Archiv für die Kategorie ‘Bewertungen’

Eine noch recht neue Spielart der Publikation von Rezensionen ist die Literaturkritik im Internet. Sie führt in gewisser Weise ein Stiefmütterchen-Dasein, da Sie von Lesern einschlägiger Printmedien immer noch nicht ganz ernst genommen wird.

Verschiedene Online Portale für Literaturkritik

LiteraturkritikEs gibt Online Portale für Literaturkritik, in denen laienhafte Lesermeinungen wiedergegeben werden. Daraus haben sich recht ambitionierte Plattformen für Literaturkritik herausgebildet. Es gibt dort Autoren, die nicht mehr in den Printmedien tätig oder Freie Mitarbeiter sind. Sie veröffentlichen Literaturkritik, die schon in gedruckter Form erschienen ist, in Internet-Archiven. Die Artikel werden so über das Erscheinen in der gedruckten Form hinaus unentgeltlich der Öffentlichkeit zum Online lesen zugänglich gemacht. Es gibt außerdem sogenannte Meta-Portale. Diese werden teils von Hochschulen und teils von Suchmaschinen und auch auf private Initiative hin erstellt und listen Links zu bemerkenswerten Portalen für Literaturkritik auf.

Eine kritische Betrachtung der Literaturkritik im Internet

Vielen Profis aus dem Literaturbetrieb ist die Literaturkritik im Internet nicht fundiert genug. Es fehlt oft professionelles Grundwissen, um Bücher in einem kulturhistorischen oder aktuellen Kontext stellen zu können. Literaturkritik im Internet seien bloße Geschmacksurteile und völlig subjektiv. Das letzte Wort hat natürlich der Nutzer und es gibt keine Hinweise, dass die Online-Literaturkritik dem klassischen Feuilleton schaden kann.

Wie ist die funktioniert die Literaturkritik im Internet?

Die meisten Zeitungen, Zeitschriften und Magazine habe heutzutage auch eine Online-Redaktion. Dort werden Artikel oft schon vor der Drucklegung veröffentlicht. Die Autoren werden dafür in der Regel nicht gesondert honoriert. Diese Online-Ausgaben werden genau wie die Printausgaben von Werbebannern bzw. Werbeanzeigen finanziert. Wer Literaturkritiken älteren Datums online lesen will, muss dafür oft für das Abrufen der Artikel von Datenbanken bezahlen.

Wie finanziert sich die Literaturkritik im Internet?

Um die Kosten für die Portale Grenzen zu halten, werden sie oft mit Links zu Online-Buchhändlern versehen. Wenn ein Leser einen solchen Link anklickt und ein Buch kauft, bekommt der Inhaber des Portals für Literaturkritik einen geringen Prozentsatz vom veranschlagten Buchpreis.

Foto: flickr, avatar-1

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Ostern steht vor der Tür und wir Leser sind wieder auf der Suche nach spannender Lektüre für die Feiertage. Aber welche Bücher aus den vielen Neuerscheinungen, die monatlich den Markt überfluten, soll man denn lesen? Nimmt man nur die großen Werbemaßnahmen der führenden Verlage wahr, entgeht einem vielleicht ein Geheimtipp oder aber das gelungene Debüt eines Erstautoren. Der Lesegeschmack und die Büchervorlieben sind so vielseitig wie das Programm deutscher Verlage. Da kommt ein neues Bücherportal gerade recht.

Neue Bücher

Bequem nach Neuerscheinungen suchen

Neuebuecher.de ist ein neues Portal des Börsenvereins deutscher Buchhändler und ermöglicht Lesern die private Suche nach aktuellen Neuerscheinungen. Verzeichnet werden im Portal alle Neuerscheinungen der letzten und kommenden drei Monate sowie die aktuellen neuen Bücher der Verlage. Wer sich registriert, darf im Verzeichnis Lieferbarer Bücher nach neuen und aktuellen Büchern suchen. Der Vorteil dieses Portals ist, dass es ohne störende Werbung auskommt und selbst Anzeigen für Bücher sachlich gestaltet sind und die Büchersuche nicht beeinträchtigen. Man kann das eigene Profil mit den Lieblingsthemen bestücken und bekommt genau solche Bücherempfehlungen präsentiert, die zum eigenen Büchergeschmack passen.

Durch eine erweiterte und detaillierte Suchfunktion kann man nach bestimmten Kategorien sortieren und damit die Suche nach Autor, Verlag, Thema, Erscheinungszeitraum oder Titel eingrenzen. Auch Ebooks und Nonbooks werden vom Verzeichnis aufgelistet, so dass man den gesamten aktuellen Markt im Überblick hat und sicher sein kann, keine Neuerscheinung zu verpassen. Laut einer ersten Umfrage von börsenblatt.net nutzen 65 % der User das Portal für die private Suche. Die beliebteste und wohl auch umfangreichste Kategorie ist dabei Belletristik, gefolgt von Kinder- und Jugendbuch oder Sachbuch. Da das Portal erst seit wenigen Monaten online ist, kann sich da noch einiges entwickeln.

Auch für Blogger interessant

Das Schöne und Praktische am Portal ist die einfache Navigation und die übersichtliche Auflistung der Bücher. Man kann Bücher markieren, empfehlen oder auf einem Merkzettel speichern. Für Blog-Redakteure und Blogger besonders interessant ist die Möglichkeit, kostenlos ein passendes Widget auf dem eigenen Blog zu integrieren, dass zum Beispiel alle Neuerscheinungen aus der Kategorie Belletristik anzeigt. Dieses Widget kann man sich direkt bei neuebuecher.de herunterladen, und nach der Anpassung an das Blog-Layout auf den eigenen Blog holen. Vielleicht werdet ihr hier schon bald eine Box finden, die aktuelle Neuerscheinungen vorstellen wird. Ich sollte das mal ausprobieren, weil ein solches Widget ein toller Service für die Leser von BOL werden könnte.

*Bildquelle: second-hand-buchladen von Reto Eugster via aboutpixel.de

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Reading EuropeThe European Library ist ein kostenfreies Internetportal, das den Zugang zu den Ressourcen der 48 Nationalbibliotheken Europas ermöglicht. Den Grundstein für dieses Portal legte das von der EU teilfinanzierte TEL-Projekt, das herausfinden sollte, ob und wie ein zentraler Zugriff auf alle Nationalbibliotheken der CENL möglich wäre. Nach erfolgreichem Abschluss, startete man 2005 die virtuelle europäische Bibliothek.

Zu den Vollmitgliedern der European Library gehören die Nationalbibliotheken von Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Italien (Florenz und Rom), Irland, Island, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Russland-Moskau, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern.
Die Bibliotheken dieser Länder sind bereits voll integriert, weitere 16 Nationalbibliotheken folgen.

Nun ging schließlich, mit Unterstützung von “Europas digitaler Bibliothek” Europeana, die Online-Ausstellung Reading Europe: European culture through the book an den Start und stellt auf ihrer Seite ca. 1000 der interessantesten Bücher Europas aus. Die Palette reicht von englischen Bestsellern des 18. Jahrhunderts bis zu mittelalterlichen Kochbüchern und gibt den Besuchern die Möglichkeit diese Meisterwerke der Buchkunst interaktiv und gebührenfrei zu erkunden. Die Sammlung wird ständig erweitert.

Die Bücher sind in verschiedenen Sprachen geschrieben, es finden sich u. a. auch handschriftliche Aufzeichnungen und erste Editionen unter den Büchern bei Reading Europe. Leider konnte man sich auf kein einheitliches Anzeigeformat einigen, manche Bücher sind derzeit nur als Cover im jpg-Format, andere als kompletter Scan – ebenfalls im ladezeitenunfreundlichen JPG-Format – einsehbar. Außerdem bekommt man einige Bücher als PDF zu lesen. Dieses Format-Wirrwar schmälert den guten Eindruck des Projekts ein wenig. Aber Startschwierigkeiten kennen wir schon von Europeana.
Jedes Buch ist mit Hintergrundinformation bestückt, die dem Besucher Einblick in die Entstehung von berühmten Klassikern, wie z. B. Don Quixote von Cervantes (in Spanisch) und Der Idiot von Fyodor Dostojewski (in Russisch), geben.

Die virtuelle Bibliothek lässt sich mithilfe der Suchfunktion erkunden oder aber nach verschiedenen Tags oder Kriterien (Land, Thematik, Sprache oder Zeit) durchstöbern.

Die Ausstellung lässt den Besucher diese Meisterwerke hautnah und interaktiv erleben. Die Bücher stammen aus den Sammlungen von 23 europäischen Nationalbibliotheken und sind in verschiedenen Sprachen – von Albanisch bis Jiddisch – geschrieben, darunter auch Handschriften und erste Editionen.
Zu jedem Buch gibt es Hintergrundinformation, die dem Besucher Einblick gibt in die Werdegeschichte von berühmten Klassikern. So zeigt Reading Europe zum Beispiel die erste Edition des Don Quixote von Cervantes (in Spanisch) und Der Idiot von Fyodor Dostojewski (in Russisch).

In Europeana finden Besucher zusätzliche Information über die Autoren, die in “Reading Europe: European culture through the book” vorgestellt werden. So sind nicht nur andere ihrer Werke zugänglich, sondern auch die ihrer Zeitgenossen..Mit einer einzigen Suchanfrage erschließen sich tausende von digitalisierte Texten sowie anderes kulturelles Material aus Europas Bibliotheken, Archiven und Museums.
Europeana entstand aus einer früheren Inititiative, The European Library. Beide Organisationen haben ihr unterkommen in der Koninklijke Bibliotheek, die niederländische Nationalbibliothek. Nach der erfolgreichen Implementierung eines multilingualen Portals durch The European Library, initiierte CENL auf Wunsch der Europäischen Kommission das Europeana Projekt. Alle Sammlungen europäischer National- und Universitätsbibliotheken, die durch The European Library zusammengebracht werden, sind auch in Europeana sichtbar.

Quelle: Pressemitteilung The European Library

 

Hier geht es zum Portal Reading Europe: European culture through the book”.

Und hier geht es zur deutschsprachigen Version der European Library.

Viel Spaß beim Online-Lesen!

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Doerte – und wie er die Welt sah Dörte hat einen wirklich miesen Spitznamen, besonders weil Dörte männlich ist. Aber eigentlich passt dieser hervorragend zu seinem verkorksten Leben.
Kein Job, kein Antrieb, einen Mitbewohner, der auch keine Hilfe darstellt, aber dafür eine ganze Menge Chaos.
Das alles könnte man ja noch mit Lethargie überspielen, aber dann soll Dörte in Hartz IV eingestuft werden. Also muss ein dritter Mitbewohner her.
Darauf schalten Dörte und sein Mitbewohner und Namensgeber Mick eine Zeitungsanzeige, den Auslöser für den längst überfälligen Umbruch in Dörtes Alltagstrott.

Zufällig stieß ich in den Weiten meiner Timeline auf den Account von @DoertesWelt. Eine schlichte Aufmachung, die scheinbar sehr stark vom “Kleinen Prinz” inspiriert wurde, lenkt die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche:
Das Buch im Blog.
Kein großer Community-/Mitmachkram, keine Werbung für das Buch bei Amazon. Hier wird sich auf das Essenzielle beschränkt, was ich als sehr lobenswert hervorheben möchte.

Die Navigation durch die Kapitel könnte noch einfacher und intuitiver gestaltet werden, das Anwählen der Kapitel über eine einzige Übersichtsseite hätte man über eine Seitenleisten-Navigation oder “nächstes Kapitel”-Links am Ende der Seite lösen können.
Auch wenn ich gerade die Beschränkung auf die reine Textpräsentation lobte, empfände ich Illustrationen für die Kapitel als willkommene Auflockerung.
Außerdem würde ich mir eine kurze Bio des Autors/der Autoren wünschen. Aber dazu hat jeder Leser seine eigene Meinung.

Die Lesbarkeit der Texte liegt im gesunden Mittelmaß, also nichts zu beanstanden oder als besonders lobenswert hervorzuheben.
Die Druckfunktion funktionierte bei mir leider nicht. Die Möglichkeit, das Buch oder einzelne Kapitel des Buches als PDF zum Download anzubieten, wäre (trotz iPad & Co.) wünschenswert.

Soviel zu Form und zum Design.
Die Geschichte selbst eignet sich wunderbar zum “Nebenherlesen”. Die Sprache ist frisch, eingängig und nicht überfordernd anspruchsvoll. Die Geschichte fließt mit einer angenehmen Leichtigkeit dahin und am Ende des Kapitels fühlt man sich gut unterhalten und freut sich auf die nächste kleine Geschichte, die sich in den großen Kontext einbettet.
Der Humor entsteht meist durch die Situation und weniger durch besonders kreative Wortwahl …

Ach, wisst ihr was?!

Lest es doch einfach selbst!

 

Quelle Grafik: Screenshot Homepage

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*Nostalgie ein*

Vielleicht liegt’s am Wetter oder daran, dass dieses fiese W-Wort in aller Munde und Schaufenster prangt. Dieses W-Ding, präsentiert von diesem Coca Cola-Maskottchen mit dem Rauschebart, das vor Ewigkeiten ein Fest zu Ehren der Geburt des Heilands war. Dieses W-Ding, an dem Familien früher glücklich beisammen saßen und heute verarmt, genervt und gestresst die Schnapsflaschen leeren, um die Tage irgendwie zu überstehen. Dieses W-Ding… Ach, ihr wisst was ich meine.

Jedenfalls ist mir heute nach
Märchen.

Maerchen

Kostenlose Texte gibt es natürlich genügend auf den einschlägigen Portalen, wie WikiSource oder Gutenberg-DE.
Mich interessieren jedoch die eigens dafür gestalteten und geschalteten Seiten. Und daran lasse ich Euch nun teilhaben.

Internet-Märchen.de

  • 576 (Stand 03.11.2009) fantastische Geschichten schlummern auf dem Server
  • freundliche Hintergrundfarbe und augenschmeichelnde Schriftgröße/-art, gut online zu lesen
  • Druckfunktion fehlt (Märchen liest man schließlich am liebsten im Sessel oder auf der Bettkante des kleinen Sprosses)
  • Märchenletter – jede Woche ein Märchen kostenlos ins Postfach
  • Fazit: gut sortierte, große Sammlung deutschsprachiger Märchen, leider etwas lieblos verpackt, aber für Copy, Paste und grafische Aufbereitung (beispielsweise für selbstgebastelte Geschenkbücher) gut geeignet

 

Märchenkristall

  • 378 Märchen nach Autoren/Herausgebern alphabetisch sortiert
  • die gut gemeinte wechselnde Hintergrund-Farbgestaltung strapaziert die Augenbeim Lesen am Monitor (empfehle: Readability)
  • leider auch keine vernünftige Druckfunktion
  • sehr schöne Märchenauswahl, an der man merkt, dass die Betreiberin vom Fach ist
  • das Angebot wird ergänzt durch Illustrationen (⇒extra Unterseite) und Interpretationen (die leider nur vollständig auf der zu bestellenden CD-Rom vorliegen)
  • Fazit: auch hier, eine gut-sortierte Sammlung, die sich vor allem als Fundus für selbstgestaltete Textsammlungen eignet, v.a. durch die Illustrationen in der “Bilder”-Rubrik

 

Märchenlexikon

  • das weltweit erste Märchenlexikon im Internet
  • Verzeichnis mit ca. 300 Märchentiteln, zu denen Informationen abgerufen werden können
  • Informationen zu weltweit 130 auffindbaren Märchentypen, inkl. aller Zaubermärchen der Brüder Grimm als strukturiertes Lexikon
  • Motivregister, Titelregister, weiterführende Literaturhinweise
  • Struktur mutet teilweise noch etwas chaotisch an, aber man findet sich trotzdem schnell zurecht
  • Fazit: für alle, die sich aus wissenschaftlichem oder privatem Forschungsinteresse für Märchen interessieren, bietet das Online-Lexikon eine große Fülle an Informationen über Kulturgeschichte und Forschung, außerdem ein großer Bestand an Quelltexten internationaler Märchen, Mythen und Sagen

 

Märchenboard

  • Forum mit Märchen, Sagen und Legenden
  • große Sammlung mit Texten aus aller Welt, zusammengetragen vom Betreiber und den Nutzern
  • Möglichkeit, um eigene Märchen einzustellen und zur Diskussion freizugeben
  • Fundgrube auch für relativ unbekannte Perlen der Märchenwelt

 

Sagen.at

  • große Sagen- und Märchensammlung aus aller Welt
  • nach Ländern geordnet

 

Märchen.com

  • Sammlungen von den Gebrüdern Grimm, Ludwig Bechstein und Johann Wilhelm Wolf
  • simple Darstellung in Schwarz auf Weiß

 

Märchen.org

  • wie der Vorgänger, mit zusätzlichen Autoren/Herausgebern

 

1000 Märchen.de

  • riecht nach SEO, deswegen erspar ich mir die Bewertung
  • ob die “Eigenen Märchen” tatsächlich ernst gemeint sind? Ich hoffe nicht! ;)

 

Weitere Fundstücke: Märchenstern.com (Märchen-Podcast) und Märchenstern.de
(nicht viel, aber stimmige Optik).

Wirklich gelungen ist die Märchenseite von childrentooth.de. Viele Märchen sind es zwar nicht, dafür sehr schön illustriert. So stelle ich mir eine ansprechende Seite zu diesem Thema vor. (Mari hat überhaupt Händchen und Auge für’s Grafische, wie ihre Homepage beweist.)

Alles in allem ergibt meine spontane Recherche, dass sich zwar eine Fülle von Märchen im Netz tummeln und die Suche nach kostenlosen Texten zeitnah durch Erfolg gekrönt ist, aber leider fehlt es an liebevoll gestalteten Seiten. Gerade diese fantastischen Geschichten verdienen meiner Ansicht nach eine schönere, bebilderte Gestaltung.
Gut, ich gebe zu, ich lese Märchen auch lieber in illustrierten Büchern, mit schweren, verzierten Buchdeckeln. Schließlich brauche ich den Monitor für das Kaminfeuer. ;)

Die schönste Form märchenhafte Welten zu erkunden, ist mit Sicherheit die Geschichten vorgetragen zu bekommen. Da bietet uns Vorleser.net einige schöne kostenlose Hörbücher, mit Klassikern u.a. von den Brüdern Grimm, Andersen, Busch, Hoffmann und Bechstein. Genau das richtige zum Einmümmeln auf dem Sofa.

 

Zum Abschluss meiner fantastischen Forschungsreise noch ein kleines “geYouTubetes” Schmankerl – das Titelstück der schönsten Märchenverfilmung, die ich kenne: “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.

*Nostalgie aus*

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Auf dem hart umkämpften Buchmarkt gilt es gerade in Krisenzeiten: nicht einschlafen!
Das dachte sich auch die PR-Abteilung der Pons GmbH und baute ihr Sprachenportal kräftig aus, angetrieben von einer beispiellosen Werbekampagne.

Pons.eu Logo

Während Duden und Langenscheidt auf ihrer vergilbten Wolke des Erfolgs leise vor sich hin schlummern, nutzt Pons die Gunst der Stunde und vor allem die Möglichkeiten des modernen Web.

Hinter vier Reitern in der Navigationsleiste leuchtet ein großes, gelbes “NEU” und bedeutet dem Besucher praktische Neuerungen, die einem den Sprachalltag erleichtern. Natürlich haben die Macher aus den Fehlern der Wolkenschlummerer gelernt und bieten ihre Dienste kostenlos an.

Ernsthafte Konkurrenz für den Duden

Was beim Duden nach dem ersten Gratis-Anlock-Angebot 7,95€ monatlich kostet, bekommt der Pons-Online-Nutzer zu 100% kostenlos. Beim Duden hat man dann zwar Zugang zu allen Wörterbüchern, die online verfügbar sind, aber die im Folgenden erwähnte Vernetzung auf dem Sprachenportal liefert eine ähnliche Auswahl für lau.

Das Deutsche Rechtschreibwörterbuch listet zu jedem Suchbegriff neben der korrekten Schreibweise, Artikel, Trennung und Mehrzahlerweiterung auch relevante Begriffe, sowie Regeln zur Getrennt- und Zusammenschreibung auf. Als besondere Zusatzfunktion kann der Begriff direkt bei Canoo, Wikipedia, dem Deutschen Wortschatz der Uni Leipzig und dem DWDS (Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jh.) nachgeschlagen werden. Somit beschränkt sich das Angebot nicht nur auf das firmeninterne Angebot, sondern nutzt vorbildlich die Vernetzungsmöglichkeiten des digitalen Zeitalters.
Für diejenigen, die Rechtschreibregeln nicht nur anwenden/abschreiben, sondern auch verstehen wollen, gibt es diese auf der Seite ebenfalls ausführlich beschrieben.

Im Gegensatz zu den Herren und Damen vom Duden, die eigenbrödlerisch an ihrem runden Tisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschließen, welche Worte wirklich relevant für die Aufnahme in das Buch sind, können Pons-Nutzer eigene Begriffe an die Redaktion schicken, die wöchentlich geprüft und erweitert werden. Beruhigend, dass es noch Sprachler gibt, die den Begriff “Lebendige Sprache” nicht aus ihrem Wortschatz verbannt haben.

Neuigkeiten, Kurioses und Wissenswertes aus der Welt der Orthografie finden sich im portalseigenen Deutsch-Blog.

Fremdsprachenwörterbücher und Lernhilfen

Die Wurzeln des Stuttgarter Unternehmens liegen bekanntlichermaßen im Fremdsprachenbereich.
Mit dem werbefinanzierten Online-Wörterbuch lassen sich zügig und ausführlich über 4,5 Millionen Wörter und Wendungen in den Sprachen Deutsch-Englisch, -Französisch, -Spanisch, -Italienisch, -Polnisch und -Russisch, sowie Englisch-Französisch und Englisch-Spanisch abfragen. Die meisten Begriffe können auch mit einem Klick auf das Audio-Symbol angehört werden.

Hier findet, wie schon beim Deutschen Wörterbuch, das Open Dictionary Anwendung und gibt beteiligungswilligen Nutzern die Möglichkeit, nach kurzer Anmeldung Vorschläge an die Wörterbuchredaktion zu schicken, die daraufhin geprüft und aktualisiert werden.

Den Volltextübersetzer gibt es für die Sprachen Deutsch-Englisch/Englisch-Deutsch und Deutsch-Französisch/Französisch-Deutsch. Die Software liefert die Firma Lingenio, die bereits für hervorragende Übersetzungssysteme bekannt ist.
Nach kleineren Stichproben beurteile ich die Ergebnisse der Textübersetzung mit gut, zumindest verglichen mit anderen kostenlosen Angeboten im Internet.

Als besonderes Schmankerl bietet Pons das deutsch-englische Bildwörterbuch ebenfalls kostenlos an. Man erreicht es entweder über den Direktlink und stöbert durch die einzelnen themenbasierten Rubriken oder klickt direkt unter seinem letzten Suchbegriff auf den Link zum Nachschlagen im Bildwörterbuch.

Liebevoll gestaltete Grafiken veranschaulichen so die Vokabeln und werden somit für den Lernenden leichter einprägsam.
Dank der “Blog extras”-Funktion kann ich direkt im Blog veranschaulichen, wie das ganze dann bei einem gebundenen Buch aussieht:

gebundenes Buch - Bildwörterbuch

Lernen mit Pons

Mit den Spielen “Begriffe zuordnen” und “Hör zu!” kann der Wortschatz zu bestimmten Themen mit den Bildwörterbüchern einprägsam erweitert werden.
Der schon längere Zeit bestehende Pons-Blog erinnert mich ein wenig an meine alten Englisch-Lehrbücher, die dem Lernenden mit Texten zu bestimmten Kultur- und Alltagsthemen in vorbildlichem Schulenglisch Vokabeln näher bringen.

Ebenfalls interessant ist der Sprachkalender. Er liefert täglich neue Übungen und Wissenswertes, um das Sprachzentrum nicht einrosten zu lassen. Dieser lässt sich entweder online ausdrucken oder aber als Abreißkalender in gedruckter Form bestellen.

Das beste Lernwerkzeug ist leider nicht auf Anhieb unter pons.eu, sondern nur über pons.de zu finden: Der Lexi-Trainer.
Dieser sammelt, nach kostenloser Anmeldung, alle Wörter, die man im Online-Wörterbuch nachschlägt und dient so als individuell abgestimmtes Vokabelheft. Im Gegensatz zu den üblichen Vokabeltrainingsprogrammen berücksichtigt der Trainer somit die persönlichen Themen und den individuellen Lernstand. Besonders praktisch ist die Karteikarten-Druckfunktion.
Es gibt ihn für die Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch.

Fazit

In der Fremdsprachensektion bietet sich pons.eu besonders als Lernhilfe an. Leo.org hat als Fremdsprachenwörterbuch immer noch die Nase vorn. Besonders im Bereich von Redewendungen und Phrasen bietet Leo ein schier unerschöpfliches Arsenal an Übersetzungen und besonders das sehr aktive Forum findet nahezu für jede Frage eine Antwort.

Das schlichte Design und die hohe Benutzerfreundlichkeit kriegen von mir eine ganz klare 1!
Schnell, übersichtlich, gut verknüpft (auch mit externen Angeboten anderer kostenloser Anbieter), offen für Anregungen und Ergänzungen, und vor allem keine versteckten Kostenfallen.

Mit dem Deutschen Wörterbuch tritt erstmals ernstzunehmende Konkurrenz zum Rechtschreib-Monopolisten Duden auf den Markt und lässt die deutsche Sprache endlich wieder auch auf dem Papier lebendig werden.
Sollte das Mannheimer Unternehmen nicht bald nachziehen, dürfte die Frage “Und was sagt der Duden dazu?” in Zukunft nicht mehr allzu oft gestellt werden.

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BibliothekStudieren kann wirklich nervig sein. Vor allem wenn die Bücher in den Universitätsbibliotheken trotz Studiengebühren verstaubt, vergilbt und vergriffen sind.
Dreißig Studenten aus einem Seminar bekommen alle die gleiche Aufgabe und brauchen alle das gleiche Buch, von dem mal wieder nur ein Exemplar in der Bibliothek steht. Wer clever ist, spricht sich mit den Kommilitonen ab und fertigt mehrere Kopien an (nachdem er 20 min auf einen freien Kopierer warten musste). Denn mitnehmen kann man die Publikation natürlich nicht.

Die Recherche nach geeigneten Quellen für die Hausarbeit gestaltet sich oft sehr mühselig. Jeder Student kennt das wohl, man stapelt den Tisch mit zwanzig Büchern voll, von denen letztendlich fünf relevant sind. Und bis man alle relevanten Bücher aufgetrieben hat, verstreichen Stunden…

Glücklicherweise leben wir im digitalen Zeitalter und clevere, ehemals genervte Studenten schaffen nun Abhilfe:

Logo PaperC

PaperC – Die Fachbuchplattform zum kostenlosen Lesen im Internet

Mit ihrem Start-up PaperC wollen die beiden 26-jährigen Berliner das wissenschaftliche Arbeiten vereinfachen und damit Geld verdienen. Ihre Internet-Plattform soll komplette Fachbücher im Netz zugänglich machen und so die verstaubte Uni-Lehrbuchsammlung fürs digitale Zeitalter rüsten. Wer zum Beispiel einen Blick in den „BWL Crash-Kurs Marketing“ aus dem UTB-Verlag werfen möchte, kann das Buch auf dem Paper-C-Portal Seite für Seite kostenlos durchlesen. Erst, wenn man ein Kapitel ausdrucken oder Zitate im Text markieren will, wird ein Obolus fällig. Der beträgt fünf Cent pro Seite, wie an den meisten Kopiergeräten. „Wir sind der elektronische Copyshop“, erklärt Fröhlich.

Was nach einer einfachen Idee klingt, ist in Wahrheit eine kleine Revolution: Noch nie haben Fachbuchverlage ihre Werke von der ersten bis zur letzten Seite frei im Internet zugänglich gemacht, selbst E-Books muss der Kunde vor dem Lesen komplett kaufen. PaperC will ein neues Geschäftsmodell etablieren: Der Kunde zahlt nicht für das Buch an sich, sondern für den Zusatznutzen, den das Internet-Portal ihm bietet: zum Beispiel den Druck ausgewählter Seiten am heimischen Tintenstrahler oder die digitale Zitateverwaltung. Jeder Student zahle einer Studie zufolge zwischen 40 und 60 Euro pro Jahr für Kopien, das mache mehr als hundert Millionen Euro im Jahr, sagt Martin Fröhlich. „An diese Kopierkosten wollen wir ran!“

Quelle: Handelsblatt

Schon jetzt (in der offenen Betaphase) präsentiert sich die Bibliothek gut gefüllt mit mehreren Tausend Fachbüchern, die man kostenlos am Bildschirm lesen kann. Die Kopie, das Drucken und das Sammeln von Zitaten kostet jeweils 5 cent, normale Uni-Kopiererpreise und dafür ohne Abtippen schon auf dem Laptop. Die notwendige Registrierung geht schnell und unkompliziert. Persönliche Daten müssen erst angegeben werden, wenn der Nutzer sein Konto aufladen will.

Im Gegensatz zu Copycats wie Google und Co. sind alle Bücher von den Verlagen für die Plattform freigegeben worden. Sach- und Fachbuchverlage haben schließlich im Gegensatz zur Musikindustrie und den großen Belletristikverlagen begriffen, dass man sich dem digitalen Zeitalter anpassen muss, um nicht als Verlierer dazustehen. So finden sich beispielsweise Publikationen von de Gruyter und Oxford University Press neben von Natur aus aufgeschlossenen Kleinverlagen im Sortiment von PaperC.

Und warum machen die Verlage das mit?

Fröhlich: Heute werden Fachbücher an den Unis seitenweise kopiert – dafür bekommen die Urheber aber nur Peanuts von der VG Wort, die von den Betreibern der Kopiererläden Gebühren erhebt. Und für Ausdrucke von illegal eingescannten Büchern bekommen sie gar nichts.
Hofmann: Wenn die Verlage die Bücher dagegen auf PaperC einstellen, verdienen sie mehr! Denn wir gehen davon aus, dass viele Nutzer die individualisierten Bücher weiterhin ausdrucken wollen. Und für einen Ausdruck müssen sie nach wie vor zahlen – etwa 10 Cent pro Seite. Und zwar nicht an die VG Wort, sondern an uns. Wir wiederum beteiligen die Verlage an den Einnahmen.

Ist es Ihnen schwer gefallen, die Verlage rumzukriegen?

Hofmann: Das erste Gespräch war in der Tat sehr schwierig: Da haben uns die Geschäftsführer erstmal einen Vogel gezeigt, sich dann aber nicht wie geplant 45 Minuten, sondern drei Stunden für uns Zeit genommen.
Fröhlich: Und dann haben wir denen das Gesicht gewaschen und die Augen geöffnet. Inzwischen will eigentlich jeder mit machen. Übrigens auch viele mittelständische Verlage, denen es sonst viel schwerer fällt, ihre Bücher an den Mann zu bringen.

Quelle: wiwo.de – Gründerraum

Die Online-Bibliothek lässt sich nach Autor, Titel, Verlag und ISBN durchsuchen. Ob die Suche auch eine Volltextsuche ist, die Begriffe innerhalb der Bücher sucht oder nur mit Tags (Schlagworten) arbeitet, konnte ich noch nicht feststellen.

Der Such-Filter unterscheidet zwischen Autor, Titel, Verlag und Meistgelesen. Hier fehlt eindeutig noch eine Kategorisierung nach Genre bzw. Fachgebieten. Es würde das Stöbern deutlich vereinfachen, wenn sich beispielsweise der Germanist in der Germanistikecke und der BWLer in der Wirtschaftsecke umsehen könnte.

Am Design und der Benutzerfreundlichkeit lässt sich hier nichts bemängeln. Die Bücher werden im Flash-Reader schnell und gut lesbar angezeigt.
Die Dienste (Drucken, Zitat, Notizen, Kopieren, Taggen und Seiten kaufen) kosten alle einheitliche 5 cent.
Will man ein ganzes Buch kaufen werden dementsprechend 5 cent x Seitenanzahl fällig. Die einzige Kritik an der eigentlich sehr fairen Preispolitik: Warum zahlt man für das “Taggen” ebenfalls 5 cent?

Fazit:
Ein vielversprechendes Projekt, das eine kleine Revolution im Uni- und Wissenschaftssektor darstellt und gute Chancen auf die Marktführerschaft in diesem Sektor hat. Mit dem sechsstelligen Investment vom Technologiegründerfonds Sachsen, wachsendem Sortiment und kleinen Verbesserungen dürfte aus dem kleinen StartUp-Unternehmen ganz fix eine etablierte Institution werden.

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Wenn ich durch meine Semmelstatz scrolle, fällt mir immer wieder auf, dass viele Besucher intern nach bestimmten Buchtiteln suchen. Da ich aber nur eine Art Rundführer in den Weiten des kostenlosen Literaturdschungels im Internet bin und nur Seiten empfehle, die mehrere freie Bücher anbieten, gilt meine heutige Empfehlung einer Suchmaschine, die sich um Einzelnes kümmert.

Literatursuche Lexikus

Die Volltextbibliothek Lexikus hat nun neben ihrem eigenen Angebot eine Suchmaschine ins Leben gerufen, die nicht nur das eigene Angebot gemeinfreier Literatur durchsucht, sondern auch die anderen großen deutschen Online-Bibliotheken WikiSource, Zeno.org, Project Gutenberg und Gutenberg-DE.
Die Suchmaschine basiert auf der Google-Technik und liefert dementsprechend schnell und ausführlich die Ergebnisse. Somit bleibt demjenigen, der nach digitalisierten Werken sucht, das Herumgehüpfe zwischen den großen Portalen erspart.

Zu den erwähnten Portalen brauche ich sicher nichts mehr sagen, aber Lexikus.de hingegen dürfte einigen noch nicht bekannt sein.

Die Online-Bibliothek des Lexikus.de-Verlages digitalisiert überwiegend historische Werke, deren Erscheinungsjahr zwischen 1780 und 1930 liegt.
Da schon eine ausführliche Beschreibung des Projektes existiert, verweise ich auf den Artikel von Benjamin Rosendahl. Aktuelle News über das Projekt gibt’s im dazugehörigen Blog.

Nur eines kann ich mir nicht verkneifen: Schade, dass auch hier das Design und die Lesefreundlichkeit wie beim deutschen Gutenberg nur mit mangelhaft zu bewerten sind. Die Schrift ist eindeutig zu klein, um in Ruhe ganze Bücher zu lesen. Und eine Druckfunktion fehlt gänzlich.

Da es sich bei den meisten Texten aber vorwiegend um historische Werke handelt, die meist zur Recherche oder aus Neugier durchstöbert werden, drücke ich nochmal ein Auge zu und spreche meine Empfehlung aus. Vor allem weil es durch die enge Zusammenarbeit mit der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern und den Buchpatenschaften zum Erhalt wichtiger historischer Bücher ein sehr löbliches Konzept ist, was der Herr Hans-Jürgen Herbst ins Leben gerufen hat.
Das Angebot ist keine Kopie von schon Vorhandenem, sondern eine gute Ergänzung auf dem Gebiet der freien Digitalisate.

Wir ertrinken in Informationen und hungern nach Wissen.
(John Naisbitt)

Vielleicht bewahrt die Suchmaschine ja den einen oder anderen vor dem Ertrinken. ;)

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Tschiep, Tschiep
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