Archiv für Februar 2011

Es ist immer noch so richtig kalt und wir Leseratten kuscheln uns gern am Wochenende zu Hause ein mit einem guten Buch. Wer zur Zeit nach einem guten Buch sucht und nicht weiß, welches Buch sich lohnen würde, dem möchte ich drei meiner liebsten Möglichkeiten im World Wide Web nennen, sich zu neuem Lesestoff inspirieren zu lassen.

1. Bestenlisten

Die Literaturzeitschrift Literaturen kürt aller 2 Monate zehn Bücher aus dem Sachbuch und Belletristik-Bereich, die sie in einer Bestenliste zusammenstellt. Hier geht es also nicht nach den Verkaufszahlen wie bei anderen Bestseller-Listen. Eine kompetente vielseitige Jury aus Journalisten und freien Literaturkritikern wählt jeweils 10 Titel, die sie empfehlen würden. An dieser Liste kann man sich orientieren, wenn man einfach keine Ahnung hat, welches Buch man als nächstes lesen könnte. Wertungen und inhaltliche Angaben gibt die Literaturen-Jury allerdings nicht. Das kann Vor- und Nachteile haben: Der Leser muss sich selbst die Hintergrundinformationen zum jeweiligen Buch holen. Die Bücher werden nur mit Titelbild genannt, ohne eine Einschätzung zu geben. Lediglich die Punkte-Vergabe sagt etwas über die einzelnen Wertungsränge aus. Der Vorteil bei dieser Bestenliste ist die Neugier, die beim Leser geweckt wird. Jeder kann sich selbst ein Bild über das jeweilige Buch machen und sich weiterinformieren oder eben nicht. Auf dem ersten Platz in der Belletristik liegt Michel Houellebecqs “Karte und Gebiet” und das beste Sachbuch März/April ist für die Literaturen-Jury Joseph Vogls “Das Gespenst des Kapitals”. Beide Bücher beschäftigen sich auf ihre Weise mit den Abgründen und Sehnsüchten der menschlichen Gesellschaft. Mehr möchte ich nicht verraten – lest selbst und erzählt mir davon!

2. Online Magazin

Keine reinen Bestenlisten aber immer äußerst aktuelle, sehr schön kurz und prägnant präsentierte Literatur-Tipps hat das Magazin Perlentaucher. Als Kulturmagazin ist es eines der wichtigsten Literaturmagazine im Netz mit einer umfassenden Übersicht über aktuelle Neuerscheinungen und Autoren. Jeden Tag durchforstet der Perlentaucher verschiedene Medien und das Feuilleton nach ihren Literatur-News und Einschätzungen. Wer schnell und übersichtlich informiert sein möchte, was der aktuelle Buchmarkt bietet, bekommt von der Perlentaucher-Redaktion eine umfassende täglich aktuelle Presseschau. Diese wird in angenehm kleine Artikel online geboten oder flattert täglich aktuell in den Mail-Post-Kasten, wenn man sich den Newsletter bestellt. Bei Perlentaucher bin ich auf so manche interessante und spannende Buchempfehlung gestoßen und konnte mir durch die umfassenden Rezensionen verschiedener Medien ein vielseitiges Bild machen.

3. Online Bücher Märkte

Wenn lesen möchte und mir die Neuerscheinungen weniger zusagen, stöbere ich gern unverbindlich spontan im Online Buchmarkt Booklooker. Das ist eine Plattform für Bücher und Musik im Internet, die man von Händlern, Antiquariaten oder Privatleuten bestellen kann. Booklooker ist eine Art Ebay für Bücher, nur dass der Preis nicht verhandelt wird. Dort finden sich längst verschwunden geglaubte Sonderausgaben zu günstigen Preisen und aktuelle Buchprojekte als gebrauchtes Buch von privat. Man kann mit der Suchfunktion nach Autoren oder Titeln suchen oder sich einfach durch das Programm der gebrauchten Bücher klicken. Das Prinzip von Booklooker ist einfach und genial: Man kontaktiert bei Interessen den Anbieter des gewünschten Titels und bekommt das Buch direkt nach Hause geliefert. Booklooker hat ein sehr breites Angebot und hält so manchen skurilen Buchschatz für Bibliophile bereit.

Wer ähnlich praktische Tipps hat, ist hiermit eingeladen, meine Vorschläge zu erweitern!

Sie gehört nicht nur als Frau des DDR-Schriftstellers Erwin Strittmatter zu den wichtigsten zeitgenössischen Lyrikerinnen. Jeder, der sich für deutsche Poesie interessiert, kennt die intensiven Gedichte Eva Strittmatters. Die ostdeutsche Lyrikerin verstarb kürzlich mit 80 Jahren am 3. Januar 2011 in Berlin. Durch ihre Gedichte lebt sie für immer weiter. In ihrer Lyrik verarbeitet sie auf offene und schonungslose Weise in eindrucksvoller Naturmetaphorik ihre Erlebnisse und Gefühle, ohne je kitschig oder banal zu werden. Viele Tausende Leser finden ihre eigene Gefühlswelt in dieser sensiblen bildhaften Lyrik und den bewusst positionierten Reimgebilden wieder. Dabei sind auch Ihre Gedichte aus dem frühen Werk aktuell und modern, weil sie von den zeitlosen, großen Themen handeln. Sie schreibt über die unausgesprochenen Träume, Ängste und Hoffnungen auf eine geheimnisvolle aber deutliche Weise. Wer Eva Strittmatter noch nie gelesen hat, sollte jetzt damit anfangen.

Wie Mondschnee auf den Wiesen...(Bildquelle: Michael Peter, aboutpixel.de)*

Eva Strittmatter – Leben und Werk online
Aus diesem Anlass sammle ich Tipps, wo man Eva Strittmatter online lesen und sich mit ihrem umfangreichen lyrischen Werk und Leben beschäftigen kann. Der Wikipedia-Eintrag über die Dichterin eignet sich gut, um einen Überblick ihrer Lyrik-Bände zu erhalten und sich über ihre Lebensdaten zu informieren. Fast alle ihre Bücher sind beim Aufbau-Verlag erschienen, und können dort direkt bestellt werden. Auch auf den Internetseiten des Verlages finden sich nicht nur biografische Hintergründe über ihr Leben auf einem Hof in Brandenburg, sondern auch Presse-Stimmen zu ihren Texten.

Die Journalistin Irmtraud Gutschke verfasste in der Zeitschrift Neues Deutschland einen lesenswerten und sehr sensiblen Nachruf auf die beliebte Dichterin. Beide lernten sich 2008 gut kennen, weil Gutschke Eva Strittmatter für einen Band über ihr Leben interviewte. Erschienen ist der sensible und offene Lebensbericht „Aus Leib und Leben“ als Taschenbuch beim Aufbau-Verlag als Unterhaltung zweier befreundeter Frauen. Für alle, die Eva Strittmatter aus ihrer eigenen Sicht kennen lernen wollen oder ihre Gedichte mögen, ein empfehlenswertes Buch über ein intensives Leben in drei deutschen Gesellschaften.

Wer neugierig auf die Gedichte Eva Strittmatters geworden ist und eine Leseprobe möchte, der findet hier einige Texte zum ersten Einlesen. Für weitere Tipps, wo man Eva Strittmatter Gedichte online lesen kann, bin ich jederzeit offen und dankbar. Kontaktiert mich einfach oder nutzt die Kommentar-Funktion.

* Bildquelle: Michael Peter, aboutpixel.de

Es ist wieder soweit! Die Leipziger Buchmesse lockt vom 17. bis 20. März 2011 viele Tausende Lesebegeisterte, Autoren, Journalisten und Verleger nach Leipzig, um den Bücherfrühling zu feiern.

Die Buchmesse Leipzig ist eine der wichtigsten Buchmessen Deutschlands und Europas, und verwandelt Leipzig jedes Frühjahr erneut in einen riesigen Hör- und Lesesaal. Mit dem gleichzeitig stattfindenden Festival „Leipzig liest!“ erlebt der begeisterte Leser die vielseitige Messestadt Leipzig als lebendige und traditionsreiche Buchstadt mit eindrucksvollen Lesungen an ungewöhnlichen und spannenden Orten in der gesamten sächsischen Stadt.

Dafür lohnt es sich wirklich im Frühling Leipzig zu besuchen, um Lieblingsautoren live zu erleben und manches Buchprojekt für sich neu zu entdecken. Aber auch wer nicht selbst die Möglichkeitkeit hat, zur Buchmesse nach Leipzig zu fahren, der kann die Messe online verfolgen. Autoreninterviews, Lesungen und viele weitere Veranstaltungen in Leipzig werden während der Messe von der Leipziger Messe und anwesenden Fernsehsendern online übertragen.

Lesepüppchen von Evgeni Tcherkasski via aboutpixel.de*

Die Buchmesse online verfolgen und mitmachen!

Wusstet ihr, dass man auch jedes Jahr online abstimmen kann, wer den Publikumspreis der Leipziger Buchmesse bekommt? Bei der Abstimmung kann man nicht nur ein Buchpaket oder Eintrittskarten zur Messe gewinnen, sondern seinem Lieblingsautor noch eine große Freude bereiten. Der Publikumspreis wird unabhängig von der Jury-Wertung verliehen. Daher ist es so wichtig, dass möglichst viele Leser online mitmachen und ihren Favoriten wählen. Ein Publikumspreis ist wichtig, weil hier derjenige bewertet, der die Bücher dann auch kauft – der Leser.

Auf den Internetseiten der Leipziger Buchmesse findet ihr die diesjährigen Nominierungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung. Der Publikumspreis darf in der Kategorie Belletristik gewählt werden. Derzeit liegt der Jugendroman und Roadtrip „Tschik“ von Wolfgang Herrndorf vom Rowohlt Verlag vorn. Auf dem zweiten Platz steht derzeit Arno Geigers Porträt über seinen kranken Vater „Der alte König in seinem Exil“. Wer seinem Lieblingsroman zum Erfolg verhelfen will, klickt einfach mal bei der Leipziger Buchmesse rein und wählt mit. Es bleiben ja noch über 4 Wochen zum Abstimmen. Vielleicht erleben wir eine Buch-Überraschung!

*Bildquelle: Lesepüppchen von Evgeni Tcherkasski via aboutpixel.de

Wird heutzutage eigentlich noch viel Karl May gelesen? Der geistige Vater und Schöpfer von Winnetou und Old Shatterhand lebt heutzutage eher wieder in zahlreichen Verfilmungen auf. „Der Schuh des Manitu“ ist die aktuellste und prominenteste filmische Umsetzung der Indianer-Romane. Früher war Karl May Lesestoff für viele Generationen jugendlicher Abenteurer. Er beschrieb den Wilden Westen, als an Cowboy-Filme und Film überhaupt noch lange nicht zu denken war. Damit prägte Karl May die Jugendphantasien und Sehnsüchte vieler junger Leute nach fernen Ländern und Abenteuern in der amerikanischen Prärie. Aber eigentlich liegt der Wilde Westen in Sachsen!

Logo der Karl May Weltrekordlesung von gefangenevisionen.de*

Karl May – in Sachsen wiedererweckt

Wer weiß heutzutage, dass Karl May aus Sachsen stammt, und im sächsischen Mittweida inhaftiert wurde? Meine Aufmerksamkeit gewann Karl May wegen eines spannenden Literaturprojekts der sächsischen Hochschule Mittweida. In Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Karl May Verlag Bamberg Radebeul und dem Karl May Museum Radebeul stellen Studenten der Medien Fakultät eine Weltrekordlesung in Karl Mays ehemaliger Gefängniszelle auf die Beine. Während sage und schreibe 42 Tagen lesen Prominente und Karl May-Fans in einer Nonstop Lesung aus seinem kompletten Gesamtwerk. Die Lesung beginnt am 14. März und endet am 3. Mai – genau so lange, wie May in Mittweida 1870 inhaftiert war. Mit ihrer Aktion wollen die Studententen der Hochschule nicht nur auf Karl May als bekanntesten und meistgelesenen deutschen Schriftsteller erneut aufmerksam machen, sondern streben auch einen Eintrag ins Guiness-Buch an. Die bisherige längste Lesung der Welt dauerte wohl 10 Tage. Für die Aktion wurden prominente Vorleser wie Tatort-Kommissar Peter Sodann gewonnen, die jeweils 20 Minuten aus ihrem Lieblingsbuch vorlesen dürfen.

Mitmachen bei der längsten Dauerlesung der Welt!

 

Wer interessiert ist, oder schon lange ein leidenschaftlicher Karl May-Leser, der kann die Lesung online verfolgen, da sie live im Internet übertragen werden soll. Oder ihr meldet euch noch als Vorleser an und verhelft der Rekordlesung zum Erfolg. Wie ich auf gefangenevisionen.de gelesen habe, gibt es noch die Möglichkeit mitzumachen und Vorleser zu werden. Mehr über Karl May online und die Weltrekordlesung findet ihr auf den Seiten der Hochschule Mittweida. Wer gute Tipps hat, wo man Karl May online lesen kann, darf hier gern noch ergänzen. Ich freue mich auf den regen Austausch!

* Bildquelle: Grafik via gefangenevisionen.de

Der regelmäßige und aufmerksame Leser wird wohl bemerkt haben, dass es eine Weile ruhig auf unserem Blog war.

Bücher-online-lesen (kurz: BOL) wird ab jetzt von einer neuen Redaktion betreut, um euch auch weiterhin mit Tipps rund um gute Literatur und neue Büchertrends zu versorgen. Ihr seid sicherlich so gespannt wie ich, welche Buchprojekte dieses Jahr auf die Bestsellerlisten klettern, oder wer ein Ladenhüter wird. Die Leipziger Buchmesse eröffnet bald den Bücherfrühling und ich bin gespannt, wer diesmal Helene Hegemann als „Skandalautorin“ ablöst!

Ich möchte diesen tollen Literaturblog als Fundgrube für spannende Online Literatur Tipps weiterführen und das WorldWideWeb nach den besten Möglichkeiten zum Online Lesen durchforsten. Hinweise, Linkvorschläge und konstruktive Kritik sind auch weiterhin willkommen und erwünscht. Also sei hiermit der Bücher-online-lesen-Blog für 2011 eröffnet. Auf ein kreatives und fantasievolles Buchjahr!

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