Archiv für November 2009

Dieser Artikel läuft ein wenig aus der Reihe, aber erstens geht es um ein Thema, das mir persönlich am Herzen liegt, zweitens bekam ich heute eine lächerliche Antwort auf meine Petition von Seiten Amazons und drittens ist der Online-Händler meiner Blog-Thematik nicht ganz fern.

Ich bin dein PelzDass der größte Online-Buchhandel Amazon nicht nur Bücher, E-Books und Kindle verkauft, dürfte wohl jedem klar sein. Das Sortiment umfasst eigentlich alles, was das Konsumentenherz begehrt und versorgt die kaufwillige Masse mit Schnäppchen und allem, was Kaufhäuser in der heutigen Zeit anbieten “müssen”.
Viele bestellen ihre Bücher lieber bei Amazon, als im Buchladen nebenan. Und wenn sie schonmal dabei sind, können sie sich gleich die Portokosten für andere Händler sparen und bestellen sich die Uhr, die DVD, das Shirt oder das Parfum gleich mit.
Soweit so gut. Dagegen lässt sich nicht viel einwenden, außer dass so nicht nur die kleinen Buchhandlungen um die Ecke, sondern auch die anderen Fachgeschäfte, immer stärker kämpfen müssen, um zu bestehen.
Aber gerade die beherrschende Marktstellung macht Amazon zu einem Unternehmen, das eine gewisse Vorbildfunktion pflegen sollte, wie Beispielskandale in letzter Zeit immer wieder offenbaren (bestes Beispiel: rechtsextreme Bücher, NPD-Partnerschaft).

Für mich persönlich gibt es viele Gründe, bei diesem Unternehmen nicht zu kaufen, aber diese möchte ich hier nicht ausbreiten, sondern nur einen besonders wichtigen:
(ich zitiere aus dem Aufruf der Albert-Schweitzer-Stiftung, da ich dem nichts hinzuzufügen habe)

Immer mehr moderne Unternehmen entscheiden sich, Pelz aus ihren Sortimenten und Kollektionen zu verbannen. Aber gerade ein Unternehmen, von dem man eigentlich eine Vorreiterrolle erwarten würde, stellt sich quer: Amazon hält mit fadenscheinigen Ausreden am Pelzverkauf fest. Das Unternehmen lässt sich sogar zu der Aussage hinreißen, am Pelzverkauf über Drittanbieter festhalten zu wollen, um den Verbraucher nicht zu entmündigen.

Bis Amazon seine Firmenpolitik zum Thema Pelz ändert, raten wir von Einkäufen bei diesem Unternehmen streng ab. Wir haben unsere Partnerschaft mit Amazon gekündigt und arbeiten jetzt mit buch.de zusammen. Wenn Sie bei buch.de bestellen wollen, gehen Sie bitte über diese Seite – wir erhalten dann eine Verkaufsprovision, die zu 100% in unsere Tierschutz- und Tierrechtsarbeit fließt.

Der Geschäftsleitung von Amazon haben wir eine Dokumentation zum Thema Pelz zugeschickt. Unser Argument: Nicht jeder Konsument kennt die Hintergründe, und auch wenn es Menschen gibt, die Luxus über Tierleid stellen, heißt das nicht, dass man diese Geschmacklosigkeiten unterstützen sollte. Helfen Sie, dass dieses Argument gehört wird. Beteiligen Sie sich am Protest.

Wenn Sie Ihrem Protest Nachdruck verleihen wollen, können Sie Ihr Kundenkonto bei Amazon löschen lassen. Wie das geht, erfahren Sie hier.

Natürlich schrieb ich empört an das Unternehmen und bekam dieses lächerliche Standardschreiben zurück:

Guten Tag,

hier ist eine Nachricht von Amazon.de.

Vielen Dank für Ihre E-Mail zu den Pelz-Angeboten externer Verkäufer auf der Amazon-Plattform. Wir können nachvollziehen, dass Ihnen diese Angelegenheit sehr wichtig ist.

Amazons Ziel ist es, Kunden die größtmögliche Auswahl an Produkten zu bieten. Wir sind grundsätzlich der Meinung, dass Amazon – oder jeder andere Händler – nicht darüber entscheiden sollte, welche Produkte bzw. welche Inhalte von Kunden (nicht) erworben werden können, sofern diese legal erhältlich sind.

Um unseren Kunden diese Auswahl bereit stellen zu können, ermöglichen wir es Verkäufern über unsere Marketplace Plattform auch solche Produkte zu verkaufen, die manche Kunden für diskussionswürdig halten mögen. Wir glauben, dass unsere Kunden selbst entscheiden sollten, welche Produkte sie für ethisch vertretbar halten und welche sie kaufen möchten. Die Listung diskussionswürdiger Produkte bedeutet dabei keinesfalls, dass Amazon oder unsere Mitarbeiter die Produkte gutheißen.

Nur sind wir der Meinung, dass ein Händler für seine Kunden nicht die Grenze zwischen richtig und falsch ziehen sollte.

Ich hoffe, ich konnte unsere Haltung hier ein wenig erläutern. Ihr Feedback ist uns wichtig – vielen Dank, dass Sie uns Ihre Meinung mitgeteilt haben. Auch wenn wir auf dieses Thema nicht weiter eingehen können, hoffen wir, dass Sie unser Angebot weiterhin nutzen.

(Dies ist eine automatisch versendete E-Mail. Bitte antworten Sie nicht auf dieses Schreiben, da die E-Mail-Adresse nur zum Versenden, nicht aber zum Empfang von E-Mails eingerichtet ist.)

Freundliche Grüße

Kundenservice Amazon.de

Für mich ein weiterer Grund bei Amazon nichts zu kaufen oder zur Bestellung von Büchern von diesem Händler anzuregen.
Wer Bücher kaufen will, der kann jedes Buch beim Händler um die Ecke bestellen (Lieferzeit für Buchhandlungen i.d.R. 1 Tag) oder bei “sauberen” Online-Buchhändlern wie Buch.de erwerben. Für alle anderen Artikel gibt es mehr als genug Alternativen und oft auch zu besseren Konditionen als bei dem Giganten.
Die größten Unternehmen sind oft nicht gleich auch die günstigsten, aber der Konsument lässt leider allzu oft blenden.

Ich hoffe, ich konnte einige Leser zum Nachdenken über ihr Konsumverhalten anregen und einige Unterstützer für die Petition gewinnen.

Schickt eine Mail an Amazon und überlegt Euch, ob Ihr ein Unternehmen, das den rücksichtslosen Konsum fördert, weiterhin unterstützen wollt.

Weitere Links:

*Nostalgie ein*

Vielleicht liegt’s am Wetter oder daran, dass dieses fiese W-Wort in aller Munde und Schaufenster prangt. Dieses W-Ding, präsentiert von diesem Coca Cola-Maskottchen mit dem Rauschebart, das vor Ewigkeiten ein Fest zu Ehren der Geburt des Heilands war. Dieses W-Ding, an dem Familien früher glücklich beisammen saßen und heute verarmt, genervt und gestresst die Schnapsflaschen leeren, um die Tage irgendwie zu überstehen. Dieses W-Ding… Ach, ihr wisst was ich meine.

Jedenfalls ist mir heute nach
Märchen.

Maerchen

Kostenlose Texte gibt es natürlich genügend auf den einschlägigen Portalen, wie WikiSource oder Gutenberg-DE.
Mich interessieren jedoch die eigens dafür gestalteten und geschalteten Seiten. Und daran lasse ich Euch nun teilhaben.

Internet-Märchen.de

  • 576 (Stand 03.11.2009) fantastische Geschichten schlummern auf dem Server
  • freundliche Hintergrundfarbe und augenschmeichelnde Schriftgröße/-art, gut online zu lesen
  • Druckfunktion fehlt (Märchen liest man schließlich am liebsten im Sessel oder auf der Bettkante des kleinen Sprosses)
  • Märchenletter – jede Woche ein Märchen kostenlos ins Postfach
  • Fazit: gut sortierte, große Sammlung deutschsprachiger Märchen, leider etwas lieblos verpackt, aber für Copy, Paste und grafische Aufbereitung (beispielsweise für selbstgebastelte Geschenkbücher) gut geeignet

 

Märchenkristall

  • 378 Märchen nach Autoren/Herausgebern alphabetisch sortiert
  • die gut gemeinte wechselnde Hintergrund-Farbgestaltung strapaziert die Augenbeim Lesen am Monitor (empfehle: Readability)
  • leider auch keine vernünftige Druckfunktion
  • sehr schöne Märchenauswahl, an der man merkt, dass die Betreiberin vom Fach ist
  • das Angebot wird ergänzt durch Illustrationen (⇒extra Unterseite) und Interpretationen (die leider nur vollständig auf der zu bestellenden CD-Rom vorliegen)
  • Fazit: auch hier, eine gut-sortierte Sammlung, die sich vor allem als Fundus für selbstgestaltete Textsammlungen eignet, v.a. durch die Illustrationen in der “Bilder”-Rubrik

 

Märchenlexikon

  • das weltweit erste Märchenlexikon im Internet
  • Verzeichnis mit ca. 300 Märchentiteln, zu denen Informationen abgerufen werden können
  • Informationen zu weltweit 130 auffindbaren Märchentypen, inkl. aller Zaubermärchen der Brüder Grimm als strukturiertes Lexikon
  • Motivregister, Titelregister, weiterführende Literaturhinweise
  • Struktur mutet teilweise noch etwas chaotisch an, aber man findet sich trotzdem schnell zurecht
  • Fazit: für alle, die sich aus wissenschaftlichem oder privatem Forschungsinteresse für Märchen interessieren, bietet das Online-Lexikon eine große Fülle an Informationen über Kulturgeschichte und Forschung, außerdem ein großer Bestand an Quelltexten internationaler Märchen, Mythen und Sagen

 

Märchenboard

  • Forum mit Märchen, Sagen und Legenden
  • große Sammlung mit Texten aus aller Welt, zusammengetragen vom Betreiber und den Nutzern
  • Möglichkeit, um eigene Märchen einzustellen und zur Diskussion freizugeben
  • Fundgrube auch für relativ unbekannte Perlen der Märchenwelt

 

Sagen.at

  • große Sagen- und Märchensammlung aus aller Welt
  • nach Ländern geordnet

 

Märchen.com

  • Sammlungen von den Gebrüdern Grimm, Ludwig Bechstein und Johann Wilhelm Wolf
  • simple Darstellung in Schwarz auf Weiß

 

Märchen.org

  • wie der Vorgänger, mit zusätzlichen Autoren/Herausgebern

 

1000 Märchen.de

  • riecht nach SEO, deswegen erspar ich mir die Bewertung
  • ob die “Eigenen Märchen” tatsächlich ernst gemeint sind? Ich hoffe nicht! ;)

 

Weitere Fundstücke: Märchenstern.com (Märchen-Podcast) und Märchenstern.de
(nicht viel, aber stimmige Optik).

Wirklich gelungen ist die Märchenseite von childrentooth.de. Viele Märchen sind es zwar nicht, dafür sehr schön illustriert. So stelle ich mir eine ansprechende Seite zu diesem Thema vor. (Mari hat überhaupt Händchen und Auge für’s Grafische, wie ihre Homepage beweist.)

Alles in allem ergibt meine spontane Recherche, dass sich zwar eine Fülle von Märchen im Netz tummeln und die Suche nach kostenlosen Texten zeitnah durch Erfolg gekrönt ist, aber leider fehlt es an liebevoll gestalteten Seiten. Gerade diese fantastischen Geschichten verdienen meiner Ansicht nach eine schönere, bebilderte Gestaltung.
Gut, ich gebe zu, ich lese Märchen auch lieber in illustrierten Büchern, mit schweren, verzierten Buchdeckeln. Schließlich brauche ich den Monitor für das Kaminfeuer. ;)

Die schönste Form märchenhafte Welten zu erkunden, ist mit Sicherheit die Geschichten vorgetragen zu bekommen. Da bietet uns Vorleser.net einige schöne kostenlose Hörbücher, mit Klassikern u.a. von den Brüdern Grimm, Andersen, Busch, Hoffmann und Bechstein. Genau das richtige zum Einmümmeln auf dem Sofa.

 

Zum Abschluss meiner fantastischen Forschungsreise noch ein kleines “geYouTubetes” Schmankerl – das Titelstück der schönsten Märchenverfilmung, die ich kenne: “Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.

*Nostalgie aus*

Get Adobe Flash playerPlugin by wpburn.com wordpress themes