Archiv für April 2009

 

Es wird wieder lyrisch

Apollo mit einer Lyra



Nachdem ich in letzter Zeit die größeren kostenlosen Lese-Portale vernachlässigt habe, kümmere ich mich diesmal wieder um eines der größeren Projekte:

Die deutsche Gedichtebibliothek.

Den Untertitel “Gesamtverzeichnis deutschsprachiger Gedichte” finde ich persönlich etwas gewagt, vor allem weil die Gedichte, für die keine Veröffentlichungsrechte vorliegen älter als 70 Jahre sein müssen. Und da die Seite sich im ständigen Aufbau befindet…aber gut, wir wollen ja nicht kleinlich sein :-)

Ich als Lyrikbegeisterter könnte mich stundenlang auf dieser Seite verlieren.
Laut eigener Aussage befinden sich derzeit über vierzigtausend Gedichte im Fundus der Bibliothek. Das sollte für ein paar Tage reichen.

Den Großteil der versammelten lyrischen Ergüsse machen natürlich die klassischen Wortakrobaten aus, wie z.B.
-
Goethe
-
Eichendorff
-
Rilke
oder
Storm.

Zu jedem Dichter gibt es zusätzlich eine Kurzbiografie und ein Foto des Schreiberlings.
Sehr gut finde ich auch, dass Gedichtbände noch einmal gesondert erwähnt und aufgelistet werden.

Leider fehlen wieder einmal genaue Quellenangaben.

Wenn man genauer hinsieht entdeckt man auch ab und zu ein besonderes Schmankerl der Seite, das hoffentlich in nächster Zeit zunimmt. Neben Goethes “Abendlied” beispielsweise kann man einen kleinen Lautsprecher erkennen, der nach Betätigung auf die vorgelesene Variante des Gedichts verweist.
(Kleiner Tipp an die Seitenbetreiber: ich würde das bei der Einzelansicht der Gedichte auch vermerken)

Neben den Klassikern besteht für die Schreibenden unter den Besuchern der Seite auch die Möglichkeit eigene Gedichte in der Bibliothek zu veröffentlichen.
Diese findet man dann unter
Zeitgenössisches. Warum das Mindestalter auf 21 Jahre beschränkt ist, wüsste ich zwar gern, aber die Redaktion hat sicher plausible Gründe dafür.
Unter den selbst veröffentlichten Gedichten finden sich, dank redaktioneller Bearbeitung, auch ab und zu kleine Lyrikperlen.

Das Design der Seite erinnert mich im ersten Moment ein wenig an eine Tageszeitung, aber gerade das empfinde ich als positiv. Schlichte Farben, gut lesbare Schrift und Werbung findet sich auch nur auf der rechten Seite, die sich mit einem guten Werbeblocker auch verbergen lässt.
Eine gute Idee, aber momentan eher etwas störend, ist das Verlinken bestimmter Tags innerhalb eines Gedichts. Wenn das “getaggte” Wort nicht dauerhaft, sondern nur beim “Mouseover” unterstrichen wird, dann würde es den Lesefluss nicht stören.
Ansonsten finde ich die Navigation der Seite sehr gelungen. Tag-Funktionen, Zufallsgedichte, Autorenverzeichnis und auch die Rubrik “Selten gelesen” machen das Schmökern abwechslungsreich und angenehm.

Für die Interaktion zwischen Seite und Leser kann jedes Gedicht kommentiert und mit bis zu vier Sternen bewertet werden.

Neben der Kommentar- und Druck-Funktion findet sich natürlich auch der fast schon obligatorische Social-Bookmarks-Link.

Ein sehr nützliches Lexikon für die Analysten, Schüler oder Studenten unter den Lesern bietet die Fachtermini-Sektion, in der die wichtigsten Begriffe der Lyrik-Analyse erläutert werden.

Mein Fazit:
Für alle, die nach kostenloser Lyrik im Internet suchen, sollte diese Seite die erste Anlaufstelle sein.
Design: gut. Inhalt: gut. Nutzerfreundlichkeit: gut.

 

Abschließend noch eines meiner Lieblingsgedichte:

Die Nacht

Wie schön, hier zu verträumen
Die Nacht im stillen Wald,
Wenn in den dunklen Bäumen
Das alte Märchen hallt.

Die Berg im Mondesschimmes
Wie in Gedanken stehn,
Und durch verworrne Trümmer
Die Quellen klagend gehn.

Denn müd ging auf den Matten
Die Schönheit nun zur Ruh,
Es deckt mit kühlen Schatten
Die Nacht das Liebchen zu.

Das ist das irre Klagen
In stiller Waldespracht,
Die Nachtigallen schlagen
Von ihr die ganze Nacht.

Die Stern gehn auf und nieder -
Wann kommst du, Morgenwind,
Und hebst die Schatten wieder
Von dem verträumten Kind?

Schon rührt sichs in den Bäumen,
Die Lerche weckt sie bald -
So will ich treu verträumen
Die Nacht im stillen Wald.

Joseph Freiherr von Eichendorff

 

Viel Spaß beim Stöbern!

Wortmalerei auf der Suche nach dem “Mehr”

 

Es geht zwar nicht um Bücher, aber hoffentlich wird mal eins draus.

Lesen Inspiriert von der Blogroll eines geschätzten Kollegen, mit deutlichen Geheimratsecken ;) , führte mich meine Reise auf diese kleine, aber feine Blog-Insel.

Verborgen hinter schlichtem Design (ich mag den Header übrigens) erwarten den Leser Kurzgeschichten-Perlen und kleine Essays, die nicht nur zum Verweilen einladen. Mal nachdenklich, mal heiter, mal verträumt und manchmal aufreibend und immer irgendwie wertvoll.

Es ist eine philosophische Reise nach dem Sinn und dem Unsinn. Nach der Wirklichkeit und der Realität. Nach den abstrusen Welten in unseren Köpfen und den logischen in unseren Herzen. Nach Seelenfarben und Fingerkuppengeflüster.

Die Autorin (“ein Staubpartikel auf der überwucherten Erde im großen Universum, das selber noch nicht weiß, was es werden soll“) ist eine Wortakrobatin, der es immer wieder gelingt die richtigen Worte zu finden, um Gedanken, Gefühle und Gegenstände in Kopfkino zu verwandeln.
Für mich ist jede dieser kurzweiligen Geschichten wie ein guter Kurzfilm: Zurücklehnen, eintauchen, viel zu früh wieder aufwachen und noch fünf oder zehn Minuten sitzen bleiben und die Geschichte wirken lassen.

Also, dann lasst uns mal lieb sein zu dem Blog, dass es groß und stark wird und unsere Welt rettet.

Jetzt nehmt euch einen Kaffee, einen Tee – oder was ihr sonst trinkt, wenn ihr mal ‘ne Pause macht – lehnt euch zurück und lasst euch entführen…

Für den Anfang empfehle ich denFriseurbesuch ;)

<openbook> – Kostenlose IT-Handbücher

 

Logo Galileo openbookDiesmal geht es ausnahmsweise nicht um Belletristik und Klassiker im Netz, sondern um Sachbücher, genauer gesagt Fachbücher, die kostenlos im Internet zur Verfügung gestellt werden.
Ich denke, den Programmierern unter uns erzähle ich hier nichts neues, aber vielleicht kennt manch anderer
Galileos <openbook> noch nicht.

Als besonderes Schmankerl bietet der Fachverlag Galileo Press auf seiner Homepage aktuelle Fachbücher aus dem IT-Bereich zur kostenlosen Lektüre und zum Herunterladen an.
Die Fachbücher liegen im HTML-Format vor und sind wirklich vollständige Ausgaben aus dem laufenden Programm des Verlages. Man kann sie also online lesen und um komfortabler damit arbeiten zu können, sie eventuell auf den Stick zu ziehen und immer dabei zu haben, stehen sie einem ebenso zum kostenlosen Download zur Verfügung.
Die Navigation innerhalb des Buches gelingt dank HTML und Hyperlinks ganz gut und auch an der Lesbarkeit habe ich nicht viel auszusetzen. PDF oder andere e-Book-Formate fände ich hier überflüssig, da es mit der html-Variante gut funktioniert.

Natürlich findet man hier nicht die aktuellsten Bücher, die gerade das Druckwerk verlassen haben und noch nach Druckerschwärze duften, aber veraltet sind die Bücher ebenso wenig. Manchmal wurde die Vorgängerauflage hier veröffentlicht, aber selbst diese kann man im Wesentlichen nicht als veraltet und unbrauchbar bezeichnen.
Man kann diesen Verlag wirklich als sehr großzügig bezeichnen, wenn man sich mal die Titelauswahl anschaut. Standardwerke der IT-Branche, wie z.B.

  • Visual Basic 2008
  • Java ist auch eine Insel
  • Windows Server 2008
  • Joomla 1.5
  • Ruby on Rails 2
  • Python
  • Plone
  • Excel 2007
  • JavaScript und AJAX

warten auf ihre wissbegierige Leserschaft.

Außer den Büchern des computing-Sortiments findet man unter Galileo-Design noch ein paar “kleine” Leckerchen für die Designer unter uns, wie z.B.

  • Dreamweaver 8
  • Das Praxisbuch HDR-Fotografie
  • Adobe Photoshop CS2 professionell

Alle Bücher aus dem Online-Sortiment kann man natürlich direkt als Papiervariante für das heimische Regal bestellen, was die meisten Programmierer und Designer sicherlich auch tun werden.
Ich, der nur gelegentlich sein Laienwissen erweitern will, freut sich über die Onlinevariante und das kompakte Fachwissen, das uns hier kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

Abschließend kann ich nur sagen, dass wenn auch unsere lieben Belletristik-Verlage diesem Beispiel folgen würden und einfach zwei bis drei gute Bücher komplett online stellen, könnte man sicher den einen oder anderen in das restliche Verlagsangebot locken oder ihn dazu bewegen, das elektronische Buch als Paperback für zu Haus und unterwegs zu erstehen…

 

Gute Arbeit und ein mutiger PR-Schritt, der sich für den Verlag und für die angestrebte Käuferschaft auf kurz oder lang bezahlt macht.

 

Auf der Suche nach dem digitalen Faust

 

Faust und Mephisto Auf Drängen meines Blognachbarn startet ab heute die Suche nach Goethes Faust in den Weiten des Internet.

 

Jeder neu entdeckte Link wird in der Linkliste in der Sidebar veröffentlicht.

Ja, ihn gibt’s sogar auf Finnisch :-)

 

Gute Unterhaltung beim Erkunden…

 

Der Worte sind genug gewechselt,
Laßt mich auch endlich Taten sehn;
Indes ihr Komplimente drechselt,
Kann etwas Nützliches geschehn.

(Faust I, Vers 214 ff )

 

 

Neues Design für Bücher-Online Lesen

 

Nun habe ich lange genug gebastelt…

Das neue Design ist jetzt online….

Es wird sicher noch bearbeitet in den nächsten Tagen/Wochen, aber da ist es nun….schluckt es, oder spuckt es! :)

Verbesserungsvorschläge sind natürlich willkommen, denn konstruktive Kritik teile ich nicht nur aus, sondern steck’ sie auch gern in die eigene Tasche ;)

 

Nicht wirklich neu, aber lesbar

 

StilllebenLangsam mutiert das Internet zu einer Bibliothek der Bibliotheken.Ich wüsste schon mal gern, wie oft beispielsweise Goethes Faust im Internet zu finden ist und vor allem auf wie vielen verschieden Seiten.
Schließlich stellt jede Seite, die Klassiker online und kostenlos zum Lesen verfügbar machen will, zuallererst die wichtigsten Schriftsteller ins Netz, sprich: Goethe, Schiller & Co.
Und was fällt einem bei Goethe zuerst ein?
Nunja, nach dem
Blog fällt mir da sofort der Faust ein ;)
Vielleicht sollte ich mich einem Nebenprojekt widmen und herausfinden, wo sich dieser Dr. Faustus überall herum treibt?!

Aber gut, ich schweife ab…
Jedenfalls stieß ich heute wieder auf eine weitere Seite, die copyrightfreie Bücher kostenlos zugänglich machen will: FreiLesen.de
Ob das nun so nötig ist, bei der Flut an Online-Bibliotheken, darüber lässt sich streiten, aber die Umsetzung ist bisher ganz ansprechend.

 

Das Ziel von FreiLesen.de ist es, diese berühmten Bücher und Werke einer möglichst breiten Leserschaft kostenfrei zugänglich zu machen. Insbesondere möchte dieses Projekt:

* Werke der Öffentlichkeit frei zugänglich machen
* ein Online-Lesen inkl. Suchfunktion ermöglichen
* den komfortablen PDF-Download und damit Ausdruck der Bücher ermöglichen
* benutzerbezogenen Komfort bieten (zum Beispiel über den Browser anpassbare Schriftgrößen)
* und natürlich die Inhalte verlinkbar machen, sodass von anderen Webseiten auf Werke oder Kapitel verwiesen werden kann.

 

Wie gesagt, ersteres Ziel ist bekannt. Der zweite Punkt ebenso.
Drittes stellt in meinen Augen eine “Muss-Funktion” dar.
Aber das Vierte gefällt mir: endlich jemand, der begriffen hat, dass Benutzerfreundlichkeit beim Lesen im Internet eines der wichtigsten Kriterien ist.

Im Moment verzeichnet die Seite, nach eigener Aussage,  267 Werke von 45 Autoren.
Ich schätze, der Blog existiert noch nicht allzulang, aber dank copy&paste ist das Reinstellen natürlich schneller zu realisieren, als bei Wiki und Co.
Aber genau an diesem Punkt muss ich etwas bemängeln:
Der Autor der Seite gibt keine Quellen zu den Texten an. Für mich ein schwerer Mangel.
Zu wissen, ob es beispielsweise von Gutenberg-DE, Wikisource oder ganz woanders stammt,  würde mir für den Anfang schon genügen.
Aber eigentlich wäre eine Quellenangabe in der Form “Titel, Verlag, Jahr”-Form wichtiger für mich, weil ich damit mehr über den Text erfahre. Zum Beispiel wie qualitativ eine Übersetzung ist oder um welche Auflage es sich handelt.
Dem Betreiber der Seite geht es wahrscheinlich in erster Linie darum, den Leuten Lesestoff zur reinen Unterhaltung zu bieten.

Für die Leserlichkeit und die Gestaltung gibt es jedoch Bonus-Punkte.
Das Design ist schlicht gehalten und der Text steht im Mittelpunkt. Zusätzlich hat der Leser die Option, den Text als PDF herunter zu laden.
Die Navigation ist, bedingt durch das Blog-Thema, sehr einfach und übersichtlich zu handhaben.
Die Auswahl der Texte…naja…die Klassiker eben, nichts besonders auffälliges.


Alles in allem lässt sich sagen, dass ich sicher gelegentlich auf dieser Seite stöbern werde, da meine Augen nicht nach dem Lesegenuss schmerzen. Zum Lesen geeignet, aber irgendwie bin ich nicht so ganz überzeugt.
Mal abwarten, was noch auf der Seite geschieht…
Ich bleib dran.

Foto: © Ferdinand Lacour / PIXELIO

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