Meine heutige Empfehlung gilt zur Abwechslung nicht einem Portal oder einer großen Auswahl an kostenlosen E-Books, sondern nur einem einzigen. Aber das verdient einen eigenen Eintrag in diesem Blog.

Little Brother ist ein Roman, der im Titel schon deutlich auf die beinhaltende Thematik verweist: Leben im Überwachungsstaat. Den Titel "Little Brother" wählte der Autor Cory Doctorow für seinen 2008 erschienenen Roman bewusst in Anlehnung an 1984 von Orwell.
Es geht um Marcus Yallow alias w1n5t0n, alias M1k3y. Dieser wohnt in einer fiktiven (aber nicht allzu unrealistischen) Zukunft, in der San Francisco nach einem Terroranschlag zum Polizei- und Überwachungsstaat mutiert. w1n5t0n (Winston) ist Hacker und hält nicht viel von Überwachung, was ihm natürlich eine Menge Ärger einbringt.
Aber ich will hier nicht einen Inhaltsangabe liefern, denn die kann der geneigte Leser auch auf Wikipedia nachlesen.
Das Buch erscheint im März als "kommerzielle Version" in der Übersetzung von Uwe-Michael Gutzschhahn bei rororo.
Da das Buch aber vom Autor mit CC-Lizenz veröffentlicht wurde und dank hervorragender Übersetzerleistung auch im Deutschen für alle frei zugänglich gemacht wurde, kann jeder "für umme" in den Genuss des Buches kommen.
Christian Wöhrl hat sich als Fan die Mühe gemacht und das Werk als CC-Version ins Deutsche übersetzt. Das E-Book als kostenlose PDF findet sich hier.
Bin jetzt mal faul und kopiere aus meinem Nachwort (und ich aus seinem:
Im 13. Kapitel von „Little Brother“ heißt es in einer E-Mail an den Helden: „Hier in Deutschland haben wir eine Menge Erfahrung damit, was passiert, wenn Regierungen außer Kontrolle geraten.“ Nun ist Deutschland im Jahre 2008 sicherlich kein totalitärer Staat, doch die aktuelle Sicherheitsgesetzgebung (Stichworte hier etwa: Vorratsdatenspeicherung, E-Pass, BKA-Gesetz, Fluggastdatenerfassung) lässt die Einschätzung von Bürgerrechtsaktivisten, hier werde der schleichende Umbau zu einem Überwachungsstaat vorangetrieben, zumindest nicht völlig abwegig erscheinen.
Vor diesem Hintergrund wollte ich nicht darauf warten, ob und wann Cory Doctorows Little Brother – der sich eben nicht nur als spannender Entwicklungsroman über und für junge Erwachsene lesen lässt, sondern auch als Plädoyer für angemessenen zivilen Ungehorsam und gegen undifferenzierte Terror-Hysterie – in einer deutschen Übersetzung erscheint.
Ob die Qualität der Übersetzung mit der "kommerziellen" mithalten kann, weiß ich nicht, da ich noch nicht alle Versionen zum Vergleich gelesen habe. (habe es jedoch vor, denn das Buch eignet sich für mehr als einen Lesedurchgang)
Die Welle der freiwilligen Helfer rollt fleißig weiter und der "rollmops" stellt hier diverse E-Book-Formate zur Verfügung.
Das englische Original gibt's natürlich ebenfalls als gratis E-Book nach einem Klick genau <hier>.
Außerdem gibt es diverse Versionen von "Little Brother", bezüglich der Übersetzungen und natürlich auch Vertonungen. Fabian Neidhardt beispielsweise arbeitet derzeit sehr ehrgeizig an der deutschen Hörbuchfassung und liefert sich ein Rennen mit der Entstehung der "kommerziellen Version". Das deutsche Hörbuch von "Little Brother", basierend auf der Übersetzung von Wöhrl, findet ihr im dazugehörigen Blog.
Ich bin jedenfalls gespannt, wieviele tatsächlich knapp 15 € für die rororo-Version ausgeben und auch der Hörbuchmarkt dürfte wieder einmal sehr irritiert von den engagierten CC-Projekten sein.
Hier ein kleiner Tipp, der mir per Mail zugetragen wurde und den ich gerne unterstütze, da ich schon immer ein Fan von guten Web 2.0-Projekten war…
"Es gibt Momente im Leben, bei denen man nicht genau weiß, ob man nun träumt oder alles tatsächlich wahr ist – und genau so ein Moment war dieser Montagmorgen im Februar."
Mit diesem Satz begann das Projekt Penopolis, ein Buch, das jeder mitschreiben kann und kostenlos zum Lesen im Internet veröffentlicht wird.
Willkommen bei Penopolis – dem einzigartigen Ort im Netz, an dem jeder seiner Kreativität freien Lauf lassen kann! Bei Penopolis stand nur der erste Satz fest, wie sich die Story, Kapitel für Kapitel, weiterentwickelt schreibt und entscheidet Ihr, die Co-Autoren und die Community.
Aus einem Anfangssatz entstand so bisher eine Geschichte um Lene, eine eher erfolglose Schauspielerin, die zufällig in einen Mord verwickelt wird: Eine Joggerin stirbt in ihren Armen; erschossen. Doch bevor sie stirbt, hinterläßt sie Lene einen USB-Stick und einen Auftrag…
Was mit Lene weiter geschieht, was es mit dem USB-Stick auf sich hat und wer der Mörder ist – das liegt weiterhin an Euch! Jeder kann mitschreiben – oder wer lieber liest als schreibt kann mit abstimmen, welches Kapitel es ins Buch [...] weiterlesen…
Dieser Artikel läuft ein wenig aus der Reihe, aber erstens geht es um ein Thema, das mir persönlich am Herzen liegt, zweitens bekam ich heute eine lächerliche Antwort auf meine Petition von Seiten Amazons und drittens ist der Online-Händler meiner Blog-Thematik nicht ganz fern.
Dass der größte Online-Buchhandel Amazon nicht nur Bücher, E-Books und Kindle verkauft, dürfte wohl jedem klar sein. Das Sortiment umfasst eigentlich alles, was das Konsumentenherz begehrt und versorgt die kaufwillige Masse mit Schnäppchen und allem, was Kaufhäuser in der heutigen Zeit anbieten "müssen".
Viele bestellen ihre Bücher lieber bei Amazon, als im Buchladen nebenan. Und wenn sie schonmal dabei sind, können sie sich gleich die Portokosten für andere Händler sparen und bestellen sich die Uhr, die DVD, das Shirt oder das Parfum gleich mit.
Soweit so gut. Dagegen lässt sich nicht viel einwenden, außer dass so nicht nur die kleinen Buchhandlungen um die Ecke, sondern auch die anderen Fachgeschäfte, immer stärker kämpfen müssen, um zu bestehen.
Aber gerade die beherrschende Marktstellung macht Amazon zu einem Unternehmen, das eine gewisse Vorbildfunktion pflegen sollte, wie Beispielskandale in letzter Zeit immer wieder offenbaren (bestes Beispiel: rechtsextreme Bücher, NPD-Partnerschaft).
Für mich persönlich gibt es viele Gründe, bei diesem Unternehmen nicht zu kaufen, aber diese [...] weiterlesen…
*Nostalgie ein*
Vielleicht liegt's am Wetter oder daran, dass dieses fiese W-Wort in aller Munde und Schaufenster prangt. Dieses W-Ding, präsentiert von diesem Coca Cola-Maskottchen mit dem Rauschebart, das vor Ewigkeiten ein Fest zu Ehren der Geburt des Heilands war. Dieses W-Ding, an dem Familien früher glücklich beisammen saßen und heute verarmt, genervt und gestresst die Schnapsflaschen leeren, um die Tage irgendwie zu überstehen. Dieses W-Ding… Ach, ihr wisst was ich meine.
Jedenfalls ist mir heute nach
Märchen.
Kostenlose Texte gibt es natürlich genügend auf den einschlägigen Portalen, wie WikiSource oder Gutenberg-DE.
Mich interessieren jedoch die eigens dafür gestalteten und geschalteten Seiten. Und daran lasse ich Euch nun teilhaben.
Internet-Märchen.de
576 (Stand 03.11.2009) fantastische Geschichten schlummern auf dem Server
freundliche Hintergrundfarbe und augenschmeichelnde Schriftgröße/-art, gut online zu lesen
Druckfunktion fehlt (Märchen liest man schließlich am liebsten im Sessel oder auf der Bettkante des kleinen Sprosses)
Märchenletter – jede Woche ein Märchen kostenlos ins Postfach
Fazit: gut sortierte, große Sammlung deutschsprachiger Märchen, leider etwas lieblos verpackt, aber für Copy, Paste und grafische Aufbereitung (beispielsweise für selbstgebastelte Geschenkbücher) gut geeignet
Märchenkristall
378 Märchen nach Autoren/Herausgebern alphabetisch sortiert
die gut gemeinte wechselnde Hintergrund-Farbgestaltung strapaziert die Augen beim Lesen am Monitor (empfehle: Readability)
leider auch keine vernünftige Druckfunktion
sehr schöne Märchenauswahl, an der man merkt, dass die Betreiberin vom [...] weiterlesen…
Auf dem hart umkämpften Buchmarkt gilt es gerade in Krisenzeiten: nicht einschlafen!
Das dachte sich auch die PR-Abteilung der Pons GmbH und baute ihr Sprachenportal kräftig aus, angetrieben von einer beispiellosen Werbekampagne.
Während Duden und Langenscheidt auf ihrer vergilbten Wolke des Erfolgs leise vor sich hin schlummern, nutzt Pons die Gunst der Stunde und vor allem die Möglichkeiten des modernen Web.
Hinter vier Reitern in der Navigationsleiste leuchtet ein großes, gelbes "NEU" und bedeutet dem Besucher praktische Neuerungen, die einem den Sprachalltag erleichtern. Natürlich haben die Macher aus den Fehlern der Wolkenschlummerer gelernt und bieten ihre Dienste kostenlos an.
Ernsthafte Konkurrenz für den Duden
Was beim Duden nach dem ersten Gratis-Anlock-Angebot 7,95€ monatlich kostet, bekommt der Pons-Online-Nutzer zu 100% kostenlos. Beim Duden hat man dann zwar Zugang zu allen Wörterbüchern, die online verfügbar sind, aber die im Folgenden erwähnte Vernetzung auf dem Sprachenportal liefert eine ähnliche Auswahl für lau.
Das Deutsche Rechtschreibwörterbuch listet zu jedem Suchbegriff neben der korrekten Schreibweise, Artikel, Trennung und Mehrzahlerweiterung auch relevante Begriffe, sowie Regeln zur Getrennt- und Zusammenschreibung auf. Als besondere Zusatzfunktion kann der Begriff direkt bei Canoo, Wikipedia, dem Deutschen Wortschatz der Uni Leipzig und dem DWDS (Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jh.) nachgeschlagen werden. Somit beschränkt [...] weiterlesen…
Studieren kann wirklich nervig sein. Vor allem wenn die Bücher in den Universitätsbibliotheken trotz Studiengebühren verstaubt, vergilbt und vergriffen sind.
Dreißig Studenten aus einem Seminar bekommen alle die gleiche Aufgabe und brauchen alle das gleiche Buch, von dem mal wieder nur ein Exemplar in der Bibliothek steht. Wer clever ist, spricht sich mit den Kommilitonen ab und fertigt mehrere Kopien an (nachdem er 20 min auf einen freien Kopierer warten musste). Denn mitnehmen kann man die Publikation natürlich nicht.
Die Recherche nach geeigneten Quellen für die Hausarbeit gestaltet sich oft sehr mühselig. Jeder Student kennt das wohl, man stapelt den Tisch mit zwanzig Büchern voll, von denen letztendlich fünf relevant sind. Und bis man alle relevanten Bücher aufgetrieben hat, verstreichen Stunden…
Glücklicherweise leben wir im digitalen Zeitalter und clevere, ehemals genervte Studenten schaffen nun Abhilfe:
PaperC – Die Fachbuchplattform zum kostenlosen Lesen im Internet
Mit ihrem Start-up PaperC wollen die beiden 26-jährigen Berliner das wissenschaftliche Arbeiten vereinfachen und damit Geld verdienen. Ihre Internet-Plattform soll komplette Fachbücher im Netz zugänglich machen und so die verstaubte Uni-Lehrbuchsammlung fürs digitale Zeitalter rüsten. Wer zum Beispiel einen Blick in den „BWL Crash-Kurs Marketing“ aus dem UTB-Verlag werfen möchte, kann das Buch auf dem Paper-C-Portal Seite für Seite kostenlos [...] weiterlesen…
Wenn ich durch meine Semmelstatz scrolle, fällt mir immer wieder auf, dass viele Besucher intern nach bestimmten Buchtiteln suchen. Da ich aber nur eine Art Rundführer in den Weiten des kostenlosen Literaturdschungels im Internet bin und nur Seiten empfehle, die mehrere freie Bücher anbieten, gilt meine heutige Empfehlung einer Suchmaschine, die sich um Einzelnes kümmert.
Die Volltextbibliothek Lexikus hat nun neben ihrem eigenen Angebot eine Suchmaschine ins Leben gerufen, die nicht nur das eigene Angebot gemeinfreier Literatur durchsucht, sondern auch die anderen großen deutschen Online-Bibliotheken WikiSource, Zeno.org, Project Gutenberg und Gutenberg-DE.
Die Suchmaschine basiert auf der Google-Technik und liefert dementsprechend schnell und ausführlich die Ergebnisse. Somit bleibt demjenigen, der nach digitalisierten Werken sucht, das Herumgehüpfe zwischen den großen Portalen erspart.
Zu den erwähnten Portalen brauche ich sicher nichts mehr sagen, aber Lexikus.de hingegen dürfte einigen noch nicht bekannt sein.
Die Online-Bibliothek des Lexikus.de-Verlages digitalisiert überwiegend historische Werke, deren Erscheinungsjahr zwischen 1780 und 1930 liegt.
Da schon eine ausführliche Beschreibung des Projektes existiert, verweise ich auf den Artikel von Benjamin Rosendahl. Aktuelle News über das Projekt gibt's im dazugehörigen Blog.
Nur eines kann ich mir nicht verkneifen: Schade, dass auch hier das Design und die Lesefreundlichkeit wie beim deutschen Gutenberg nur mit mangelhaft zu bewerten sind. [...] weiterlesen…
Seinen Augen sollte der Dauerbildschirmleser von Zeit zu Zeit auch mal eine Pause gönnen. Nur wie soll man die Entzugserscheinungen seiner Literatursucht lindern?
Man sucht sich einen Vorleser!
Genug kostenfreie Ersatzdrogen in Form von Hörbüchern bietet das Internetportal Vorleser.net seinen Besuchern im mp3-Format zum Gratis-Download an. Laut eigener Aussage stehen rund 550 kostenlose Hörbücher zum Download bereit.
Da ein Vorleser mit Texten von über 150 klassischen und zeitgenössischen Autoren ziemlich schnell überfordert wäre, lesen mehr als 30 Sprecherinnen und Sprecher die Romane, Märchen, Geschichten und Gedichte für das hörwillige Publikum ein.
Die Bandbreite der Autoren und Genres kann sich durchaus sehen hören lassen. Es gibt u.a. Märchen von Hans-Christian Andersen und den Gebrüdern Grimm, Krimis von Arthur Conan Doyle und Hans Pfeiffer, Gedichte von Goethe, Trakl und Rilke oder Geschichten von Kafka und Tucholsky. Besonders zu empfehlen sind der komplette „Frankenstein“ von Mary Shelley, die Kurzgeschichtensammlungen von Kafka und Poe, sowie Doyles Sherlock-Holmes-Krimis.
Eine Übersicht aller verfügbaren Autoren, die zum freien Download bereit stehen findet man hier.
Die Geschichte von Vorleser.net
Vorleser.net wurde im Herbst 2003 von dem Leipziger Journalisten und Sprecher Johannes M. Ackner initiiert. Am Anfang stand ein Experiment: Ackner stellte selbst gesprochene Märchen ins Internet, die er für die Kinder von Freunden aufgenommen [...] weiterlesen…



