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Sollte ich die Absicht und das Geld haben, mir einen E-Book-Reader zu kaufen, dann wäre Txtr mit Sicherheit mein Favorit.
Er ist zwar noch nicht im Handel erhältlich (das soll zur Frankfurter Buchmesse geschehen), aber was ich bisher darüber erfahren konnte, klingt sehr überzeugend.
Hier ein kleines Demovideo:
(ist er nicht schick?)
Nun gut… worauf ich eigentlich hinweisen will, ist die txtr-eigene Community.
Das Berliner Start Up txtr stellt nach eigenen Angaben auf der Frankfurter Buchmesse sein Lesegerät txtr reader der Öffentlichkeit vor. Gleichzeitig startet auf txtr.com die bisher größte E-Book-Plattform in Deutschland – mit mehr als 200.000 kommerziellen und mehr als einer Million freien Dokumenten.
An der offenen Plattform beteiligen sich nicht nur die kommerziellen E-Book-Anbieter Ciando, libreka!, Libri.Digital und Ingram Digital, sondern auch Projekte wie Gutenberg.org, Manualsmania.org und Munseys.org. Zudem können Mitglieder der txtr Community eigene Texte hochladen.
Quelle: börsenblatt.net
Derzeit läuft die Beta-Version der Community, auf der jeder seine Texte hochladen kann, auch ohne registrierter Nutzer zu sein.
Dabei kann man entscheiden, welche Dokumente öffentlich und welche privat bleiben sollen und sie in Ordnern verwalten.
Natürlich kann man die meisten Bücher und Texte nicht nur rauf-, sondern auch kostenlos runterladen.
Zum Lesen öffentlicher Texte bietet die Seite einen flash-programmierten Betrachter an. Dieser bietet die wichtigsten Funktionen zum Betrachten der Dokumente, wie z.B. Zoom, Vollbildmodus und der üblichen Seitenwahl.
Weiterhin kann man den Text direkt per E-Mail verschicken, eine sehr praktische Funktion. Ebenso kann das Dokument durch die “embed-Funktion” auch direkt im eigenen Blog eingebunden werden.
Eine weitere nette Zusatzfunktion ist die Möglichkeit den BibTeX-Datensatz herunterzuladen.
Der Community-Gedanke steht natürlich bei txtr ganz oben auf der Prioritätenliste und so gibt es die üblichen Funktionen, wie z.B.
- Bewerten der Texte mit Sternchenvergabe
- Kommentieren der Texte
- Nutzerprofil erstellen
- Kommunizieren mit anderen Nutzern.
Die Textsuche finde ich momentan noch verbesserungswürdig. Es gibt zwar eine Live-Suche, aber zum Stöbern fehlen noch gewisse Funktionen. Tag-Wolken und eine ausführlichere Anzeige der sehenswerten und beliebtesten Textsammlungen dürften das Stöbern noch angenehmer gestalten.
Generell kann an der Übersichtlichkeit der Seite noch etwas gearbeitet werden, aber um so etwas zu erkennen, gibt es ja das Beta-Stadium.
Am Design der Seite habe ich eigentlich sonst nichts auszusetzen. Es ist schlicht, modern und nicht überladen.
Ich bin neugierig, was nach der Buchmesse in dem Portal geschieht.
Von allen neuen E-Book-Portalen mit kommerziellem Hintergrund ist Txtr für mich derzeit das vielversprechendste und gelungenste.
Ich erweitere den Titel meines Blogs für diesen Tipp um das beliebte Präfix “ge”.
Die Website ZehnSeiten.de geht einen erfrischend anderen Weg, Neuerscheinungen im Internet zu präsentieren. Kein buntes Kino. Keine Rezensionen, bei denen man unweigerlich an das Lexikon der Superlative denken muss.
In schlichtem, ruhigem Design tragen uns die Autoren persönlich zehn Seiten ihres eigenen Buches vor. In der Mitte des “Triptychons” sitzt der jeweilige Autor Schwarz auf Weiß, mit einem Wasserglas und seinem Buch. Die klassische Lesung eben.
Die Videos haben durchschnittlich eine Dauer von 15-20 Minuten und vermitteln in dieser Zeit einen guten Eindruck von Buch und Autor. Man lernt eben nicht nur das Buch kennen, sondern erfährt auch mehr über den Verfasser. Das schafft eine gewisse Nähe zum Werk.
Auf der linken Seite kann man die Auswahl treffen, wen man als nächstes sprechen lassen will. Die Auswahl ist noch nicht riesig, dafür qualitativ. Besonders empfehlenswert ist die “Lesung” von Rafik Schami, dessen Vortragsweise wirklich einzigartig unterhaltend ist.
Zur rechten präsentiert sich das Buchcover und mit einem Klick auf den Info-Button bekommt man eine kurze Inhaltsangabe, Eckdaten zur Biografie des Autors und eine Übersicht der bisher veröffentlichten Werke.
So bekommt das Lesepublikum in ruhiger Atmosphäre alle notwendigen Eindrücke und Informationen, die es braucht. Ohne viel Gerede und unnötige Action drumherum.
Leider ist das Problem an der technischen Umsetzung mit Flash, dass man Lesungen nicht direkt verlinken kann.
Auch ein RSS-Feed wäre wünschenswert, um über neue Lesungen informiert zu werden.
Trotzdem eine sehr gelungene Seite zum Abschalten und eine interessante Alternative zum üblichen Weg Literatur zu präsentieren.
Dieser Roman wird nicht nur online gelesen, sondern auch online geschrieben.
Die Autorin Karen Wiborg schreibt einen Fortsetzungsroman in ihrem Blog.
Unter dem Titel 60° veröffentlicht sie häppchenweise die Geschichte der Konditorin Josephine Klein, die in New York ihr berufliches Glück mit der Herstellung von Hochzeitstorten sucht. Die Geschichte beginnt zeitgleich mit dem Blog am 1. Januar 2009 und soll nach einem Jahr am 31. Dezember fertiggestellt werden.
Die Story erinnert stark an Serien wie “Sex and the City” und “Friends”.
Wovon handelt Ihr Buch?
WIBORG: Es ist ein Frauenroman. Die Hauptdarstellerin Josephine zieht von Deutschland nach New York. Sie ist Konditorin, auf Hochzeitstorten spezialisiert. In New York versucht sie ihr Glück und erlebt allerlei kuriose Männergeschichten.Das hört sich ähnlich an wie Bridget Jones oder Sex and the City…
WIBORG:Ich bin in der Tat ein großer Fan von Bridget Jones und “Sex and the City”. Für meinen Roman nehme ich die Geschichten meiner Freundinnen und meine Erlebnisse als Grundlage.
Auch wenn ich kein großer Fan dieses Genres bin, hat mich der Roman mit seinem unterhaltenden Stil doch gefesselt. Das Buch hat jedenfalls einen männlichen Leser mehr.
Zusätzlich zu den einzelnen Kapiteln dokumentiert Karen die Entstehung des Romans und berichtet von Wortfindungsschwierigkeiten, Recherchen und Inspirationen.
Sehr spannend, die Entwicklung des Romans mitzubekommen. Außerdem hat man als Leser die Chance, durch Kommentare die Story mitzugestalten.
Das Design der Seite ist ansprechend schlicht gehalten, die Schrift könnte vielleicht ein wenig größer sein. Für das gemütlichere Lesen oder zum Ausdrucken bietet die Autorin alle Kapitel komplett und kostenlos zum Download im PDF-Format an.
Da es ein “Live-Buch” ist und nicht das übliche Lektorat durchläuft, schleicht sich hier und da manchmal der Fehlerteufel ein. Finde ich aber weniger störend, sondern eher charmant, weil unverfälscht.
Alles in allem, ein tolles Konzept, eine gelungene Umsetzung und die tägliche Portion suchterzeugender Unterhaltung.
Foto: © Karen Wiborg
Mir fiel gerade auf, dass ich mich die ganze Zeit mit Büchern befasse, aber das “Buch der Bücher” bisher nicht mit einem Wort erwähnte.
Um das zu ändern, heute mal ein kleiner Tipp am Rande.
Ich bin zwar selbst ohne Konfession, wie es so schön heißt, aber dennoch bin ich der Meinung, dass jeder zumindest einmal einen Blick in die Bibel werfen sollte.
Schließlich ist unsere westliche Kultur, auch wenn sie sich nicht mehr als religiös bezeichnet, doch immer noch von Werten und moralischen Ansichten christlicher Kultur begründet und geprägt. Aber das soll hier kein Bericht über den Bezug Christentum und Europa werden…
Es ist nur erstaunlich, wenn man als Nichtgetaufter, der auch keinerlei Kirchensteuern zahlt, sich mit katholisch getauften Kirchensteuerzahlern über dieses Buch unterhält und feststellt, dass man mehr darüber weiß, als sein Gegenüber.
Ich selbst habe die Bibel, bis auf ein paar überflogene Passagen, gelesen und sie steht auch bei mir zu Hause im Bücherregal. Aber da die meisten, die keine Bibel besitzen, sicher auch beim Bücherkauf genügend andere Romane, Bildbände, Ratgeber usw. auf ihrer Liste stehen haben, kommt es nur äußerst selten zu einer Neuanschaffung.
Aber was macht man denn nun, wenn bei “Wer Wird Millionär?” eine Bibelfrage gestellt wird und man nur einen Werbeblock Zeit hat, um sie flink per SMS zu beantworten? Den Nachbarn fragen? Wikipedia? Telefonjoker Papst?
Man könnte auch einfach bibel-online.NET fragen.
Dort liegt nämlich die Luther Bibel von 1912 in digitaler Form bereit.
Und diese ist endlich mal keine minimalistische oder schlecht umgesetzte Digitalisierung eines Buches.
Es ist kein kommerzielles Projekt und wird nicht durch Werbung gestört.(quasi eine Rarität in der Welt der Online-Literatur)
Das Design ist sehr leser- und benutzerfreundlich.
Die gute und flinke Suchfunktion ermöglicht einem schnell Passagen ausfindig zu machen, in denen der Begriff, den man suchen will, vorkommt. Die Suchergebnisse zeigen die verlinkten Bibelstellen, in denen der Begriff vorkommt, nach dem üblichen Schema (Buch, Kapitel, Vers) an.
Wer gerne in den “Worten Gottes” stöbern oder bestimmte Bücher, Kapitel oder Verse direkt anzeigen will, kann dies über die zweite Suchfunktion tun.
Für die Neulinge unter den Lesern bieten sich direkt über der Suchfunktion (für meinen Geschmack etwas zu unauffällig) noch drei weitere Verweise:
“Die Bücher der Bibel” gibt eine Gesamtübersicht aller Bücher aus dem Alten und Neuen Testament. In Klammern ist, neben der Entstehungszeit, das Thema oder der Kurztitel, unter dem es bekannt ist, vermerkt. (Beispiel: 1.Buch Mose = Genesis)
“Die kleine Konkordanz” bietet einen Index der meistverwendeten Wörter mit direkten Links zu den Stellen.
“Die Zeittafel zur Bibel” listet tabellarisch die wichtigsten Daten und Ereignisse der Überlieferung auf.
Zur Textansicht kann ich auch keine Kritik üben. Die Schrift ist leserlich und schwarz auf weiß. Fußnoten und Querverweise werden direkt beim Überfahren mit der Maus als Tooltip angezeigt und können ebenso direkt als Link genutzt werden.
So erspart die Online-Version das oft sehr mühselige Geblätter und Gesuche auf den ca. 2000 Seiten meiner kleinen, dicken A5-Version.
Lediglich ein Kritikpunkt fällt mir an dieser Online-Bibel auf. Es fehlen die Apokryphen, die in meinen Augen einfach in eine vollständige Version gehören.
Die Neutestamentlichen Apokryphen finden sich in deutscher Sprache hier und eine Sammlung der Schriften aus beiden Testamenten findet sich, leider nur in englischer Sprache, auf dieser Seite.
Schade ist nur, dass der Rat der EKD (Evangelische Kirche Deutschland) dieser Seite aus unerfindlichen Gründen die Lizenz für die Lutherbibel von 1984 entzogen hat. Manche menschlichen Anwandlungen muss man nicht verstehen…
Abschließend:
Ein großes Lob an den christlichen Internetdienst für diese Seite!
P.S.: Bevor nun Beschwerden aus anderen religiösen Lagern auf mich einprasseln:
Natürlich gibt es auch den Koran, die Hebräische Bibel – den Tanach sowie den Talmud im Internet.
Alle anderen, die sich beschweren wollen, können das gerne in den Kommentaren tun
P.P.S.: Wer sein Bibelwissen testen möchte, kann sich ja einmal bei “Wer wird Biblionär?” versuchen. ![]()
(aktuelles dazu im Blog)
Google, unser liebster Möchtegern-Monopolist, Freund und Feind der Informationskultur in einem, setzt wirklich alles daran, jeden Online-Grashalm mit seinem Logo zu versehen. Jetzt sind unsere Bücher dran.

Bei den Suchmaschinen sitzt die “Datenkrake” ja schon lange auf dem goldenen Thron und speichert fröhlich vor sich hin, weswegen mittlerweile wahrscheinlich auch jeder Internetnutzer in den Datenbanken des Google-Imperiums verzeichnet sein dürfte (inklusive Recherchedaten über Geschlechtskrankheiten, Vorlieben – auf welchem Gebiet auch immer, Wohnort, Urlaubsland, usw usf).
Datenschutz? Wozu das denn?
Gesetze und Bestimmungen lassen sich, mit genügend Geld und Einfluss, ganz prima ausblenden.
Und dass die Macht auch mal gerne zum Verbergen von Informationen eingesetzt wird, wissen wir ja auch nicht erst seit den Ereignissen in China.
Wie bezeichnete Wikipedia-Begründer Jimmy Wales die Suchmaschinenproblematik äußerst treffend:
“Mangel an Freiheit, Mangel an Gemeinschaft, Mangel an Verantwortung, Mangel an Transparenz.”
Der Hardcore-Google-User surft mit Chrome, speichert seine Termine im Google-Kalender, bekommt seine Post über Google-Mail, schaut seine Videos über YouTube, liest die neuesten Nachrichten in den Google-News, sucht seine Ziele für das Bewerbungsgespräch und den Arztbesuch über Google-Maps, beginnt die Online-Shoppingtour mit der Produktsuche, erstellt und verwaltet Tabellen und Texte mit Google-Docs, kommuniziert mit Google-Talk und natürlich durchsucht er seinen Computer mit der Google-Desktopsuche…
Und all diese, meist doch sehr sensiblen Daten, liegen nun auf diversen Google-Servern zum Abruf bereit. Aber da bleiben sie ja auch und werden natürlich nur zu statistischen Zwecken genutzt…
Natürlich! Warum sollte man diese Informationen auch sonst speichern?!
Diese Unmengen an Daten reichen dem “Welt-Wissens-Speicher” noch lange nicht, denn was ist mit dem Wissen aus der Zeit vor dem Internet, das in Bibliotheken und Archiven vor sich hinschlummert?!
Der größte Datenhändler der Welt kann sich das doch nicht entgehen lassen.
Also bastelt man seit 2004 an der Google-Buchsuche, die einerseits mit Verlagen zusammen arbeitet (das weniger problematische Google Print) und andererseits unsere Bibliotheken im großen Stil scannt (die juristisch umstrittene Google Library).
Den Datenschutz zu unterwandern wird aufgrund mangelnder juristischer Gegenwehr mit der Zeit langweilig, also widmet man sich doch einfach dem Urheberrecht, denn das ist doch viel spannender und vor allem $lukrativer$.
Der Sinn und der Zweck des Urheberrechts bestand und besteht darin, daß Autorinnen und Autoren über das Resultat ihrer eigenen Arbeit souverän verfügen und eine angemessene Beteiligung an den wirtschaftlichen Erlösen aus ihrer Produktion erzielen können. In der Regel schließen sie dazu einen Vertrag mit einem Verlag, der ihre Texte nicht nur lektoriert, drucken läßt, verbreitet und bewirbt, sondern auch Lizenzen vergibt: für Vorabdrucke, Nachdrucke (z.B. als Taschenbuch), Verfilmungen. Die Verlage und mit ihnen die Autoren verdienen dabei Geld mit Inhalten.
Dieses Geschäftsmodell steht durch Google zur Disposition. Google verdient nämlich nicht, zumindest bislang nicht, mit Inhalten Geld. Google stellt Inhalte kostenlos zur Verfügung, um möglichst viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Diese Aufmerksamkeit wird in »Zahl der Mausklicks« gemessen und an Werbekunden zu sogenannten Kontaktpreisen verkauft. Was also einstmals Kern des Verlagsgeschäfts war, die Verbreitung von Inhalten, ist bei Google lediglich die Bedingung der Möglichkeit für Geschäfte ganz anderer Art. Inhalte sind nicht Zweck dieser Veranstaltung im Internet, sondern nur mehr ein Mittel.
aus: “Google unterhöhlt das Urheberrecht. Worum geht es genau, mit welchen Konsequenzen, und wo erfährt man mehr?” von Gunther Nickel
Im Gegensatz zu den bisher besprochenen, freien Internetbibliotheken, werden hier nicht nur gemeinfreie Bücher der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung gestellt, sondern ebenso urheberrechtlich geschützte Bücher und Publikationen, ohne die Rechteinhaber zu fragen, veröffentlicht.
Die Vorgeschichte: Seit fünf Jahren digitalisiert Google die Bestände amerikanischer Bibliotheken. Dort stehen wie überall in der westlichen Welt drei Kategorien von Büchern. Das sind erstens jene, deren Autor länger als siebzig Jahre tot ist – dann erlischt das Urheberrecht, die Werke sind gemeinfrei. Zweitens lagern dort Bücher, deren Urheberrecht noch besteht, die aber nicht mehr lieferbar sind; und drittens gibt es lieferbare, aktuelle Werke. Die zweite Gruppe bildet die Mehrheit der von Google eingescannten Bücher. Die mit großen europäischen Bibliotheken getroffenen Vereinbarungen sind in diesem Fall nicht von Interesse, weil dort nur gemeinfreie Bücher digitalisiert werden.
aus: “Die Google-Strategie – Das Teuflische an diesem Plan” von Hannes Hintermeier
Nicht gemeinfreie Bücher werden zwar scheinbar nur teilweise zugänglich gemacht, aber die hier erwähnte Methode, lässt uns auch diese Bücher kostenlos auf die Festplatte laden.
Nachdem nun Klagen von allen Seiten auf den Konzern einprasselten, überlegten sich die hochkarätigen Google-Rechteverdreher, wie man ohne große finanzielle Einbußen, trotzdem das Urherberrecht dehnen und bestenfalls auf lange Sicht zum eigenen Vorteil ummodellieren kann. Also gebahr die Rechtsabteilung das Google-Book-Settlement.
Diese Regelung klingt zunächst ganz verlockend: Für die Nutzung von Texten im Internet bekommt man bislang meistens gar nichts, fortan immerhin etwas. Vergriffene Bücher werden auf diese Weise wieder zugänglich und werfen nun womöglich auch noch ein wenig Honorar ab. Bei näherem Hinsehen zeigt sich jedoch, daß Google keineswegs alle Einnahmen, sondern ausschließlich die Einnahmen aus der kommerziellen Verwendung von Texten anteilig abführen wird. Für ihre nichtkommerzielle Verwendung gibt es also weiterhin kein Geld. Was das konkret bedeutet, spielt Ilja Braun in der WELT anschaulich am Beispiel von Reiseführern durch. Völlig unbestimmt bleibt darüber hinaus, an welche kommerziellen Verwendungsmöglichkeiten gedacht ist. Es ist, das ergibt sich aus den bislang veröffentlichten Unterlagen, prinzipiell jede Nutzung durch Google möglich, womit die bisher übliche Unterscheidung von Haupt- und Nebenrechten hinfällig wird. Fortan liegen sämtliche Rechte an einem von Google ganz oder teilweise verbreiteten Titel bei Google, und zwar ad libitum sowohl das Recht den Text zu verkaufen als auch das Recht ihn zu verschenken.
aus: “Google unterhöhlt das Urheberrecht. Worum geht es genau, mit welchen Konsequenzen, und wo erfährt man mehr?” von Gunther Nickel
Da ich nicht der kompetenteste Kritiker für diese rechtlichen Angelegenheiten bin, hier zwei Links, unter denen ihr euch selbst schlau machen könnt:
Soviel zur rechtlich-inhaltlichen Kritik an Google-Book-Search.
Kommen wir also zur Nutzerfreundlichkeit.
Diese wirkt auf mich zunächst verwirrend. Eine Menge Ergebnisse, aber verwirrender als jede schlecht-sortierte Fakultätsbibliothek.
Bei den erfassten, aber noch nicht in gescannter Ausgabe zur Verfügung stehenden Büchern, findet man eine Übersicht, die wissenschaftliches Lesen und Arbeiten wohl vereinfachen soll.
Über dieses Buch liefert meist ein Foto des Titels, einen kurzen Klappentext und bibliografische Angaben. Dazu gibt es noch einige Zusatzkategorien, wie z.B. Rezensionen, Referenzen von Webseiten, Referenzen von wissenschaftlichen Büchern und Weitere Ausgaben.
Schön und gut, dass man die gesamte Bandbreite an Hypertextmöglichkeiten ausschöpft, aber eigentlich wollte ich das Buch doch nur lesen.
Am Rand erfahre ich dann, dass ich es ausleihen oder kaufen kann.
Mach ich natürlich nicht, ich will’s ja kostenlos lesen und suche weiter, bis ich nach 15 Minuten Stöbern irgendwann zu dem Schluss komme, dass es noch nicht in digitalisiert er Form vorliegt, sondern nur katalogisiert wurde.
Ein kleiner Satz, wie “Dieses Buch befindet sich derzeit noch nicht im Datenbestand der Google-Bibliothek” hätte dem verwirrten Erstbesucher einige kostbare Zeit erspart und das Handgelenk geschont.
Die gescannten Bücher erscheinen in browser-interner PDF-Ansicht mit Informationen im Reiter Über dieses Buch.
Der Download als PDF-Datei ist bei vielen Büchern ebenfalls möglich.
Nun habe ich die Wahl zwischen der Seitenansicht der gescannten Seiten oder der reinen Textansicht.
Die Scans der Bücher erscheinen oft in erschreckend schlechter Qualität und ich denke mir, wenn das die endgültige Qualität sein soll, dann schüttelt es mich ob dieser Respektlosigkeit vor den alten Schätzen unserer Kultur. (Hier ein Beispiel für einen verschandelten Goethe)
Also widme ich mich dann doch lieber der Textansicht… und schalte schnell wieder auf die Seitenabbildung um, weil die Texterkennungs-Software scheinbar noch mehr Probleme hat, den Text zu lesen, als ich.
Was “Welche Rauü>form entsteht, »eun’, sich ein Punkt bewegt?” heißen soll, erahne ich ja noch, aber wirklich Spaß macht mir das Lesen nicht mehr.
Warum der Konzern die Texte nicht nachträglich korrigiert, ist schnell erklärt: Wie soll man denn in so kurzer Zeit diese Massen an Büchern digitalisieren, um der Weltherrschaft ein Stück näher zu kommen, wenn man sich auch noch mit so etwas Lästigem wie der Qualität auseinandersetzen muss?
Schließlich geht es hier um Quantität und nicht um Qualität, verehrter Leser.
Achja… man merkt, wie sehr es Google um die Sache, den Erhalt unserer Schriftkultur, und nicht nur um das Geld geht.
Da ich nun schon mehr als genug geschrieben habe, komme ich direkt zum Fazit:
Es ist wirklich erschreckend, was mit unserer Literatur aufgrund von Macht- und Geldgier geschieht.
Ich jedenfalls, werde die Google-Buchsuche weiterhin nicht nutzen.
Erstens, weil sie enttäuschende inhaltliche und optische Ergebnisse liefert und weil ich zweitens diese Unternehmung, mit der Google seine Vorherrschaft als Wissenshändler und Internet-Monopolist weiter auszubauen versucht, nicht unterstützen will.
Was ihr macht, das bleibt wie immer euch überlassen, aber vielleicht denkt der eine oder andere nach diesem Artikel etwas mehr über diese Problematik und sein eigenes Verhalten im Internet nach.
Abschließend noch ein paar Links, um dem Marktführer mal etwas Ruhe zu gönnen und Energie zu sparen (s. Link 3):
- Alternativen zur Google Suchmaschine
- Der Google-freie Desktop
- Grüne Suchmaschinen-Alternativen zu Google
- Internet Archive.org
- Alternativen zu den Google-Diensten
P.S.: mal sehen, ob sich nach diesem Artikel mein PageRank verändert ![]()
Foto von FR-Online
Es wird wieder lyrisch
Nachdem ich in letzter Zeit die größeren kostenlosen Lese-Portale vernachlässigt habe, kümmere ich mich diesmal wieder um eines der größeren Projekte:
Die deutsche Gedichtebibliothek.
Den Untertitel “Gesamtverzeichnis deutschsprachiger Gedichte” finde ich persönlich etwas gewagt, vor allem weil die Gedichte, für die keine Veröffentlichungsrechte vorliegen älter als 70 Jahre sein müssen. Und da die Seite sich im ständigen Aufbau befindet…aber gut, wir wollen ja nicht kleinlich sein
Ich als Lyrikbegeisterter könnte mich stundenlang auf dieser Seite verlieren.
Laut eigener Aussage befinden sich derzeit über vierzigtausend Gedichte im Fundus der Bibliothek. Das sollte für ein paar Tage reichen.
Den Großteil der versammelten lyrischen Ergüsse machen natürlich die klassischen Wortakrobaten aus, wie z.B.
- Goethe
- Eichendorff
- Rilke
oder Storm.
Zu jedem Dichter gibt es zusätzlich eine Kurzbiografie und ein Foto des Schreiberlings.
Sehr gut finde ich auch, dass Gedichtbände noch einmal gesondert erwähnt und aufgelistet werden.
Leider fehlen wieder einmal genaue Quellenangaben.
Wenn man genauer hinsieht entdeckt man auch ab und zu ein besonderes Schmankerl der Seite, das hoffentlich in nächster Zeit zunimmt. Neben Goethes “Abendlied” beispielsweise kann man einen kleinen Lautsprecher erkennen, der nach Betätigung auf die vorgelesene Variante des Gedichts verweist.
(Kleiner Tipp an die Seitenbetreiber: ich würde das bei der Einzelansicht der Gedichte auch vermerken)
Neben den Klassikern besteht für die Schreibenden unter den Besuchern der Seite auch die Möglichkeit eigene Gedichte in der Bibliothek zu veröffentlichen.
Diese findet man dann unter Zeitgenössisches. Warum das Mindestalter auf 21 Jahre beschränkt ist, wüsste ich zwar gern, aber die Redaktion hat sicher plausible Gründe dafür.
Unter den selbst veröffentlichten Gedichten finden sich, dank redaktioneller Bearbeitung, auch ab und zu kleine Lyrikperlen.
Das Design der Seite erinnert mich im ersten Moment ein wenig an eine Tageszeitung, aber gerade das empfinde ich als positiv. Schlichte Farben, gut lesbare Schrift und Werbung findet sich auch nur auf der rechten Seite, die sich mit einem guten Werbeblocker auch verbergen lässt.
Eine gute Idee, aber momentan eher etwas störend, ist das Verlinken bestimmter Tags innerhalb eines Gedichts. Wenn das “getaggte” Wort nicht dauerhaft, sondern nur beim “Mouseover” unterstrichen wird, dann würde es den Lesefluss nicht stören.
Ansonsten finde ich die Navigation der Seite sehr gelungen. Tag-Funktionen, Zufallsgedichte, Autorenverzeichnis und auch die Rubrik “Selten gelesen” machen das Schmökern abwechslungsreich und angenehm.
Für die Interaktion zwischen Seite und Leser kann jedes Gedicht kommentiert und mit bis zu vier Sternen bewertet werden.
Neben der Kommentar- und Druck-Funktion findet sich natürlich auch der fast schon obligatorische Social-Bookmarks-Link.
Ein sehr nützliches Lexikon für die Analysten, Schüler oder Studenten unter den Lesern bietet die Fachtermini-Sektion, in der die wichtigsten Begriffe der Lyrik-Analyse erläutert werden.
Mein Fazit:
Für alle, die nach kostenloser Lyrik im Internet suchen, sollte diese Seite die erste Anlaufstelle sein.
Design: gut. Inhalt: gut. Nutzerfreundlichkeit: gut.
Abschließend noch eines meiner Lieblingsgedichte:
Die Nacht
Wie schön, hier zu verträumen
Die Nacht im stillen Wald,
Wenn in den dunklen Bäumen
Das alte Märchen hallt.Die Berg im Mondesschimmes
Wie in Gedanken stehn,
Und durch verworrne Trümmer
Die Quellen klagend gehn.Denn müd ging auf den Matten
Die Schönheit nun zur Ruh,
Es deckt mit kühlen Schatten
Die Nacht das Liebchen zu.Das ist das irre Klagen
In stiller Waldespracht,
Die Nachtigallen schlagen
Von ihr die ganze Nacht.Die Stern gehn auf und nieder -
Wann kommst du, Morgenwind,
Und hebst die Schatten wieder
Von dem verträumten Kind?Schon rührt sichs in den Bäumen,
Die Lerche weckt sie bald -
So will ich treu verträumen
Die Nacht im stillen Wald.Joseph Freiherr von Eichendorff
Viel Spaß beim Stöbern!
<openbook> – Kostenlose IT-Handbücher
Diesmal geht es ausnahmsweise nicht um Belletristik und Klassiker im Netz, sondern um Sachbücher, genauer gesagt Fachbücher, die kostenlos im Internet zur Verfügung gestellt werden.
Ich denke, den Programmierern unter uns erzähle ich hier nichts neues, aber vielleicht kennt manch anderer Galileos <openbook> noch nicht.
Als besonderes Schmankerl bietet der Fachverlag Galileo Press auf seiner Homepage aktuelle Fachbücher aus dem IT-Bereich zur kostenlosen Lektüre und zum Herunterladen an.
Die Fachbücher liegen im HTML-Format vor und sind wirklich vollständige Ausgaben aus dem laufenden Programm des Verlages. Man kann sie also online lesen und um komfortabler damit arbeiten zu können, sie eventuell auf den Stick zu ziehen und immer dabei zu haben, stehen sie einem ebenso zum kostenlosen Download zur Verfügung.
Die Navigation innerhalb des Buches gelingt dank HTML und Hyperlinks ganz gut und auch an der Lesbarkeit habe ich nicht viel auszusetzen. PDF oder andere e-Book-Formate fände ich hier überflüssig, da es mit der html-Variante gut funktioniert.
Natürlich findet man hier nicht die aktuellsten Bücher, die gerade das Druckwerk verlassen haben und noch nach Druckerschwärze duften, aber veraltet sind die Bücher ebenso wenig. Manchmal wurde die Vorgängerauflage hier veröffentlicht, aber selbst diese kann man im Wesentlichen nicht als veraltet und unbrauchbar bezeichnen.
Man kann diesen Verlag wirklich als sehr großzügig bezeichnen, wenn man sich mal die Titelauswahl anschaut. Standardwerke der IT-Branche, wie z.B.
- Visual Basic 2008
- Java ist auch eine Insel
- Windows Server 2008
- Joomla 1.5
- Ruby on Rails 2
- Python
- Plone
- Excel 2007
- JavaScript und AJAX
warten auf ihre wissbegierige Leserschaft.
Außer den Büchern des computing-Sortiments findet man unter Galileo-Design noch ein paar “kleine” Leckerchen für die Designer unter uns, wie z.B.
- Dreamweaver 8
- Das Praxisbuch HDR-Fotografie
- Adobe Photoshop CS2 professionell
Alle Bücher aus dem Online-Sortiment kann man natürlich direkt als Papiervariante für das heimische Regal bestellen, was die meisten Programmierer und Designer sicherlich auch tun werden.
Ich, der nur gelegentlich sein Laienwissen erweitern will, freut sich über die Onlinevariante und das kompakte Fachwissen, das uns hier kostenlos zur Verfügung gestellt wird.
Abschließend kann ich nur sagen, dass wenn auch unsere lieben Belletristik-Verlage diesem Beispiel folgen würden und einfach zwei bis drei gute Bücher komplett online stellen, könnte man sicher den einen oder anderen in das restliche Verlagsangebot locken oder ihn dazu bewegen, das elektronische Buch als Paperback für zu Haus und unterwegs zu erstehen…
Gute Arbeit und ein mutiger PR-Schritt, der sich für den Verlag und für die angestrebte Käuferschaft auf kurz oder lang bezahlt macht.
Die ganze Welt des Schreibens im Net
Es gibt ja mittlerweile unheimlich viele Seiten über Literatur im Internet.
Schade nur, dass die meisten auf die man stößt, nicht wirklich gehaltvoll, geschweige denn anspruchsvoll oder wirklich informativ sind.
Auch was das Design betrifft, gibt es schon viele schreckliche Entdeckungen, die zum Beispiel noch das gute alte HTML-Design von 1990 präsentieren oder die Augenbeißer, mit roter Schrift auf blauem Hintergrund und überall wird man von blinkenden GIFs angesprungen (ebenfalls aus der in den 90er Jahren erworbenen Sammlung für die Homepage-Gestaltung)…
Oft sind es eben auch nur verzweifelte “Autoren”, die meinen, sie könnten schreiben und vielleicht werden sie ja über das Internet endlich von einem Verleger entdeckt.
Nagut, das Internet ist nun einmal das Medium, in dem sich jeder mitteilen darf. Nur mir schmerzt, außer den Augen und dem Kopf, mittlerweile auch schon der Nacken (vom häufigen Kopfschütteln).
Da ist es schon fast wie Urlaub, wenn man auf diese Seite und den dazugehörigen Blog stößt:
Grosse-Literatur.de – Die ganze Welt des Schreibens im Net
Meine Augen wurden endlich wieder beruhigt und konnten wieder entspannt ihrer Arbeit nachgehen.
Die Gestaltung der Seite und vor allem die Farbwahl ist wirklich sehr angenehm. Menü-Führung und die Überblicksseite sind ebenfalls unkompliziert gestaltet und nicht zu überladen.
Zu den Themen dieser Seite:
Man merkt schnell, dass sich die Seite noch im Aufbau befindet und die Autorin (Sandra) auch allein daran arbeitet. Aber dafür hat sie schon einiges geleistet.
In erster Linie geht es hier und vor allem in dem dazugehörigen Blog um Buchempfehlungen. Einerseits stellt sie gelesene Bücher mit abschließender Bewertung vor, andererseits besteht die Möglichkeit sich selbst mit einzubringen.
Entweder kommentiert man die besprochenen Bücher oder man nutzt das Formular um selbst ein Buch aus seinem Fundus vorzustellen. Falls man nicht soviel Zeit oder Geduld besitzt, aber trotzdem Mitteilungsbedürfnis hat, teilt man anderen einfach nur seine Bücher-Top-Ten mit und nimmt so an den Bücher-Charts teil.
In ihrem Kleinen Bücherzimmer kann man sich davon überzeugen, wie bibliophil die Webmasterin ist (sie ist es tatsächlich). Da werde ich wirklich ein wenig neidisch, wenn ich mir ansehe, wieviele Bücher sie schon “gefressen” hat.
Aufgrund des Homepagetitels erwartet man natürlich so etwas wie die Klassische Autoren-Rubrik, in der Goethe, Brecht & Co. auch ihren Platz bekommen.
Im Moment gibt es zwar noch nicht viele Texte oder Schriftsteller zu lesen, aber zum Stöbern für den Anfang reicht es allemal. Märchen & Sagen, eine kleine Zitate-Rubrik und das Lexikon (zwar eine gute Idee, aber dank Wikipedia nicht unbedingt nötig) stecken noch in den Kinderschuhen.
Eine derartig komplexe Homepage macht eben doch viel Arbeit für eine einzelne Person, die zusätzlich zur Seitenpflege auch noch viel Zeit zum Lesen braucht.
Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung der Seite. Sie ist jedenfalls sehr vielversprechend und hat ab jetzt, genauso wie der Blog, einen Besucher mehr.
P.S.: Ihre Schreibfeder schreibt schöne Sachen.
(das war jetzt ungewollt alliteriert
)
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