisource um.
So sah es dann auch der großen Schwester ähnlicher und wiki (hawaiianisch für schnell ) ging es wirklich voran.
Nach dem offiziellen Start (6. Dezember 2003) verzeichnete das Projekt zur Sammlung gemeinfreier Texte bereits nach zwei Wochen über 1000 erstellte Seiten.
Waren es Anfang 2004 noch 100 registrierte Autoren, schrieben sich im April schon 500 registrierte Nutzer die Finger wund und man verzeichnete mittlerweile über 2400 Artikel.
Wikisource wuchs ebenso rasant wie einst die „Schwester pedia“.
Denn schon ein Jahr später hatten die mittlerweile 2500 Benutzer schon 17.000 Artikel verfasst.
Und so ging es beständig weiter.
Da das Projekt ebenso wie Wikipedia weltweit und mehrsprachig läuft, gliederte die Foundation es in einzelne Sprachversionen. Diese werden auch auf inhaltlicher Ebene getrennt und teilweise sehr unterschiedlich verwaltet.(hierzu mehr im Finanzer-Blog)
Da es mir in diesem Blog vornehmlich um deutschsprachige Texte und Bücher geht, konzentriere ich mich auf den deutschen Ableger. (ist eh der professionellste
)
„Der deutschsprachige Projektzweig hegt seit seiner Neukonzeptionierung im Frühjahr 2006 den Anspruch, E-Texte wissenschaftlich verwertbar zu präsentieren. Das schließt korrekte Angaben der Textquellen ein, sowie das Bereitstellen gescannter Vorlagen. In den durch OCR oder manuelles Abtippen daraus gewonnenen Rohtexten lesen die Mitarbeiter des Projektes kollektiv Korrektur, sie erlauben auch dem späteren Leser eine zusätzliche Kontrolle. Auf diese Weise soll die Zitierfähigkeit der Texte gewährleistet werden. Als Textgrundlage sollen ausschließlich maßgebliche Ausgaben verwendet werden.“ („Wikisource“. In: Wikipedia)
Manchmal macht sich deutsche Akribie eben doch bezahlt.
Beim Vergleich der verschiedensprachigen Projekte, kommt man schnell zu dem Schluss, dass andere Sprachgebiete vielleicht in Quantität (siehe Englisch, Spanisch, Französisch) überlegen sein mögen. Aber was die Qualität der bereitgestellten Texte betrifft, ist die deutsche Variante im Moment einfach vorbildlich.
Besonders die Tatsache, dass die Texte überwiegend mit Quellenangaben und Scans (meist verlinkt zu Google oder Commons) versehen sind, ermöglicht wissenschaftliches Arbeiten. Das ist schließlich eines der wichtigsten Kriterien für digitale Bibliotheken.
Natürlich dauert das Einpflegen der Datenbestände mit anspruchsvollen Richtlinien länger, was aber nicht unbedingt heißt, Wikisource hätte wenig zu bieten:
„Seit heute (=28. Dezember 2008) hat Wikisource 10.000 Werke in seinem Bestand. Diese Zahl umfasst über 4100 Gedichte, 32 Romane und rund 2000 Gesetze, Anordnungen und Erlasse. Hinzu kommen 150 Flugschriften und Einblattdrucke, 31 Handschriften und vielerlei andere Texte. Zur Erschließung dieser Texte gibt es bei Wikisource außerdem noch über 1500 Autorenseiten, 164 Themenseiten und 75 Seiten zu Orten und Regionen. Der Umfang der Werke reicht vom 4-zeiligen Gedicht über mehrbändige Chroniken bis hin zur Allgemeinen Deutschen Biographie mit 56 Bänden.“ (aus dem Finanzer spinnt-Blog)
Schon beachtlich, was viele unterschiedliche Menschen, mit einem gemeinsamen Ziel, in kurzer Zeit zusammen erreichen können.
Man muss auch dazu sagen, dank der übersichtlichen Struktur und den umfangreichen Informationen zur Nutzung, haben auch unerfahrene Neulinge die Möglichkeit, sich schnell an dem Projekt zu beteiligen. (Registrierung optional)
Es kann und wird über jedes Detail dieser Plattform diskutiert und jede wichtige Entscheidung demokratisch abgestimmt.
Aber entscheidend für die Qualität der Inhalte und der Oberfläche sind die anfangs festgelegten Richtlinien, an die sich auch jeder hält.
Wie der Name Wikisource schon sagt, geht es hier nicht nur darum die klassischen Bücher der Weltliteratur zu präsentieren.
Es soll keine reine Unterhaltungsplattform sein, sondern in erster Linie eine Quellenbibliothek und eine Anlaufstelle zum (wissenschaftlichen) Arbeiten mit Quellentexten.
Und genau das funktioniert hier besser als in jeder Unibibliothek (auch wenn die Unibibliothek wissenschaftlich unumstrittener ist
).
Bei vielen Texten findet man ergänzende Editorials, Zusatzinformationen zu Autor und Inhalt, Bilder, Karten, Tondokumente, Verknüpfungen zu den anderen Wiki-Projekten (z.B. Commons, Wikipedia, Wikiversity) und zu verwandten Artikeln….
Für jeden Wissenshungrigen, sei’s aus Neugier oder Studium, heißt das, er bekommt alles gebündelt an einem Ort. Kurzum ein Quellenparadies.
Ich könnte noch endlos über die Inhalte (z.B. Gesprochene Wikisource) und Vorzüge von Wikisource schreiben, aber da ich eh schon genug geschrieben habe…es ist kostenlos, also:
Schaut’s euch selbst an! 
(achja…Mitmachen nicht vergessen!)
Nett gedacht, schlecht gemacht

Dieses Projekt kennt wahrscheinlich jeder, der schon einmal klassische deutsche Literatur im Internet gesucht hat. Gibt man beispielsweise „goethe werther“ bei Google ein, erscheint an vierter Stelle der Link zum Text bei Gutenberg-DE. Stellt sich nur die Frage, ob der Erste auch der Beste ist.
Erst einmal ein paar Worte zur Geschichte.
1994 gründete der Informatiker Gunter Hille das Projekt, das bewusst den Namen in Anlehnung an das internationale Project Gutenberg wählte. Außer dem Namen und dem Urgedanken haben die Projekte nur wenig gemeinsam.
Anfangs noch ein kleines, idealististisches Hobby (erstes Buch: Max und Moritz), wird das Projekt seit 1995 unter der Firma Hille+Partner GbR geführt und digitalisiert und veröffentlicht Werke, deren Copyright abgelaufen ist. (70 Jahre nach dem Tod des Verfassers bzw. des Übersetzers bei ausländischen Werken erlischt das Copyright des Buches)
Die Finanzierung erfolgt hauptsächlich über Werbung und Sponsoren. Wobei die Einnahmen aus anderen Bereichen in den letzten Jahren zunehmen. Neben dem hauseigenen Online-Shop, der u.a. eine DVD mit dem Gesamtbestand und eigene Bücher-Editionen anbietet, kann man sich für 1,99€ Handy-Bücher bestellen. (Naja, wer’s braucht
)
In Zusammenarbeit mit dem HörGut! -Verlag und soforthoeren.de vertreibt Gutenberg-DE außerdem noch Hörbücher.
Seit 2002 hat das Projekt Gutenberg-DE bei Spiegel-Online sein neues Zuhause (vorher von AOL gehostet). Der neue Sponsor stellt dem Projekt einen Rechner zur Verfügung, übernimmt die Kosten für die Internetanbindung und gibt technische Unterstützung.
Die auf der Seite erwähnten “harten Kosten wie Miete, Buchkauf, Geräte usw.“ dürften somit ganz gut gedeckt sein.
Nun aber zum Inhalt.
Gutenberg-DE beziffert den digitalisierten Bestand (Stand Dezember ’08) mit mehr als 4.800 Büchern, ca. 20.000 Gedichten, 1.800 Märchen, 1.200 Fabeln und 3.500 Sagen.
Damit bietet das Projekt derzeit das größte Angebot im Netz, was die deutschsprachige Literatur betrifft.
Nur ist Masse leider nicht gleich Klasse.
Was mich als Leser in erster Linie stört, ist ganz klar das Design der Seite.
Der mickrige Text (12 pt, Arial), der außerdem nur im html-Format verfügbar ist, verschwindet hinter viel zu vielen bunten Randerscheinungen, sprich die bunte Werbung nervt beim Lesen. Deswegen bleibt mir nur die Option, den Text zu kopieren und in einem Texteditor größer und weniger von bunten, blinken Bildchen abgelenkt zu lesen.
Nur wird das auch nervig, wenn man ständig markieren und kopieren muss.
Da wären wir auch schon beim Hauptproblem:
Die Texte sind viel zu stark, ohne Rücksicht auf die Texteinheit, zerstückelt und komplett herunterladen darf man nicht.
Ein wenig paradox, liebe Betreiber. Das Projekt soll dem Bibliophilen copyright-freie Literatur zugänglich machen, erhebt aber gleichzeitig einen uhrheberrechtlichen Anspruch auf alle Inhalte des Gutenberg-DE-Projekts. Soviel zum Thema: “freier Zugang”…
Die Digitalisierung der Texte übernimmt größtenteils das Projekt Gemeinsam an Gutenberg arbeiten ( www.gaga.net ). Hier kann jeder Korrektur lesen, der sich angemeldet hat. Was natürlich zu mehr Fehlern führt, als ein vernünftiges Lektorat.
Dies und die Tatsache, dass Originalquellen nicht angegeben werden, verhindert jegliche Verwendung der Texte zum wissenschaftlichen Arbeiten.
Ergo: man kann die Texte schwer lesen, umständlich drucken, darf und kann sie nicht zur wissenschaftlichen Arbeit nutzen und auf den eigenen Rechner laden ist auch nicht erlaubt. Irgendwie traurig…
Aber zumindest bleibt uns noch die Möglichkeit, Textstellen für E-mail, Forum, Blog oder Chat zu kopieren.
Sehr nett. Und dafür der jahrelange zeitliche und finanzielle Aufwand?
Mein Fazit :
Gutenberg-DE umfasst den wohl größten Datenbestand digital-erfasster, deutschsprachiger Literatur, nur leider nutzt mir das, als papierverwöhnten Bibliomanen, nicht viel, wenn die Grundlage für Literatur derart missachtet wird: Lesbarkeit .
Der Grundgedanke des Projekts, Literatur frei und für alle zugänglich zu machen, scheitert an dieser doch sehr merkwürdigen Copyright-Politik der Firma Hille+Partner .
Die Seite ist derzeit maximal geeignet zum Stöbern in klassischer deutscher Literatur.
Man kann alte Schätzchen entdecken, um sie sich entweder woanders im Internet komplett zu besorgen oder das gute alte Buch zu kaufen.
Da es mittlerweile mehr als genug wirklich freie Literatur im Internet gibt, glaube ich nicht, dass Gutenberg-DE so noch lange bestehen kann … Schade eigentlich.
Link:
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