Online lesen boomt, auch im Land des Lächelns. Nachdem der E-Book Markt in Süd Korea einen fast so hohen Marktanteil wie in den USA aufwies, ist zu erwarten, dass sich auch in anderen asiatischen Ländern, allen voran China, das Online Lesen immer mehr verbreitet. Es wird prognostiziert, dass China im Rahmen des E-Book Booms Deutschland vom zweiten Platz der weltgrößten Buchmärkte verdrängen wird.

Weit entfernt vom Online Lesen: Ein kleiner Buchladen in Tianze

Chinesisches E-BookEs gibt sie noch die Leute, die gerne beim Lesen eine Papierseite anfassen und die Tinte riechen und von Online lesen nichts wissen wollen. Ich bin da auf die interessante Geschichte des Buchladens Tianze im Stadtzentrum von Tianjin gestoßen. Herr Li Weijie ist ein regelmäßiger Besucher dieses Buchladens. Er bevorzuge traditionelle Buchläden im Gegensatz zum Online Lesen und gehört damit zu einer immer kleiner werdenden Minderheit. Immer mehr Leute nehmen die Chance auf ein Sonderangebot wahr, wenn sie Bücher online lesen.

Traditioneller Buchhandel versus Online Lesen

Die Buchhandlung Tianze ist bei einer Auswahl von über 10 000 Büchern auf 120 Quadratmetern gar nicht so klein. Die Besitzerin des Buchladens Bian Hong ist darüber besorgt, wie durch das Online Lesen ein immer größerer Druck auf traditionelle Buchläden ausgeübt wird. Sie kann auf ein Buch maximal 20 Prozent Rabatt anbieten, während Freunde des Online Lesens neue Bücher mit Rabatten von bis zu 40 Prozent erwerben können. Bian denkt jedoch nicht daran, ihren Buchladen aufzugeben. Sie hat viele treue Stammkunden und zählt auf Qualitäten wie Kommunikation und Beratung vor Ort, die Freunden des Online Lesens entgehen. Ein weiterer kleiner Buchladen in derselben Stadt heißt Xuehai. Er ist auf ausländische Bücher und Zeitschriften spezialisiert. Der Inhaber gibt sich entspannt, was die Online Konkurrenz angeht. Er glaubt nicht an das Aussterben der traditionellen Buchläden. Man müsse sich einfach verbessern und die Vorzüge, die andere Buchläden nicht haben, herausfinden.

Es ist schön, zu sehen, dass es nach wie vor eine Begeisterung für das analoge Lesen gibt und eine friedliche Koexistenz von Online Lesen und traditionellem Schmökern wäre wünschenswert.

Bild: flickr, Jago Pauwels

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