Wikisource – Bücher, Zeitschriften, Dokumente

Logo von Wikisource Kommen wir zum nächsten Kandidaten aus der kostenlosen digitalen Bücherwelt.
Wikipedia kennt man ja. Wissen für alle kostenlos zugänglich machen und miteinander teilen. Mittlerweile ist die „Wikimedia Foundation Inc.“ ein etabliertes Unternehmen und Wikipedia bekam immer mehr Schwestern in unterschiedlichen Bereichen.

Im Bereich der Digitalisierung von Büchern und Texten entstand Wikisource: Ein stetig wachsender Quellenlieferant, der die Welt der elektronischen Texte ebenso revolutionieren und dominieren wird, wie die große Schwester „Pedia“ den Enzyklopädiebereich.

Das Quellen-Projekt begann zunächst unter dem Namen „Project Sourceberg“ am 24. November 2003 in Anlehnung an den digitalen Buch-Pionier „Project Gutenberg“.
Nach einer Abstimmung (demokratisches Wiki, so kennt man’s ja  ) taufte man es in Wikisource um.
So sah es dann auch der großen Schwester ähnlicher und wiki (hawaiianisch für schnell ) ging es wirklich voran.

Nach dem offiziellen Start (6. Dezember 2003) verzeichnete das Projekt zur Sammlung gemeinfreier Texte bereits nach zwei Wochen über 1000 erstellte Seiten.
Waren es Anfang 2004 noch 100 registrierte Autoren, schrieben sich im April schon 500 registrierte Nutzer die Finger wund und man verzeichnete mittlerweile über 2400 Artikel.
Wikisource wuchs ebenso rasant wie einst die „Schwester pedia“.
Denn schon ein Jahr später hatten die mittlerweile 2500 Benutzer schon 17.000 Artikel verfasst.
Und so ging es beständig weiter.

Da das Projekt ebenso wie Wikipedia weltweit und mehrsprachig läuft, gliederte die Foundation es in einzelne Sprachversionen. Diese werden auch auf inhaltlicher Ebene getrennt und teilweise sehr unterschiedlich verwaltet.(hierzu mehr im Finanzer-Blog)
Da es mir in diesem Blog vornehmlich um deutschsprachige Texte und Bücher geht, konzentriere ich mich auf den deutschen Ableger. (ist eh der professionellste )

„Der deutschsprachige Projektzweig hegt seit seiner Neukonzeptionierung im Frühjahr 2006 den Anspruch, E-Texte wissenschaftlich verwertbar zu präsentieren. Das schließt korrekte Angaben der Textquellen ein, sowie das Bereitstellen gescannter Vorlagen. In den durch OCR oder manuelles Abtippen daraus gewonnenen Rohtexten lesen die Mitarbeiter des Projektes kollektiv Korrektur, sie erlauben auch dem späteren Leser eine zusätzliche Kontrolle. Auf diese Weise soll die Zitierfähigkeit der Texte gewährleistet werden. Als Textgrundlage sollen ausschließlich maßgebliche Ausgaben verwendet werden.“ („Wikisource“. In: Wikipedia)

Manchmal macht sich deutsche Akribie eben doch bezahlt.
Beim Vergleich der verschiedensprachigen Projekte, kommt man schnell zu dem Schluss, dass andere Sprachgebiete vielleicht in Quantität (siehe Englisch, Spanisch, Französisch) überlegen sein mögen. Aber was die Qualität der bereitgestellten Texte betrifft, ist die deutsche Variante im Moment einfach vorbildlich.
Besonders die Tatsache, dass die Texte überwiegend mit Quellenangaben und Scans (meist verlinkt zu Google oder Commons) versehen sind, ermöglicht wissenschaftliches Arbeiten. Das ist schließlich eines der wichtigsten Kriterien für digitale Bibliotheken.

Natürlich dauert das Einpflegen der Datenbestände mit anspruchsvollen  Richtlinien länger, was aber nicht unbedingt heißt, Wikisource hätte wenig zu bieten:

„Seit heute (=28. Dezember 2008) hat Wikisource 10.000 Werke in seinem Bestand. Diese Zahl umfasst über 4100 Gedichte, 32 Romane und rund 2000 Gesetze, Anordnungen und Erlasse. Hinzu kommen 150 Flugschriften und Einblattdrucke, 31 Handschriften und vielerlei andere Texte. Zur Erschließung dieser Texte gibt es bei Wikisource außerdem noch über 1500 Autorenseiten, 164 Themenseiten und 75 Seiten zu Orten und Regionen. Der Umfang der Werke reicht vom 4-zeiligen Gedicht über mehrbändige Chroniken bis hin zur Allgemeinen Deutschen Biographie mit 56 Bänden.“ (aus dem Finanzer spinnt-Blog)

Schon beachtlich, was viele unterschiedliche Menschen, mit einem gemeinsamen Ziel, in kurzer Zeit zusammen erreichen können.
Man muss auch dazu sagen, dank der übersichtlichen Struktur und den umfangreichen Informationen zur Nutzung, haben auch unerfahrene Neulinge die Möglichkeit, sich schnell an dem Projekt zu beteiligen. (Registrierung optional)
Es kann und wird über jedes Detail dieser Plattform diskutiert und jede wichtige Entscheidung demokratisch abgestimmt.
Aber entscheidend für die Qualität der Inhalte und der Oberfläche sind die anfangs festgelegten Richtlinien, an die sich auch jeder hält.

Wie der Name Wikisource schon sagt, geht es hier nicht nur darum die klassischen Bücher der Weltliteratur zu präsentieren.
Es soll keine reine Unterhaltungsplattform sein, sondern in erster Linie eine Quellenbibliothek und eine Anlaufstelle zum (wissenschaftlichen) Arbeiten mit Quellentexten.

Und genau das funktioniert hier besser als in jeder Unibibliothek (auch wenn die Unibibliothek wissenschaftlich unumstrittener ist ).

Bei vielen Texten findet man ergänzende Editorials, Zusatzinformationen zu Autor und Inhalt, Bilder, Karten, Tondokumente, Verknüpfungen zu den anderen Wiki-Projekten (z.B. Commons, Wikipedia, Wikiversity) und zu verwandten Artikeln….
Für jeden Wissenshungrigen, sei’s aus Neugier oder Studium, heißt das, er bekommt alles gebündelt an einem Ort. Kurzum ein Quellenparadies.

Ich könnte noch endlos über die Inhalte (z.B. Gesprochene Wikisource) und Vorzüge von Wikisource schreiben, aber da ich eh schon genug geschrieben habe…es ist kostenlos, also:
Schaut’s euch selbst an!

(achja…Mitmachen nicht vergessen!)

 

 

2 Kommentare zu “Wikisource – Die freie Quellensammlung”

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