Blogroman, die Dritte.

Die Welt der Bücher in Blogform ist gar nicht so klein, wie man meinen könnte.
Nach meinen letzten Besprechungen der beiden Blogromane, wurde ich auf einen dritten aufmerksam gemacht.

Arbeiterlebencaspars Arbeiterleben steht ein wenig im Kontrast zu den anderen beiden. Ausdrücklich als Manuskript betitelt, erinnert dieser Roman weniger an ein online geschriebenes Buch, als die anderen beiden. Es ist ein echtes Blog, ein Tagebuch, in dem sich die Erinnerungen aus dem besagten Arbeitsleben der letzten Jahrzehnte mit den üblichen Kommentaren zum Weltgeschehen, der Blogosphäre, Literatur und was eben sonst noch gesagt werden will, mit den eigentlichen Romantexten mischen.


Ich schreibe “online”.
Ich feile nichts mehr an den Texten.
Ich setze mich hin,klicke auf “Neuer Post” und lege los.

aus: Reinstellen?

Die Geschichte ist, wie der Titel schon vermuten lässt, ein Arbeiterroman. Der Autor, caspar Michael Kusmierz, schreibt hier seine Erfahrungen aus den letzten Jahrzehnten Arbeitswelt und den Begebenheiten dieser Zeit nieder. Es beginnt, wie bei vielen, auf dem Bau, um sich mit einem Ferienjob die erste Gitarre zu verdienen. Hier musste ich oft schmunzeln, da sich scheinbar mit den Jahren wenig geändert hat, höchstens, dass heute nicht mehr so offensichtlich gesoffen wird ;)
Die “scheinbar niemals endende Verpflichtung der Anpassung an die Gesellschaft”  geht weiter mit der zermürbenden Lehre zum Maschinenschlosser. Danach wieder Schulbank drücken, Jobben, Studium beginnen, Jobben …

Der Stil ist schonungslos direkt und “bukowskiesk“. Zarte Gemüter und Freunde von Rosamunde Pilcher werden sicher nicht zu Stammlesern, aber wer mit roher Kost umgehen kann, wird sich wahrscheinlich genauso wie ich in den Erzählungen verlieren. Mir persönlich gefällt genau dieser offene und direkte Stil.

An der Übersichtlichkeit und der Struktur der Seite muss noch ein wenig gefeilt werden, aber caspar arbeitet dran, hab ich mir sagen lassen.
Was mir wirklich sehr gut gefällt ist die Hörfassung der einzelnen Kapitel. Bis jetzt sind zwar erst acht Kapitel eingesprochen, aber das Hörbuch soll nach und nach vervollständigt werden.

Alles in allem, ist dieses Blog eine angenehme Abwechslung zu den ewig gleichen, polierten Seiten in der heutigen Blogosphäre. Der Roman wird mich sicher nicht so schnell loslassen und so warte ich gespannt auf die nächsten Kapitel aus caspars Arbeitswelt.
Und wenn das Buch irgendwann in den Druck kommt, bin ich sicher einer der ersten Käufer.

7 Kommentare zu “caspars Arbeiterleben – Ein Blogroman/Manuskript”

  • Geheimrat sagt:

    Der beste Fund in dieser Kategorie bisher – ich werde dort mehr lesen. Danke für´s finden … ;-)

    • iRead sagt:

      Ja, fand auch, dass dieser Blogroman auf Platz 1 gehört…er ist sehr lebendig, weniger philosophisch, eben ein echtes Blog.
      Bitte gern :)

  • caspar sagt:

    Freut mich riesig, dass ihr mich auf Platz 1 sehen wollt.
    Danke für´s Lesen!!

  • caspar sagt:

    Also was so eine nette Rezension doch ausmachen kann!
    Ich freue mich ganz besonders über die vielen Leser mehr,
    seit deiner Erwähnung hier. Man achtet ja doch auf das
    Pageranking, nicht wahr?

    • iRead sagt:

      Freut mich, dass dir meine Erwähnung mehr Besucher gebracht hat. Dann lesen die Leute wenigstens weniger Mist im Internet ;)
      Klar, man freut sich doch schon, wenn das Ego gestreichelt wird und man ein wenig Erfolg hat, mit dem was man tut.

  • caspar sagt:

    Habe jetzt die bisher veröffentlichten Kapitel
    zu einem Pdf-Buch zusammen-geschnürt und als DOWNLOAD
    auf meine Seite gestellt. Klick doch ma´an?

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