Mehrere Verlage haben 17 einstweilige Verfügungen gegen mehrere Raubkopierverzeichnisse im Landgericht München I eingelegt. Es geht um eine Anzahl an eBooks im Hunderttausender-Bereich. Der Branche sind durch das illegale Angebot jährlich enorme Schäden zugefügt worden. Die eBooks waren illegal kopiert worden und standen zum anonymen und kostenlosen Download im Internet auf Filehostern bereit. Einen dieser Filehoster sollen die Betreiber des Verzeichnisses selbst betrieben haben.

Verluste in Millionenhöhe

Verlage gegen eBook RaubkopiererDer Börsenverein schätzt, dass die Betreiber durch ihre Websites über acht Millionen Euro im Jahr umgesetzt haben. Besonders prekär ist, dass diese an der Verletzung von Urheberrechten ihr Geld verdienen. Allein durch Google-Advertisement sollen sie pro Tag über 20.000 Euro verdient haben. Noch nicht eingerechnet sind die erhaltenen Geldbeträge für die Premium-Accounts der Nutzer. Auf der Plattform befanden sich zudem eine Reihe aktueller und sogar unveröffentlichter Werke.

Wo bleibt die Staatsanwaltschaft?

Die Staatsanwaltschaft hat bisher keine weiteren Schritte eingeläutet. Stattdessen haben die beteiligenden Verlage privaten Ermittlern die Beweissicherung in Auftrag gegeben. Berichten zu Folge bewegt sich die investierte Summe zur Aufklärung im sechs-stelligen Bereich. Ein technischer Dienstleister begann mit dem Kopieren der ins Netz gestellten Daten. Diesen Zugriff Verlage gegen eBook Raubkopierer Readerhaben die Betreiber des illegalen Angebots jedoch erkannt und benutzten plötzlich statt deutschen Servern verschiedene Server in der Ukraine. Die Verlage kritisieren die derzeitige Gesetzeslage. Da konkrete strafrechtliche Maßnahmen nicht existieren, könne nur mit zivilrechtlichen Schritten gegen das illegale Angebot vorgegangen werden.

Es bleibt spannend, wie sich die Lage weiter entwickeln wird. Der Fall erinnert stark an die Ereignisse zum einschlägigen Portal-Angebot im Bereich Kinofilme, deren Betreiber auch vor das Gericht gestellt wurden. In Zukunft wird es wohl vermehrt dazu kommen, dass solche Anklagen eingereicht werden, da die Bedeutung der eBooks weiter steigen wird. Kriminelle Konzepte finden so neuen Nährboden.

Foto 1: borman818 von flickr
Foto 2: terrie2005 von flickr

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