Nicht wirklich neu, aber lesbar

 

StilllebenLangsam mutiert das Internet zu einer Bibliothek der Bibliotheken.Ich wüsste schon mal gern, wie oft beispielsweise Goethes Faust im Internet zu finden ist und vor allem auf wie vielen verschieden Seiten.
Schließlich stellt jede Seite, die Klassiker online und kostenlos zum Lesen verfügbar machen will, zuallererst die wichtigsten Schriftsteller ins Netz, sprich: Goethe, Schiller & Co.
Und was fällt einem bei Goethe zuerst ein?
Nunja, nach dem
Blog fällt mir da sofort der Faust ein ;)
Vielleicht sollte ich mich einem Nebenprojekt widmen und herausfinden, wo sich dieser Dr. Faustus überall herum treibt?!

Aber gut, ich schweife ab…
Jedenfalls stieß ich heute wieder auf eine weitere Seite, die copyrightfreie Bücher kostenlos zugänglich machen will: FreiLesen.de
Ob das nun so nötig ist, bei der Flut an Online-Bibliotheken, darüber lässt sich streiten, aber die Umsetzung ist bisher ganz ansprechend.

 

Das Ziel von FreiLesen.de ist es, diese berühmten Bücher und Werke einer möglichst breiten Leserschaft kostenfrei zugänglich zu machen. Insbesondere möchte dieses Projekt:

* Werke der Öffentlichkeit frei zugänglich machen
* ein Online-Lesen inkl. Suchfunktion ermöglichen
* den komfortablen PDF-Download und damit Ausdruck der Bücher ermöglichen
* benutzerbezogenen Komfort bieten (zum Beispiel über den Browser anpassbare Schriftgrößen)
* und natürlich die Inhalte verlinkbar machen, sodass von anderen Webseiten auf Werke oder Kapitel verwiesen werden kann.

 

Wie gesagt, ersteres Ziel ist bekannt. Der zweite Punkt ebenso.
Drittes stellt in meinen Augen eine “Muss-Funktion” dar.
Aber das Vierte gefällt mir: endlich jemand, der begriffen hat, dass Benutzerfreundlichkeit beim Lesen im Internet eines der wichtigsten Kriterien ist.

Im Moment verzeichnet die Seite, nach eigener Aussage,  267 Werke von 45 Autoren.
Ich schätze, der Blog existiert noch nicht allzulang, aber dank copy&paste ist das Reinstellen natürlich schneller zu realisieren, als bei Wiki und Co.
Aber genau an diesem Punkt muss ich etwas bemängeln:
Der Autor der Seite gibt keine Quellen zu den Texten an. Für mich ein schwerer Mangel.
Zu wissen, ob es beispielsweise von Gutenberg-DE, Wikisource oder ganz woanders stammt,  würde mir für den Anfang schon genügen.
Aber eigentlich wäre eine Quellenangabe in der Form “Titel, Verlag, Jahr”-Form wichtiger für mich, weil ich damit mehr über den Text erfahre. Zum Beispiel wie qualitativ eine Übersetzung ist oder um welche Auflage es sich handelt.
Dem Betreiber der Seite geht es wahrscheinlich in erster Linie darum, den Leuten Lesestoff zur reinen Unterhaltung zu bieten.

Für die Leserlichkeit und die Gestaltung gibt es jedoch Bonus-Punkte.
Das Design ist schlicht gehalten und der Text steht im Mittelpunkt. Zusätzlich hat der Leser die Option, den Text als PDF herunter zu laden.
Die Navigation ist, bedingt durch das Blog-Thema, sehr einfach und übersichtlich zu handhaben.
Die Auswahl der Texte…naja…die Klassiker eben, nichts besonders auffälliges.


Alles in allem lässt sich sagen, dass ich sicher gelegentlich auf dieser Seite stöbern werde, da meine Augen nicht nach dem Lesegenuss schmerzen. Zum Lesen geeignet, aber irgendwie bin ich nicht so ganz überzeugt.
Mal abwarten, was noch auf der Seite geschieht…
Ich bleib dran.

Foto: © Ferdinand Lacour / PIXELIO

5 Kommentare zu “FreiLesen.de”

  • Goethe sagt:

    Du sollest keinen anderen Faustus neben mir haben, mein lieber iRead. Doch ein digitaler Goethe, Faust gar – in mir wächst eine Idee …

    • iRead sagt:

      Interessant, wenn ein Mensch laut denkt, und der Zuhörer mit seinen Deutungen allein gelassen wird.
      Aber ich werde wohl demnächst im Blog mehr darüber lesen;)

  • Goethe sagt:

    Zitat: Vielleicht sollte ich mich einem Nebenprojekt widmen und herausfinden, wo sich dieser Dr. Faustus überall herum treibt?!

    Ja, diese Idee ist großartig. Nun mal ran … ;-)

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